Metabolismus
Benzocain wird nach der Absorption zu para-Aminobenzoesäure (PABA) und Acetyl-PABA metabolisiert (
Khursheed 2001a).
In-vitro wurde keine Hydrolyse im Rattenvollblut beobachtet (
Ayres 1975a).
Haut
Benzocain wird auf haarloser Meerschweinchenhaut bei einer Dosis von 2 μg/cm
2 schnell absorbiert und durch die Acetyltransferase weitgehend (80%) metabolisiert. Wird die applizierte Dosis auf 40 oder 200 μg/cm
2 erhöht, so verringert sich die N-Acetylierung von Benzocain auf 44% respektive 34%, was auf eine Sättigung des Acetyltransferasesystems hinweist. Die Haut sorgt für einen signifikanten First-Pass-Effekt bei therapeutischen Dosen von perkutan absorbiertem Benzocain. Der Hauptmetabolit, Acetylbenzocain, ist biologisch aktiv (
Kraeling 1996a).
Para-Aminobenzoesäure (PABA) wird ebenso wie Benzocain während der Absorption in der Haut von Meerschweinchen zum grossen Teil N-acetyliert. Bei anderen Applikationsarten konnte der Metabolit N-Acetyl-Bezocain nicht nachgewiesen werden. In der Haut scheint die Acetylierungsreaktion und nicht die Esterhydrolyse zu überwiegen (
Nathan 1990a).
Wirkungseintritt
Fisch
Beim Fisch verursacht eine Immersion mit Benzocain (50 mg/l) eine Sedation innerhalb 30 Sekunden (
Oswald 1978a).
Wirkungsdauer
Die tiefe Wasserlöslichkeit bewirkt, dass Benzocain lange in einem Wundgebiet verbleibt und somit für eine Langzeitanalgesie sorgt (
Khursheed 2001a).
In einer Studie wurde die perkutane Wirksamkeit von Benzocain in Form eines bioadhäsiven Gels
in-vitro auf der Haut von Ratten getestet. Die Wirksamkeit eines Benzocaingels, der Diethylenglycol enthielt, war 4-mal höher als bei jenem ohne Diethylenglycolzusatz. Den längsten analgetischen Effekt zeigten 15%ige Benzocaingels, welche Diethylenglycol enthielten. Die Wirkungsdauer betrug 240 min; ohne Diethylenzusatz nur 180 min (
Shin 2003a).