Wirkungsmechanismus
Pectin ist ein Mucilaginosum, ein teilweise methoxyliertes hydrophiles Polymer der Galacturonsäure. Es bildet im Darm einen Schleim, der die Mukosa vor Irritationen schützt und zu einer Stabilisierung der Schleimhaut beiträgt (
Forth 1998a;
Venner 1999a). Im Magen und Duodenum sind die Pectine auch in der Lage, Gallensalze zu binden (
Venner 1999a). Die gastrointestinalen Funktionen werden aber auch noch über andere Mechanismen beeinflusst; diese beinhalten eine veränderte Geschwindikeit der Magen-Darm-Passage, ein erhöhter pH und eine erhöhte Viskosität der intraluminalen Substanzen, eine Veränderung der Aktivität der Verdauungsenzyme und eine Interaktion von Pectin mit der Darmoberfläche (
Mosenthin 1994a).
Kombination Kaolin/Pectin
Die Verbindung bedeckt die Oberfläche des Darmes und entfaltet eine reizlindernde Wirkung und adsorbierende Eigenschaften. Bei Patienten mit Diarrhö wird die Kotkonsistenz durch zugefügtes Material verbessert, bis die Erkrankung spontan abheilt (
Allen 1993a).
Gastrointestinaltrakt
Pectin hat einen nachteiligen Effekt auf die Proteinverdauung und -absorption (
Mosenthin 1994a).
Ratte
Verschiedene Untersuchungen bei Ratten führten zu kontroversen Resultaten. Es wird sowohl beschrieben, dass Pectin die Sekretionsaktivität des exokrinen Pankreas kaum beeinflusst, als auch, dass es durch Pectin zu einem sekretagogischen und -trophischen Effekt kommt (
Mosenthin 1994a).
Schwein
Im Futter enthaltenes Pectin hat einen direkten Einfluss auf die Verdauung von exogenen Proteinen. Durch die Adsorption an Pectin wird die Absorbierbarkeit der Aminosäuren und Peptide beeinträchtigt. Die scheinbare ileale und faecale Aminosäuren- und Proteinverdaulichkeit wird durch eine Erhöhung der endogenen Aminosäuren und Proteinsekretion in den Dünndarm, sowie durch die Stimulation der bakteriellen Nitrogenaufnahme im Dickdarm, beeinträchtigt. Die Flussrate des Pankreassekrets, sowie der Gehalt an pankreatischen Enzymen, werden beim Schwein durch Pectin nicht beeinflusst. Eine Ausnahme ist die beeinträchtigte alpha-Amylaseaktivität; diese ist aber darauf zurückzuführen, dass die Stärke im Futter durch das Pectin ersetzt wurde (
Mosenthin 1994a).