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Eigenschaften

Pectin ist ein gastrointestinales Protektivum (Forth 1998a; Venner 1999a).
 

Gastrointestinale Protektiva und Adsorbentien

Verbindungen, die nicht aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert werden und sich entweder an die Schleimhautoberfläche anhaften oder toxische Substanzen adsorbieren, sind häufig in Präparaten gegen Durchfall enthalten. Durch die protektive Wirkung wird das gastrointestinale Epithel vor Irritation und Erosion durch potentiell schädliche Substanzen geschützt. Adsorbentien binden Chemikalien auf eine physikalische Weise. Dies verhindert die Absorption der toxischen Substanz und fördert deren faecale Ausscheidung. Protektiva und Adsorbentien werden gegen potentiell schädigende Substanzen eingesetzt, können aber auch die Absorption von therapeutisch verabreichten Arzneimitteln verhindern (Boothe 2001a).
 

Kombination Kaolin/Pectin

Pectin ist ein Mucilaginosum (Substanz, die im Darm einen Schleim bildet, welcher die irritierte Mukosa schützt). Es wird häufig mit Kaolin in einem Verhältnis von 20 g Kaolin plus 4,5 g Pectin, in 100 ml Wasser gelöst, kombiniert. Für diese Mischung wird eine nicht bewiesene adsorbierende, adstingierende, schleimhautschützende und wasserbindende Wirkung im Darmtrakt angenommen. Bei alkalischen pH-Werten erfolgt teilweise wieder eine Desorption (Ungemach 1999c). Diese Verbindung findet Anwendung als reizlinderndes Arzneimittel (Demulzenz) und Adsorbens in der Annahme, Bakterien, sowie deren Metabolisierungsprodukte und Toxine, zu binden und zu beseitigen (Boothe 2001a; Plumb 1999a). Gemäss einer anderen Quelle ist diese Verbindung jedoch zur Adsorption von Toxinen, die durch enteropathogene Bakterien gebildet wurden, relativ wirkungslos (Allen 1993a). Die Wirkungen sind allgemein umstritten, denn es wird zwar die Kotkonsistenz verbessert, es erfolgt jedoch keine Korrektur der Flüssigkeits- und Elektrolytimbalancen und auch der Krankheitsverlauf wird nicht verkürzt (Boothe 2001a).
 
Die protektive Wirkung beinhaltet die Bildung einer Schleimhautschutzschicht, welche die gastrointestinale Mukosa vor einer Entzündung schützt. Die Pectinkomponente ist durch die Bildung von Galacturonsäure in der Lage, den pH im intestinalen Lumen zu senken. In einer Studie mit Kindern, die akute unspezifische Diarrhö zeigten, wurde die Kotkonsistenz durch die Verabreichung von Pectin/Kaolin zwar verbessert, die Kotabsatzfrequenz, der Wassergehalt und das Gewicht blieben jedoch unverändert (Plumb 1999a).
 

Wirkungsmechanismus

Pectin ist ein Mucilaginosum, ein teilweise methoxyliertes hydrophiles Polymer der Galacturonsäure. Es bildet im Darm einen Schleim, der die Mukosa vor Irritationen schützt und zu einer Stabilisierung der Schleimhaut beiträgt (Forth 1998a; Venner 1999a). Im Magen und Duodenum sind die Pectine auch in der Lage, Gallensalze zu binden (Venner 1999a). Die gastrointestinalen Funktionen werden aber auch noch über andere Mechanismen beeinflusst; diese beinhalten eine veränderte Geschwindikeit der Magen-Darm-Passage, ein erhöhter pH und eine erhöhte Viskosität der intraluminalen Substanzen, eine Veränderung der Aktivität der Verdauungsenzyme und eine Interaktion von Pectin mit der Darmoberfläche (Mosenthin 1994a).
 

Kombination Kaolin/Pectin

Die Verbindung bedeckt die Oberfläche des Darmes und entfaltet eine reizlindernde Wirkung und adsorbierende Eigenschaften. Bei Patienten mit Diarrhö wird die Kotkonsistenz durch zugefügtes Material verbessert, bis die Erkrankung spontan abheilt (Allen 1993a).
 

Gastrointestinaltrakt

Pectin hat einen nachteiligen Effekt auf die Proteinverdauung und -absorption (Mosenthin 1994a).
 

Ratte

Verschiedene Untersuchungen bei Ratten führten zu kontroversen Resultaten. Es wird sowohl beschrieben, dass Pectin die Sekretionsaktivität des exokrinen Pankreas kaum beeinflusst, als auch, dass es durch Pectin zu einem sekretagogischen und -trophischen Effekt kommt (Mosenthin 1994a).
 

Schwein

Im Futter enthaltenes Pectin hat einen direkten Einfluss auf die Verdauung von exogenen Proteinen. Durch die Adsorption an Pectin wird die Absorbierbarkeit der Aminosäuren und Peptide beeinträchtigt. Die scheinbare ileale und faecale Aminosäuren- und Proteinverdaulichkeit wird durch eine Erhöhung der endogenen Aminosäuren und Proteinsekretion in den Dünndarm, sowie durch die Stimulation der bakteriellen Nitrogenaufnahme im Dickdarm, beeinträchtigt. Die Flussrate des Pankreassekrets, sowie der Gehalt an pankreatischen Enzymen, werden beim Schwein durch Pectin nicht beeinflusst. Eine Ausnahme ist die beeinträchtigte alpha-Amylaseaktivität; diese ist aber darauf zurückzuführen, dass die Stärke im Futter durch das Pectin ersetzt wurde (Mosenthin 1994a).
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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