Wirkungsmechanismus
Dopamin stimuliert die dopaminergen Rezeptoren, den postsynaptischen Typ 1 und den praesynaptischen Typ 2 (D
1 und D
2) in den peripheren Gefäßen (
Plumb 1999a).
Herz
Die positiv inotrope Wirkung von Dopamin beruht auf einer Erhöhung der intrazellulären Ca
2+-Konzentration (
Sponer 1996a). Durch eine rezeptorvermittelte Aktivierung der Adenylatcyklase wird die Bildung von cAMP gesteigert. Die erhöhte cAMP-Konzentration führt über eine Proteinkinase A zu einer Phosphorylierung spannungsabhängiger Ca
2+-Kanäle, die für eine Zunahme des langsamen Ca
2+-Einwärtsstroms während der Depolarisationsphase des Aktionspotentials verantwortlich sind. Die erhöhte Ca
2+-Konzentration ist Ursache der positiv inotropen Wirkung der beta-adrenergen Agonisten (
Schütz 1998a).
Gefäßsystem
Die pharmakologische Wirkung von Dopamin ist dosisabhängig. In niedrigen Dosen, 0,5 - 2 µg/kg/min (
Plumb 1999a), führt Dopamin besonders zu einer Dilatation der Arterien des Splanchnikusgebietes und der Niere (
Kelly 1996a). Außerdem werden die koronaren und cerebralen Gefäße erweitert (
Plumb 1999a).
In mittleren Dosen, 2 - 10 µg/kg/min, stimuliert Dopamin die Beta
1-Rezeptoren (
Plumb 1999a). In diesem Dosisbereich führt Dopamin zur Freisetzung von Noradrenalin aus den sympathischen Neuronen der Gefäße und damit zu einer vermehrten Beta-Stimulation am Herzen (
Kelly 1996a). Die positiv inotrope Wirkung führt zu einer verbesserten Organdurchblutung, somit auch zu einer erhöhten Nierendurchblutung und einer vermehrten Urinproduktion. Der systemische Gefäßwiderstand bleibt dabei im großen und ganzen unverändert (
Plumb 1999a).
In hohen Dosen, über 10 - 12 µg/kg/min (
Plumb 1999a), führt Dopamin durch Stimulation der alpha-adrenergen Rezeptoren zu einer peripheren Vasokonstriktion (
Kelly 1996a) und damit zu einem erhöhten Blutdruck (
Marks 1998a). Der periphere Widerstand nimmt zu, die periphere und renale Durchblutung nimmt ab (
Plumb 1999a). Außerdem steigt der linksventrikuläre Druck an (
Marks 1998a).
Niere
Dopamin besitzt auch direkte Wirkungen an den tubulären Epithelzellen der Niere und forciert die Ausscheidung von Natrium (
Kelly 1996a).
Kaliumplasmaspiegel
Eine Dopamin-Infusion führt zu einem initialen geringen Anstieg der Kalium-Plasmakonzentration, gefolgt von einem Abfall, der über die Dauer der Infusion anhält. Diese Wirkung bleibt von einer Blockade der Beta
1-oder Beta
2-Rezeptoren unbeeinflusst (
Smith 1989b).
Prolaktin
Dopamin hemmt die Freisetzung von Prolaktin (
Donnelly 1991a).