Verteilung
Tier
Nach oraler Verabreichung verteilen sich die Muttersubstanz sowie die Metaboliten bei Tieren hauptsächlich in die Leber, Nieren, Dünndarm, Lunge, Nebennieren und Pankreas; geringere Konzentrationen finden sich im Fettgewebe sowie Herz- und Skelettmuskel. Die Blut-Hirn-Schranke wird ebenfalls passiert, wobei im Gehirn während 8 h postapplikationem höhere Konzentrationen messbar sind als im Blut (
McEvoy 2007a). Bei Nagetieren ist Trazodon plazentagänig; beim Menschen ist dies noch unklar (
McEvoy 2007a).
Mensch
Trazodon tritt bei Menschen in die Muttermilch über. Untersuchungen bei stillenden Frauen zeigen nach einer p.o. Einmaldosis von 50 mg Trazodon ein Milch/Plasma-Verhältnis von 0,142 ± 0,045. Davon ausgehend kann auf eine geringe Belastung des Säuglings geschlossen werden. Über die Verteilung des aktiven Metaboliten
meta-Chlorphenylpiperazin (m-CPP) in die Milch ist allerdings nichts bekannt, daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch dieser in die Milch übertritt und dort möglicherweise höhere Konzentrationen als die Muttersubstanz erreicht (
Verbeeck 1986a;
McEvoy 2007a).
Metabolismus
Trazodon wird vor allem in der Leber metabolisiert (
Plumb 2015a;
McEvoy 2007a). Der Abbau erfolgt über Hydroxylierung, Oxidation,
N-Oxidation sowie Aufspaltung des Pyridinringes (
McEvoy 2007a). Die Verstoffwechselung von Trazodon führt zu
meta-Chlorphenylpiperazin (m-CPP), dem aktiven Metaboliten, einem Hydroxymetaboliten sowie inaktiver Triazolpropionsäure; wobei letztere zwei mit Glucuronsäure konjugiert werden. Die Umwandlung der Muttersubstanz in m-CPP erfolgt über das CYP-3A4-Isoenzym (
McEvoy 2007a;
Najibi 2016a); die zumindest bei Menschen anschliessende p-Hydroxylierung von m-CPP zu OH-m-CPP wird vom Isoenzym CYP-2D6 katalysiert (
Rotzinger 1998a;
Najibi 2016a).
Pferd
Beim Pferd kann der aktive Metabolit
meta-Chlorphenylpiperazin (m-CPP) sowohl nach p.o. wie i.v. Verabreichung nachgewiesen werden (
Knych 2017b;
Davis 2018a).
Elimination
Die Ausscheidung von Trazodon erfolgt zu 70 - 75% in Form von Metaboliten über den Harn, nur ein vernachlässigbarer Teil (0,13%) wird unverändert wieder über die Nieren eliminiert. Ungefähr 21% wird über die Fäces ausgeschieden (
Plumb 2015a;
McEvoy 2007a). Die inaktive Triazolpropionsäure wird über den Harn ausgeschieden (
McEvoy 2007a).
Pferd
Pferde weisen im Vergleich zu Menschen und Hunden längere und individuell von einander abweichende Eliminationshalbwertszeiten auf. Der Grund dafür ist bisher nicht bekannt, eine mögliche Erklärung könnte ein genetischer Polymorphismus der Cytochrom P450-Proteine, genauer von CYP450 3A, CYP450 2D oder beiden, sein (
Knych 2017b).
Bioverfügbarkeit
Wirkungseintritt
Hund
Eine Besserung des stressinduzierten Verhaltens kann innerhalb von 31 - 120 min nach der p.o. Gabe beobachtet werden (
Gilbert-Gregory 2016a;
Gruen 2008a;
Gruen 2014a).
Wirkungsdauer / -maximum
Katze
Bei Katzen beträgt die Zeit von der Verabreichung bis zum Zeitpunkt der maximalen Sedation 2 - 2,5 h (
Orlando 2016a;
Sinn 2018a).
Hund
Bei Hunden beläuft sich die Wirkungsdauer auf ca. 4 h (
Gruen 2014a;
Sinn 2018a)
Wirkspiegel
Maximale Plasmakonzentration (Cmax)
| Hund: | nach p.o. 100 mg: 1,3 ± 0,5 μg/ml (Jay 2013a) |
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| Pferd: | nach p.o. 4 mg/kg: 1,392 ± 1,978 ng/ml (Knych 2017b) |
| nach p.o. 7,5 mg/kg: 2,45 ± 0,79 μg/ml |
| nach p.o. 10 mg/kg: 4,07 ± 2,23 μg/ml (Davis 2018a) |
Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration (Tmax)
Eliminationshalbwertzeit (t½)
| Hund: | nach p.o. 100 mg: 166 ± 47 min |
| nach i.v. 8 mg/kg: 169 ± 53 min (Jay 2013a) |
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| Pferd: | nach p.o. 4 mg/kg: 7,11 ± 1,70 h (Knych 2017b) |
| nach p.o. 7,5 mg/kg: 7,86 ± 1,76 h |
| nach p.o. 10 mg/kg: 7,19 ± 1,84 h (Davis 2018a) |
| nach i.v. 1,5 mg/kg: 8,58 ± 1,88 h (Knych 2017b) |
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| Mensch: | nach p.o.: ca. 7 h |
| nach p.o. (Retardtablette): ca. 10 h (Plumb 2015a) |
MRT (Mean Resident Time)
| Hund: | nach p.o. 100 mg: 544 ± 242 min |
| nach i.v. 8 mg/kg: 238 ± 79 min (Jay 2013a) |
Verteilungsvolumen
| Hund: | nach i.v. 8 mg/kg: 2,543 ± 0,472 l/kg (Jay 2013a) |
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| Pferd: | nach i.v. 1,5 mg/kg: 1,06 ± 0,07 l/kg (Knych 2017b) |
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| Mensch: | nach p.o.: 0,47 - 0,84 l/kg (Plumb 2015a) |
AUC
| Hund: | nach p.o. 100 mg: 743 ± 205 μg●min/kg |
| nach i.v. 8 mg/kg: 791 ± 295 μg●min/kg (Jay 2013a) |
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| Pferd: | nach p.o. 4 mg/kg: 8,090 ± 2,495 ng●h/ml (Knych 2017b) |
| nach p.o. 7,5 mg/kg: 5,77 ± 1,929 μg●h/ml |
| nach p.o. 10 mg/kg: 11,42 ± 7,30 μg●h/ml (Davis 2018a) |
| nach i.v. 1,5 mg/kg: 4,420 ± 2,304 ng●h/ml (Knych 2017b) |
Plasmaproteinbindung
Clearance
| Hund: | nach i.v. 8 mg/kg: 11,15 ± 3,56 ml/min/kg (Jay 2013a) |
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| Pferd: | nach i.v. 1,5 mg/kg: 6,85 ± 2,80 ml/min/kg (Knych 2017b) |