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Systemische Nebenwirkungen

Kardiovaskuläres System

Atracurium verursacht eine sehr geringe Vagolyse; bei tiefen Dosierungen kommt es demzufolge nicht zu einer Tachykardie (Alvarez 1992a; Erhardt 2004l). Bei höheren Dosierungen kann es aufgrund einer geringen Histaminfreisetzung zu einem vorübergehenden Blutdruckabfall und einer Erhöhung der Herzfrequenz kommen (Erhardt 2004l). Hohe Dosen von Atracurium bewirken bei Katzen eine Tachykardie und eine Erhöhung des arteriellen Blutdrucks (Sutherland 1983a).
 
Bei Hunden zeigen Dosierungen von bis zu 0,6 mg/kg keine Wirkung auf den arteriellen Blutdruck (Jones 1983b). Eine intravenöse Verabreichung von 10 μg/kg Atracurium bewirkt bei Hunden eine minimale Adrenalin- und Noradrenalinfreisetzung sowie kardiovaskuläre Veränderungen (Fukushima 1990a). Bei anästhesierten Hunden bewirken hingegen 1,5 mg/kg Atracurium eine Verminderung des arteriellen Blutdrucks durch Inhibition der efferenten sympathischen Nervenaktivität (Yoneda 1994a).
 
Der Metabolit Laudanosin kann kardiovaskuläre Depressionen verursachen (Martinez 2002a).
 
Kreislaufreaktionen können unter anderem durch eine langsame Verabreichung oder die zusätzliche Applikation von Histaminrezeptorantagonisten vermieden werden (Hilgenberg 1986a).
 

Histaminfreisetzung

Die Histaminfreisetzung durch Atracurium beträgt weniger als ein Drittel der Histaminfreisetzung, welche durch eine Tubocurarinverabreichung verursacht wird (Basta 1983a). Nur bei hohen Dosierungen bewirkt Atracurium eine leichte Histaminfreisetzung (Scott 1986c; Paddleford 1992c; Martinez 2001a); trotzdem sollte es immer langsam verabreicht werden (Scott 1985b; Martinez 2007a).
 
In der Humanmedizin wurde bei weniger als 1% der Patienten eine Histaminfreisetzung beobachtet (Plumb 1991a). Die Symptome waren Hautrötungen, Hypotonien (Fukushima 1990a), Bronchospasmen (Burgis 2002a) und Tachykardien (Fukushima 1990a; Burgis 2002a).
 

Hypersensibilität

In der Humanmedizin zeigten 390 untersuchte anaphylaktischen Vorfälle zwischen 1988 und 1992, dass die Inzidenz von Atracurium, eine Anaphylaxie auszulösen, bei 18% liegt. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Bronchospasmen (Watkins 1994a).
 

ZNS

Der Metabolit Laudanosin kann sich nach hohen Dosen Atracurium im Körper akkumulieren (Erhardt 2004l), die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und zu ZNS-Exzitationen führen (Miller 1984d; Erhardt 2004l). Die therapeutisch verwendeten Dosen sind aber zu gering, um beim Abbau von Atracurium genügend Laudanosin zu bilden (Starke 2005b). Somit ist es bei allen Spezies, unabhängig von der Verabreichungsdauer, sehr selten, dass nach einer Verabreichung von Atracurium in therapeutischen Dosierungen eine Laudanosinkonzentration erreicht wird, welche Konvulsionen verursacht (Scheepstra 1986a; Chapple 1987a).
 
Dosierungen von 14 bis 22 mg/kg Laudanosin verursachen bei Hunden Konvulsionen; ausserdem sinkt eine Minute nach der Injektion der Blutdruck signifikant ab (Hennis 1986a). Bei anästhesierten Hunden bewirkt eine Plasmakonzentration von über 6 μg/ml Laudanosin eine Hypotonie und Bradykardie. Laudanosinkonzentrationen von über 10 μg/ml induzieren im EEG Anzeichen einer Epilepsie und bei Plasmakonzentrationen über 17 μg/ml treten langandauernde Konvulsionen auf (Chapple 1987a).
 
Auch bei Katzen, welchen die Nieren entfernt worden sind, ist nach einer Atracuriuminfusion eine Akkumulation von Laudanosin und der damit einhergehenden toxischen Wirkungen unwahrscheinlich (Ingram 1986a). Eine verminderte Nierenfunktion kann jedoch beim Menschen zu einer erhöhten Plasmakonzentration von Laudanosin führen (Fahey 1985a).
 
Bei Ratten beträgt die Plasmakonzentration von Laudanosin, welche Konvulsionen auslöst, über 17 μg/ml (Scheepstra 1986a). Die Verabreichung von 10 - 20 mg/kg Laudanosin i.v. bewirkt bei Mäusen und Ratten Konvulsionen und ein Strecken der Hinterbeine (Chapple 1987a).
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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