ACE-Hemmer
ACE-Hemmer blockieren die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II durch die Blockade des Angiotensin-Converting-Enzyms. Das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) hat dabei eine sehr viel höhere Affinität für ACE-Hemmer als für Angiotensin I. Das Angiotensin-Converting-Enzym kommt in vielen Geweben vor. Die höchste Aktivität wurde beim Schaf im Nebenhoden, Niere und Hoden gemessen (
Udupa 1993a).
Angiotensin II wirkt sowohl als Vasokonstriktor als auch als Stimulanz der Produktion von Aldosteron in der Nebennierenrinde (
Plumb 1999a). Durch die Abnahme der Konzentration von Angiotensin II nimmt die Aldosteronsekretion ab und die Plasmareninaktivität zu (
Plumb 1999a). Die Verringerung des Aldosteronplasmaspiegels führt zu einer vermehrten Wasser- und Salzausscheidung (
Adams 1995b).
Das Angiotensin-Converting-Enzym spielt nicht nur im Renin-Angiotensin-System eine Rolle, sondern auch im Kallikrein-Kinin-System und beeinflusst die Wirkung der Prostaglandine. Die kardiovaskulären Wirkungen der Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer sind damit nicht nur eine Folge der Reduktion von Angiotensin II, sondern auch der Hemmung des Bradikinin-Abbaus (
Linz 1993a).
Niere und Leber
Die renale Durchblutung kann erhöht sein, während bei der hepatischen Durchblutung keine Änderung zu beobachten ist (
Plumb 1999a). Durch Veränderung der glomerulären Permeabilität wird eine Verringerung einer Albuminurie bei Niereninsuffizienz erreicht, die von der Wirkung auf den Blutdruck unabhängig ist (
Ritz 1991a).
Antiarrhythmische Aktivität
ACE-Hemmer besitzen keine direkte antiarrhythmische Aktivität, sondern wirken durch die Reduzierung der linksventrikulären Hypertrophie indirekt antiarrhythmisch (
Rials 1996a). Die herzinsuffizienzbedingten Einflüsse auf den Sympathikus (z.B. erhöhter Plasma-Noradrenalinspiegel) werden gemildert. Dies hat positive Wirkungen auf die Herzfunktion, die Mortalität bei kongestiver Herzinsuffizienz wird vermindert (
Kawai 1999a).
Unterschiede der ACE-Hemmern
ACE-Inhibitoren wie Captopril, die eine Sulfhydrylgruppe enthalten, besitzen eine größere Tendenz immunvermittelte Reaktionen auszulösen als Benazepril (
Plumb 1999a).
Enalapril
Enalapril wird in der Leber in das aktive Enalaprilat umgewandelt. Es blockiert die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II durch die Blockade des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE). Dabei ist die Affinität des ACE für Enalaprilat sehr viel höher als für Angiotensin I. Aufgrund der verringerten Konzentration von Angiotensin II ist die Produktion von Aldosteron in der Nebennierenrinde herabgesetzt (
Plumb 1999a) und die Plasma-Reninaktivität erhöht (
Plumb 1999a;
Cambridge 1992a).
Kardiovaskuläres System
Zu den kardiovaskulären Wirkungen von Enalaprilat bei Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz gehören eine Reduktion des gesamten peripheren Widerstandes (
Plumb 1999a;
Sabbah 1993a), des pulmonalen Gefäßwiderstandes (
Plumb 1999a), des mittleren arteriellen Blutdrucks (
Plumb 1999a;
Cambridge 1992a) und eine Abnahme des Drucks im rechten Vorhof und den Lungengefäßen (
Plumb 1999a). Andere Autoren fanden keine Änderung des Blutdrucks (
Sabbah 1993a). Bei der Herzfrequenz ist keine Änderung zu beobachten, dagegen ein erhöhter Herzindex, ein vergrößertes Herzminutenvolumen und linksventrikuläres Auswurfvolumen (
Plumb 1999a;
Sabbah 1993a). Außerdem wird eine gesteigerte Toleranz gegenüber Anstrengungen beobachtet (
Plumb 1999a). Dabei ist die Zunahme des Herzminutenvolumens und die Abnahme des systemischen Gefäßwiderstandes dosisabhängig (
Sabbah 1993a). Enalaprilat entfaltet seine reduzierende Wirkung auf den mittleren Aortendruck und den totalen peripheren Widerstand im Gegensatz zu Angiotensin-AT1 Rezeptor-Antagonisten, die nur bei erhöhter Plasma-Renin-Aktivität wirken, unabhängig von der Plasma-Renin-Aktivität (
Su 1999a).
Eine Langzeittherapie mit Enalapril hat eine Verminderung der Apoptose der Kardiozyten bei moderater Herzinsuffizienz zur Folge (
Goussev 1998a).
Herzinfarkt
Nach einem myokardialen Infarkt verringert Enalapril die Infarktgröße, die Ventrikeldilatation und -hypertrophie und die Fibrose durch Reduktion der Collagenablagerungen (
Jugdutt 1995a).
Enalapril - salzarme Diät
Enalapril in Kombination mit einer salzarmen Diät führt zu einer stärkeren Erniedrigung des Plasmaspiegels des atrialen natriumdiuretischen Peptides als Enalapril alleine (
Koch 1994a).