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Lokale Nebenwirkungen
An der Injektonsstelle treten sehr oft Reaktionen wie Schwellung, Schmerzhaftigkeit und Druckdolenz auf. Ausserdem können sich sterile Granulome oder Abszesse bilden (Hettlich 2003a). Solide Knoten können auf unbestimmte Zeit persistieren. Die gravierendsten Nebenwirkungen treten auf, wenn der Wirkstoff nicht streng i.m. injiziert wird und in das subkutane Gewebe penetriert. Durch manuellen Druck auf die Applikationsstelle nach der Verabreichung wird das Risiko vermindert (Plumb 2011a).
Systemische Nebenwirkungen
Gastrointestinaltrakt
Es können Anorexie, Inappetenz, Speicheln und Erbrechen auftreten (Plumb 2011a).
Respirationstrakt
Die am meisten gefürchtete Komplikation ist eine durch die abgetöteten Würmer verursachte pulmonale Thromboembolie (Hoch 2008b; Miller 1998a; Plumb 2011a).
ZNS
Es kann zu Lethargie und Schwäche kommen (Plumb 2011a). Neurologische Defizite in verschiedenen Ausprägungen sind weitere mögliche Nebenwirkungen von Melarsomin. Hunde können nach der Injektion innerhalb von Stunden bis Tagen eine progressive einseitige Lahmheit der Hinterbeine bis hin zu einer deutlichen Paraparese oder Paralyse entwickeln. Sehr selten sind alle vier Gliedmassen betroffen oder es treten Demenz, Koma und Tod auf. Die Pathophysiologie dieser Nebenwirkungen ist nicht vollständig verstanden, es besteht aber vermutlich ein Zusammenhang mit der räumlichen Nähe der Injektionsstelle zum Rückenmark. Einerseits kann der Wirkstoff durch die Migration von der Applikationsstelle in die Faszien eine aufsteigende Infektion entlang der Nervenwurzeln verursachen, andererseits führt die durch die Entzündung und Nekrose hervorgerufene extradurale Kompression rund ums Rückenmark zu neurologischen Ausfällen (Hettlich 2003a).