mdi-magnify Wirkstoff Suchen Tierarzneimittel Produkte & Futter


mdi-book-open-variant Impressum mdi-help Hilfe / Anleitung mdi-printer Webseite ausdrucken mdi-bookmark Bookmark der Webseite speichern mdi-magnify Suche & Index Wirkstoffe mdi-sitemap Sitemap CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-home Startseite CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-email Beratungsdienst: Email / Post / Telefon

Eigenschaften

Bromhexin gehört zu den Expektorantien. Unter dieser Bezeichnung werden Substanzen zusammengefasst, welche die Bronchialsekretion steigern, das Sekret verflüssigen und/oder den Transport des Sekretes stimulieren (Jurna 1987a). Bromhexin ist ein Bronchosekretolytikum zur oralen und parenteralen Anwendung bei Pferd, Rind, Schwein, Hund und Katze. Es bewirkt in den peribronchialen Drüsen eine Steigerung der serösen Sekretion, wodurch es zu einer vermehrten Bildung eines Bronchialschleims mit geringerer Viskosität kommt. Zur Verflüssigung des Sputums trägt auch noch eine Depolymerisierung von Schleimbestandteilen (mukolytische Wirkung) bei. Die gesteigerte Sekretionsleistung der Bronchialschleimhaut führt ferner zu einer vermehrten Ausscheidung von Immunglobulinen und anderen Plasmaproteinen, aber auch von Antibiotika in das Bronchialsekret (Ungemach 1999g). Bromhexin wirkt mukolytisch, antitussiv und bronchodilatatorisch (de Backer 1980a) und steigert die Surfactantbildung (Schmidt 1998a). Letzteres führt zu milderen klinischen Symptomen und morphologischen Veränderungen bei der Schocklunge oder beim ARDS (acute respiratory distress syndrome). Gemäss anderen Quellen ist Bromhexin jedoch nicht für eine gesteigerte Surfactantsekretion, sondern für verdickte Lamellen der Pneumozyten II verantwortlich, was zu einer erhöhten Phospholipidsynthese führt (Banna 1985a).
 

Wirkungsort

Becherzellen und submuköse Drüsen im Lungengewebe (Takeda 1983b).
 

Wirkungsmechanismus

Nach oraler Verabreichung erfolgt die sekretionsfördernde Wirkung von Bromhexin biphasisch. Die erste Phase resultiert durch einen vagalen Reflex, der vermutlich durch eine gastrale Irritation ausgelöst wird, und die zweite Phase kommt durch die direkte Wirkung an den submukösen Drüsen zustande. Bromhexin bewirkt die Sekretion von lysosomalen Enzyme ins Zytoplasma der sekretorischen Zellen. Dadurch kommt es zu einer Auflösung der sauren Glykoproteine was sich klinisch als Mukolyse äussert (Takeda 1984a).
 
Die sauren und die sulfatierten Glykoproteine in den Becherzellen und den submukösen Drüsenzellen werden vermindert, während die neutralen Glykoproteine erhöht werden, wobei letzterer Mechanismus dosisabhängig ist. Bromhexin stimuliert nur die Aktivität der submukösen Drüsen. BR-227 (ein Bromhexinderivat) dagegen erhöht die sekretorische Aktivität der Becherzellen und der submukösen Drüsen (Takeda 1983b). Auch die mukolytische Wirkung von BR-227 ist ausgeprägter als diejenige von Bromhexin (Takeda 1983c). Der Phospholipid-, Phosphatidylcholin-, zweifachgesättigter Phosphatidylcholin- und Phosphatidylglycerolgehalt steigt in der Lungenflüssigkeit an, während die Konzentration von ungesättigtem Phosphatidylcholin abnimmt. Auch die Protein und Saccharidkonzentrationen in der Flüssigkeit nehmen unter der Wirkung dieser Substanzen zu. Die Bromhexinderivate stimulieren die sekretorische Aktivität der Typ II Pneumozyten und erhöhen die Freisetzung und Synthese von Surfactant (Takeda 1983b).
 
Bei einer niedrigen Dosierung erhöht Bromhexin die Frequenz und Amplitude der ziliären Schläge. Dies wird durch die Lyse des Schleims und durch die erhöhte Schleimproduktion ausgelöst (Yanaura 1981a).
 

Weitere Effekte

Antiinflammatorisch und bakterizid

Bromhexin, in einer Dosierung von i.v. 4 und 8 mg/kg, verstärkt die Sekretion von Lysozym und IgA im Speichel und in den Tränen, was zu einer entzündungshemmenden und bakteriziden Wirkung führt (Misawa 1985a). Die Menge der Speichelproduktion bleibt bei einer Dosis von p.o. 20 und 40 mg/kg jedoch unverändert (Misawa 1985a).
 

Kombination mit Antibiotika

Bei gleichzeitiger Applikation mit Bromhexin werden die Antibiotika- und Sulfonamidspiegel im Bronchialsekret erhöht und zudem wird auch der erhöhte Gammaglobulinspiegel im Bronchialsekret als gesteigerte Infektionsabwehr bewertet (Eichler 1975a).
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.