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Eigenschaften

Amiodaron wird zu den Antiarrhythmika der Klasse III eingeordnet (Plumb 1999a; Schütz 1998a; Sponer 1996a; Adams 1995b). Es blockiert aber nicht-kompetitiv auch Alpha- (Plumb 1999a) und Beta-Rezeptoren (Strickland 1998a; Plumb 1999a) durch Interferenz mit der intrazellulären Antwort auf eine Stimulation der Adrenozeptoren (Vaughan Williams 1992a) und besitzt weiterhin antiarrhythmische Eigenschaften aller vier Klassen (Schütz 1998a; Fox 1999b).
 

Antiarrhythmika der Klasse III

Antiarrhythmika der Klasse III besitzen eine spezifische Wirkung auf die Repolarisationsphase. Besonders in den Purkinjefasern (Sponer 1996a) wird die Dauer des Aktionspotentials und der Refraktärzeit verlängert (Sponer 1996a; Tilley 1997a; Sponer 2002a).
 

Wirkungsmechanismus

Antiarrhythmika der Klasse III verzögern den repolarisierenden K+-Ausstrom und verlängern das Aktionspotential (Schütz 1998a), die Repolarisationsphase (Sponer 1996a) und damit die absolute Refraktärzeit (Schütz 1998a) insbesondere in den Purkinjefasern (Sponer 1996a). Die Leitungsgeschwindigkeit wird kaum beeinflusst. So können Antiarrhythmika der Klasse III über eine deutliche Verlängerung der Refraktärstrecke kreisende Erregungen zum Erliegen bringen und bergen nicht die Gefahr, selbst kreisende Erregungen auszulösen (Schütz 1998a). Da durch die Verlängerung des Aktionspotentials bei unveränderter Frequenz die Zeitspanne verkürzt wird, in der eine Myokardzelle erregbar ist, wird die Wahrscheinlichkeit, dass eine abnorme Erregung auf eine erregbare Zelle trifft, verringert und somit die Gefahr einer heterotopen Automatie reduziert. Antiarrhythmika der Klasse III wirken schwach bei hohen, stark hingegen bei niedrigen Frequenzen ("reverse use-dependence") (Schütz 1998a; Strickland 1998a), möglicherweise mit der Ausnahme von Amiodaron (Strickland 1998a).
 

Negative Inotropie

Antiarrhythmika der Klasse III besitzen keine negativ inotrope Wirkung. Durch die Verlängerung des Aktionspotentials wird der Ca2+-Einstrom in die Zelle verstärkt (Schütz 1998a).
 

Arrhythmogene Wirkung

Durch die starke Verlängerung des Aktionspotentials besonders bei niedrigen Frequenzen wird die Entstehung früher Nachpotentiale und "Torsade de pointes"-Arrhythmien begünstigt (Schütz 1998a; Michalowski 1993a). Insgesamt ist die Gefahr proarrhythmischer Reaktionen geringer als bei Antiarrhythmika der Klasse I (Schütz 1998a).
 

Amiodaron

Die Hauptwirkungen von Amiodaron bestehen in der Verlängerung der Dauer des Aktionspotentials der myokardialen Zellen und der Refraktärzeit (Plumb 1999a). Das QT-Intervall (Schütz 1998a; Stark 1995a) und der QRS-Komplex werden verlängert (Stark 1995a), die Sinusfrequenz reduziert (Stark 1995a). Die AV-Überleitungszeit wird verlängert (Stark 1995a; Strickland 1998a; Tilley 1997a), ebenso wie die Überleitung in akzessorischen Leitungsbahnen.
 
Ausserdem besitzt Amiodaron Wirkungen auf die Repolarisation durch einen Antagonismus an Beta1-, Beta2- und Alpha1-Andrenorezeptoren und durch Wirkung an Na+-, Ca2+- und K+-Kanälen. Es führt zu einer Hemmung des Sinusknotens, einer verringerten abnormen Automatie und einer Abnahme von Kontraktilität (Klasse II-Wirkung), Herzminutenvolumen und arteriellem Blutdruck (Strickland 1998a).
 
An isolierten caninen Purkinjefasern wird die Amplitude des Aktionspotentials durch Amiodaron reduziert, die Dauer bleibt unbeeinflusst und die Entstehung zusätzlicher Erregungen wird verhindert (Takanaka 1990a).
 

Gefäßsystem

Amiodaron wirkt auch als koronarer (Windholz 1983a; Strickland 1998a) und peripherer Vasodilatator (Strickland 1998a).
 

Schilddrüse

Amiodaron besitzt eine strukturelle Ähnlichkeit mit Thyroxin. Bei Langzeittherapien können beim Menschen hyperthyreote und hypothyreote Zustände auftreten (Schütz 1998a), die kardialen Wirkungen sind jedoch nicht die Folge eines kardialen hypothyreoten Status (Bosch 1999a).
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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