Wirkungsort
Die Steroide Alphadolon und Alfaxalon lösen eine hypnotische Wirkung durch Interaktion am GABA
A-Chlorid-Kanal-Komplex und durch Wirkung auf eine spezifischen Stelle des GABA
A-Proteins aus (
Sear 1996a).
Wirkmechanismus
Es wird vermutet, dass Althesin
® und Saffan
® (Kombinationspräparate von Alphadolon- und Alphaxalonacetat) die
3H-Muskimol-Bindung potenzieren und die GABA-induzierte Depolarisation beeinflussen. Sie wirken vermutlich durch Potenzierung der GABA-vermittelten Hemmung. Wegen der anästhetischen und geringen antikonvulsiven Wirkungsweise von Alphaxalon und Alphadolonacetat werden noch andere Mechanismen vermutet (
Albertson 1992a).
Kardiovaskuläres System
Katze
Bei Katzen löst die intravenöse Injektion von 1,2 - 9 mg/kg Althesin
® und Saffan
® einen Abfall des systemischen arteriellen Blutdruckes und eine Tachykardie aus. Diese wird von einem geringen Anstieg des Blutdruckes während der Aufwachphase gefolgt. Beide Wirkstoffe haben bei Katzen eine geringere negativ inotrope Wirkung auf das Myokard als Thiopental oder Propanidid (
Branson 2001a).
Ziege
Bei Ziegen steigt bei einer Dosierung von 0,11 ml/kg Althesin
® oder Saffan
® die Herzfrequenz um 23% und bei einer Dosierung von 0,22 ml/kg nur gering um 6% an. Zusätzlich erfolgt ein Anstieg des pulmonären Gefässwiderstandes. Das Herzauswurfvolumen steigt bei einer niedrigen Dosis Althesin
® oder Saffan
® nur gering an, und schon 1 Minute nach der intravenösen Applikation werden wieder normale Werte gemessen. Bei der höheren Dosierung von 0,22 ml/kg reduziert sich das Herzauswurfvolumen um ungefähr 20%; nach 4 - 5 Minuten normalisieren sich die die Werten wieder (
Branson 2001a).
ZNS
Die Wirkung von Althesin
® und Saffan
® auf die cerebrale Hämodynamik, den cerebralen Metabolismus und den intracranialen Druck ist ausgeprägt. Bei einer Bolusinjektion von Althesin
® oder Saffan
® kommt es zu einem Abfall des intrakranialen Druckes durch Reduktion des cerebralen Blutflusses und des Blutvolumes. Althesin
® und Saffan
® vermindern somit auch den cerebrospinalen Flüssigkeitsdruck (
Sear 1996a).