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ACE-Hemmer
Die Kombination von ACE-Hemmern und Propofol kann eine Hypotension und Bradykardie auslösen (Naguib 1997a).
Atracurium
Atracurium kann mit Propofol eine anaphylaktoide Reaktion auslösen. Prophylaktisch sollte zwischen der Verabreichung beider Medikamente der Katheter mit physiologischer Kochsalzlösung gespült werden (Naguib 1997a).
Alfentanil
Alfentanil steigert die hämodynamischen Nebenwirkungen von Propofol (Vuyk 1997a).
Während einer Dauerinfusion mit Propofol in Gegenwart von Alfentanil ist die Blutkonzentration von Propofol um durchschnittlich 21% höher als ohne Alfentanil (Vuyk 1997a; Naguib 1997a). Initial sollte eine niedrigere Dosis Alfentanil verwendet werden, um eine allzu starke respiratorische Depression zu vermeiden (Naguib 1997a). Umgekehrt ist auch die Alfentanilkonzentration bei der Kombination mit Propofol höher wie ohne Propofol. In-vivo vermindert Propofol die Elimination von Alfentanil durch Hemmung der Aktivität des Cytochroms P450. Beide Wirkstoffe bewirken eine stärkere Sedation und Analgesie, wenn sie in Kombination verabreicht werden.
Aminophyllin
Aminophyllin vermindert die Wirksamkeit von Propofol, da sich beide Wirkstoffe gegenseitig antagonisieren (Naguib 1997a).
Azepromazin
Die Propofoldosis sollte bei einer Prämedikation mit Azepromazin um 25% reduziert werden (Short 1999a).
Werden beide Anästhetika in Kombination verabreicht, können diese negativ inotrop wirken und zu einer verstärkten Vasodilatiaton führen. Dies kann vor allem für Tiere mit bestehender kardiovaskulären Erkrankung, Schock oder Traumapatienten von klinischer Relevanz sein (Plumb 1999a).
Benzodiazepine
Benzodiazepine potenzieren die hypnotische Wirkung und die respiratorische Nebenwirkung von Propofol (Naguib 1997a).
Chloramphenicol
Chloramphenicol verlängert die Aufwachphase, indem es die Metabolisierung von Propofol durch Cytochrom P450 in der Leber vermindert (Glowaski 1999a). Dies kann bei Katzen von klinischer Bedeutung sein (Plumb 1999a).
Cimetidin
Cimetidin verlängert die Aufwachphase, indem es die Metabolisierung von Propofol durch Cytochrom P450 in der Leber vermindert. Dies kann bei Katzen von klinischer Bedeutung sein (Plumb 1999a).
Enalapril
Eine Kombination von Enalapril mit Propofol kann eine Hypotension und Bradykardie auslösen (Naguib 1997a).
Enfluran
Propofol kann kurze epileptische Anfälle auslösen. Deshalb sollten Kombinationen mit Wirkstoffen, die auch prokonvulsiv wirken können (z.B. Enfluran), vermieden werden (Naguib 1997a).
Adrenalin
Propofol sensibilisiert das Herz für Arrhythmien, ausgelöst durch exogenes Adrenalin (Naguib 1997a).
Halothan
Halothan reduziert den hepatischen Blutfluss bei Menschen und hat deshalb einen potentiellen Einfluss auf den Metabolismus und die Clearance von Propofol (Short 1999a).
Eine Kombination von Halothan mit Propofol führt zu einem erhöhtem Serumspiegel des Propofols; wahrscheinlich wird die Plasmaproteinbindungsfähigkeit vermindert (Naguib 1997a). Beim Hund hat die Anwendung von Propofol mit Halothan jedoch keinen pharmakokinetischen Effekt (Short 1999a).
Halothan verlängert die Aufwachphase, indem es die Metabolisierung von Propofol durch Cytochrom P450 in der Leber vermindert. Dies kann bei Katzen von klinischer Bedeutung sein (Plumb 1999a).
Medetomidin
Die Propofoldosis sollte bei Hunden nach einer Prämedikation mit Medetomidin um 75% reduziert werden, weil die hypnotische Wirkung von Propofol ansonsten zu stark sein könnte. Die Kinetik von Propofol bleibt bei einer Prämedikation mit Medetomidin ungefähr gleich (Short 1999a).
Monoamine Oxidase Hemmer (MAOI)
Die gleichzeitige Verabreichung von Monoamine Oxidase Hemmer und Propofol kann eine Hypotension und einen atemdepressiven Effekt auslösen (Naguib 1997a).
Morphin
Siehe Alfentanil
Opiate
Die Verwendung von Propofol mit einer präanästhetischen Verabreichung von Opiaten kann eine verstärkte Vasodilatation auslösen und negativ inotrop wirken. Dies kann vor allem für Tiere mit einer bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen, einem Schock oder bei Traumapatienten von klinischer Relevanz sein. Propofol-induzierte Bradykardien werden mit einer Opiatprämediktation verstärkt, insbesondere wenn vorher keine Anticholinergika verabreicht wurden (Plumb 1999a).
Über den Effekt von Fentanyl auf die Pharmakokinetik von Propofol wird kontrovers diskutiert. Einige Studien zeigen, dass Fentanyl die Clearance wie auch das scheinbare Verteilungsvolumen von Propofol reduziert. Fentanyl reduzierte bei menschlichen Probanden die Umverteilungsrate von Propofol; die Prämedikation mit Fentanyl reduzierte bei mehrmaliger Applikation die Clearance von Propofol um bis zu 32% (Short 1999a). Bei einmaliger Anwendung von Fentanyl wird jedoch der Metabolismus von Propofol nicht beeinflusst (Naguib 1997a; Short 1999a).
Fentanyl verlängert die Aufwachphase, indem es die Metabolisierung von Propofol durch Cytochrom P450 in der Leber vermindert. Dies kann bei Katzen von klinischer Bedeutung sein (Plumb 1999a).
Propranolol
Propofol verdrängt Propranolol von seinem Transportprotein, daraus resultiert ein Anstieg von Propranolol, sowohl betreffend dessen scheinbaren freien Verteilungsvolumen (Vergrösserung um 54%) als auch der Anzahl freier Propranolol-Metaboliten (Anstieg um 64%). Dies kann zu respiratorischer Depression, Hypotension und Bradykardie führen (Naguib 1997a).
Remifentanil
Wenn Propofol mit Remifentanil kombiniert wird, sollte die Propofoldosierung stärker als bei anderen Opioidkombinationen reduziert werden. Es wird empfohlen, mehr vom Opioid und weniger vom Propofol zu verabreichen, dies wegen der raschen Pharmakokinetik des Remifentanils (Vuyk 1997a).
Sufentanil
Siehe Alfentanil
Thiopental
Thiopental potenziert den hypnotischen Effekt und die respiratorische Depression von Propofol. Pharmokodynamisch wird dies durch synergistische Interaktionen erklärt (Naguib 1997a).
Telazol® (Tiletamin und Zolazepam)
Bei einer Prämedikation mit 6 mg/kg Telazol® (entspricht 3 mg/kg Tiletamin und 3 mg/kg Zolazepam) i.m. vor der Induktion mit 3 mg/kg Propofol i.v., wurde eine deutliche Depression der Atmung beobachtet. Dabei war der arterielle partielle Sauerstoffdruck vermindert und der arterielle Kohlendioxiddruck erhöht (Short 1999a).
Xylazin
Bei einer Prämedikation mit Xylazin vermindert sich die benötigte Dosis von Propofol um bis zu 50% (Short 1999a).