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Eigenschaften

Tropicamid ist ein synthetisches Parasympatholytikum und wird ausschliesslich lokal am Auge zur Diagnostik oder Therapie von Augenerkrankungen eingesetzt (Löscher 2002a). In der Augendiagnostik ist es das am häufigsten eingesetzte Mydriatikum, da die Wirkungsdauer nur einige Stunden beträgt (Abrams 1995a).
 

Wirkungsort

Tropicamid ist ein nichtselektiver muskarinerger Antagonist (Vuori 1994a). Durch die Bindung an muskarinerge cholinerge Rezeptoren wird die Wirkung von Acetycholin blockiert (Brown 2001a). Tertiäre Amine wie Tropicamid können ins ZNS eindringen (Brown 2001a). Bei einer Verabreichung ins Auge ist die Wirkung nur lokal auf das Auge beschränkt (Brown 2001a) und führt zu einer Relaxation der cholinergisch innervierten Iris- und Ziliarmuskeln (McEvoy 1992a). Nach Applikation ins Auge werden maximal 8% der muskarinergen Rezeptoren im Plasma blockiert (Vuori 1994a).
 

Wirkungsmechanismus

Wie Atropin bewirkt die lokale Anwendung am Auge eine Dilatation der Pupillen (Mydriasis) und eine Akkomodationslähmung (Zykloplegie) (McEvoy 1992a). Die mydriatische Wirkung ist jedoch ausgeprägter als die zykoplegische Wirkung. Im Vergleich zu Atropin ist die zykloplegische Wirkung (schmerzlindernd bei Ziliarspasmus) weniger ausgeprägt (Plumb 2002a).
 

Auge

Anticholinergika paralysieren den Iris- und Ziliarmuskel (M. ciliaris und M. sphincter pupillae) durch Hemmung der Acetylcholinwirkung (Moore 2001b). Folge der Erschlaffung des M. sphincter pupillae ist eine Mydriasis (Vergrösserung der Pupille). Die Folgen der Erschlaffung des M. ciliaris sind Anspannung der Zonulafasern, Abflachung der Linse, Desakkommodation und Vertiefung der vorderen Augenkammer sowie durch Nachlassen des Zugs am Skleralsporn eine Verengung der Maschen des Trabekelwerks im Kammerwinkel und des Schlemm'schen Kanals und Behinderung des Abflusses des Kammerwassers (Starke 2005b). Beim Kaninchen bewirkt Tropicamid, nur an einem Auge verabreicht, ab einer Konzentration von 0,3% oder höher auch eine Dilatation der Pupille am unbehandelten Auge (Hammer 1991a; Huang 2002a).
 

Intraokulärer Druck (IOD)

Beim Menschen kann die Anwendung von kurzwirkenden Mydriatika eine Erhöhung des IOD bewirken. Das Risiko eines akuten Glaukomanfalls besteht. Es exisitieren jedoch Studien, die nach topischer Anwendung von Tropicamid einen verminderten oder unveränderten IOD nachgewiesen haben. Bei Katzen wurde nach topischer Anwendung von 0,5% Tropicamid ein signifikanter Anstieg des IOD gemessen. Mit steigendem Alter der Katzen war der Anstieg geringer (Stadtbaumer 2002a). Bei Hunden konnte nach topischer Anwendung von 1% Tropicamid (Hacker 1988a) oder 0,5% Tropicamid (Wallin-Hakanson 2001a) keine signifikante Veränderung des IOD gemessen werden.
 

Tränenproduktion und Schirmer Tränentest

Bei Katzen bewirkt ein Tropfen von 1% Tropicamid, nur an einem Auge appliziert, nach einer Stunde eine signifikante Reduktion der Tränenproduktion in beiden Augen. Nach 4 Stunden sind wieder Normalwerte vorhanden. Die Tränenproduktion wurde anhand des Schirmer Tränentests gemessen. Bei Hunden konnte in der gleichen Studie keine siginifikante Aenderung der Tränenproduktion gemessen werden (Margadant 2003a).
 

Blut-Kammerwasser-Schranke

Die topische Anwendung von 0,4% Tropicamid am Auge von Menschen vermindert die Permeabilität der Blut-Kammerwasser-Schranke (Mori 1992a).
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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