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Anwendungssicherheit

Die Verträglichkeit von Emodepsid allein und in Kombination mit Praziquantel ist sehr gut (EMEA 2005a; Altreuther 2005b).
 

Hunde mit MDR1 / ABCB1-Defekt

Hunde mit einem homozygoten MDR1 / ABCB1-Gendefekt (MDR1 / ABCB1 -/-) haben eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Profender® (Emodepsid/Praziquantel): Im Rahmen der Zulassung wurde Emodepsid/Praziquantel an Collies mit homozygotem MDR1 / ABCB1-Defekt (MDR1 / ABCB1 -/-) getestet. Obwohl eine Dosierung von 1,6 mg/kg Emodepsid und 8 mg/kg Praziquantel eine gute Verträglichkeit zeigte, wurden bei der doppelten Mindestdosis (2 mg/kg Emodepsid und 10 mg/kg Praziquantel) bereits erste Symptome einer Arzneimittelunverträglichkeit wie kurzzeitiges leichtes Zittern und eine Ataxie beobachtet (Elmshäuser 2014a).
 

Haut- und Augenirritation

Emodepsid ist bei dermaler Applikation nicht hautreizend und bei Instillation in den Bindehautsack nicht akut reizend am Auge. Beim Meerschweinchen besitzt es kein Sensibilisierungspotential (EMEA 2005a).
 

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Emodepsid ist sehr gering. Nur bei sehr hohen, weit über der therapeutisch wirksamen Dosis liegenden Dosierungen kommt es zu Intoxikationssymptomen. Dabei ist vor allen eine Depression neurologischer und respiratorischer Funktionen zu beobachten.
 
Die wiederholte topische Applikation des Kombinationspräparates (Emodepsid + Praziquantel) in zweiwöchigen Intervallen bei insgesamt 6 Behandlungen mit bis zu 5-facher therapeutischer Dosierung wird auch von jungen Katzen gut toleriert.
 
Die topische Applikation des 10-fachen der therapeutischen Dosis führte bei einigen Katzen zu einer milden Salivation und bei einer Katze zu einem leichten Muskeltremor, gefolgt von einer Depression. Diese Symptome traten etwa 24 Stunden nach der Behandlung auf und verschwanden nach weiteren 24 Stunden.
 
Die orale Gabe des Produktes führte bei allen Katzen zu Salivation und Erbrechen, Ausdruck eines natürlichen Abwehrmechanismus des Körpers (EMEA 2005a).
 

Therapie bei Überdosierung / Unverträglichkeitsreaktionen

Da kein spezifisches Antidot zur Verfügung steht, sind bei einer Intoxikation die üblichen Massnahmen zur Giftelimination zu ergreifen. Bei Krampfsymptomatik können Benzodiazepine und je nach Schweregrad auch Barbiturate oder Propofol eingesetzt werden. Allerdings zeigt sich damit meistens gar keine oder nur eine leichte Verbesserung der Symptomatik (Elmshäuser 2014a).
 

Subchronische und chronische Toxizität

Bei wiederholter, oraler Gabe von Emodepsid an Ratten und Mäuse über bis zu 17 Wochen kam es zu Gewichtsverlust, neurologischen und respiratorischen Dysfunktionen, Verhaltensänderungen, Verminderung der absoluten Hodengewichte, Erhöung der relativen Hirngewichte, Ataxie, erhöhte Motilität, Piloerektion, Vermehrung der Glukagon-produzierenden Zellen mit Trend zur Hyperglykämie, Polydipsie und Polyphagie. Leber, Nebennieren, Pankreas und die Reproduktionsorgane sind die Hauptzielorgane der toxischen Wirkungen. Der NOEL (no observed effect level) für Ratten liegt zwischen 0,73 - 1,11 (subchronisch) bzw. 4,4 - 4,6 (subakut) mg/kg, für Mäuse zwischen 10,5 - 16,8 mg/kg.
Der NOEL für die wiederholte dermale Applikation beträgt bei der Ratte 100 mg/kg (EMEA 2005a).
 

Reproduktionstoxizität

Bei Ratten kam es bei Dosen ab 6 mg/kg zu Intoxikationsymptomen beim Muttertier. Schwere Intoxikationen der Muttertiere bei 18 mg/kg hatten auch negative Effekte auf die Entwicklung des Fötus. Der NOEL für die maternale Toxizität liegt bei 2 mg/kg, der NOEL für die Entwicklung des Fötus beträgt 0,5 mg/kg. Beim Kaninchen liegt der NOEL für die Entwicklung des Fötus bei 5 mg/kg.
 
Die Verträglichkeit von Emodepsid während der Trächtigkeit ist bei der Zielspezies Katze gut. Wiederholte dermale Applikationen des 3-fachen der therapeutischen Dosis während der Trächtigkeit und der Laktation haben keine negativen Effekte (EMEA 2005a; Wolken 2009a). Auch 28 Tage alte Katzenwelpen mit einem Körpergewicht von 0,39 - 0,5 kg tolerieren eine topische Applikation von Emodepsid in Kombination mit Praziquantel in therapeutischer Dosierung sehr gut (Wolken 2009a).
 
Obwohl trächtige Katzen Emodepsid sehr gut tolerieren, zeigen die Studien bei Ratten und Kaninchen, dass Emodepsid mit der Embryonalentwicklung interferieren kann. Deshalb wird empfohlen, dass schwangere Frauen den Kontakt mit dem Produkt meiden bzw. Handschuhe tragen sollten (EMEA 2005a).
 

Mutagenität / Karzinogenität

Emodepsid ist nicht mutagen und nicht karzinogen (EMEA 2005a).
 

Umwelttoxizität

Emodepsid ist toxisch für im Wasser lebende Arthropoden und sollte nicht in natürliche Wasserläufe gelangen (EMEA 2005a; EMEA 2005b).

© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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