Wirkmechanismus
Nach spot-on Applikation verteilt sich das Imidacloprid in der Lipidschicht der Haut- und Haaroberfläche. Der Floh oder die Flohlarve nehmen den Wirkstoff beim externen Kontakt mit Haaren oder der Haut eines behandelten Tieres über dünne intersegmentale Membranen auf (
Mehlhorn 1999a).
Die Wirkung von Imidacloprid beruht auf einer Blockierung der postsynaptischen nikotinartigen Acetylcholin-Rezeptoren (Nicotinyl-Rezeptoren) im Nervensystem der Insekten (
Mehlhorn 1999a;
Narahashi 1996a;
Buckingham 1997a;
Gortel 1997a;
Anonymous 1998a). Dadurch wird die Acetylcholin-vermittelte Reizleitung der Nerven unterbrochen (
Narahashi 1996a). Es kommt initial zu motorischer Inkoordination und schliesslich zum generalisierten Tremor, Schädigung der Nerven, Ganglien und Muskeln und schliesslich zum Tod der Insekten (
Bianciardi 1997a;
Anonymous 1998a;
Mehlhorn 1999a).
Die Affinität zu nikotinartigen Rezeptoren der Insekten ist dabei wesentlich höher als jene zu Säugerrezeptoren (
Yamamoto 1995a).
Imidacloprid besitzt neben der adultiziden Wirkung auch einen larviziden Effekt. Vom behandelten Tier abfallende Hautschuppen und anderes Zellmaterial können die Larvenentwicklung um bis zu 99% unterdrücken. Somit ist bei der Verwendung von Imidacloprid zur Flohbekämpfung eine Umgebungsbehandlung nicht zwingend nötig (
Gortel 1997a;
Mehlhorn 1999a;
Anonymus 1998b).