Wirkungsort
Spironolacton wirkt im distalen Tubulus und im Sammelrohr (
Odlind 1984a), wo sich spezifische Bindungsstellen für Aldosteron befinden (
Farman 1982a).
Wirkungsmechanismus
Spironolacton ist ein Steroid-Analog von Aldosteron (
Dirks 1979a) und wirkt als kompetitiver Aldosteron-Antagonist (
Kokko 1984a;
Davies 1975b;
Corvol 1981a;
Crabtree 1984a); nur in der Anwesenheit von Aldosteron zeigt der Wirkstoff einen Effekt (
Gussin 1977a;
Dirks 1979a).
Aldosteron wirkt über direkte Rezeptoren auf den distalen Tubulus und die Sammelrohre und führt zu Natrium- und Wasserretention, sowie zu vermehrter Kaliumausscheidung (
Frey 1990a). Spironolacton besetzt nun die Aldosteron Rezeptoren in der Niere und verhindert die Bildung von aldosteronabhängigem Protein, das für die Elektrolytwirkung verantwortlich ist (
Frey 1990a;
Odlind 1984a). Dies führt zu einer Hemmung der Natriumrückresorption und zu einer Retention von Kalium (
Crabtree 1984a).
In-vitro wurde auch eine direkte Hemmung der Biosynthese von Aldosteron beobachtet, dies ist für die diuretische Wirkung aber wahrscheinlich ohne Bedeutung (
Corvol 1981a).
Spironolacton hat keinen Einfluss auf die glomeruläre Filtrationsrate oder den renalen Blutfluss (
Odlind 1984a).
Urinzusammensetzung
Spironolacton erzeugt eine milde Natriurese (
Dirks 1979a;
Crabtree 1984a;
Alexander 1982a), maximal 2% des Glomerulumfiltrates wird ausgeschieden (
Frey 1990a;
Crabtree 1984a).
Die Substanz führt im Gegensatz zu vielen anderen Diuretika (wie z.B. Schleifen- und Thiaziddiuretika), zu einer
verminderten Kaliumexkretion (
Crabtree 1984a;
Dirks 1979a).
Der Wirkstoff reduziert auch die Magnesiumexkretion, hat aber keine Wirkung auf die Kalziumexkretion (
Odlind 1984a).