Information für Tierhaltende  
PACKUNGSBEILAGE  
Forceris ad us. vet., Injektionssuspension für Ferkel  
1.  
NAME UND ANSCHRIFT DES ZULASSUNGSINHABERS UND, WENN  
UNTERSCHIEDLICH, DES HERSTELLERS, DER FÜR DIE  
CHARGENFREIGABE VERANTWORTLICH IST  
Zulassungsinhaber: Biokema SA, Ch. de la Chatanérie 2, 1023 Crissier, Schweiz,  
Für die Chargenfreigabe verantwortlicher Hersteller: Ceva Santé Animale, 10 avenue de La  
Ballastière, 33500 Libourne, Frankreich.  
2.  
Forceris ad us. vet., Injektionssuspension für Ferkel.  
3. WIRKSTOFF(E) UND SONSTIGE BESTANDTEILE  
BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS  
Jeder ml enthält:  
Wirkstoffe:  
Toltrazuril  
30,0 mg  
Eisen(III)  
133,4 mg  
355,2 mg)  
(als Gleptoferron  
Sonstige Bestandteile:  
Phenol  
6,4 mg  
Dunkelbraune Suspension.  
4.  
ANWENDUNGSGEBIET(E)  
Zur gleichzeitigen Prävention von Eisenmangelanämie und von klinischen Symptomen wir  
Durchfall aufgrund von Kokzidiose. Zur Verringerung der Oozystenausscheidung bei Ferkeln  
in Betrieben, in denen in der Vergangenheit Kokzidiose, hervorgerufen durch Cystoisospora  
suis, nachgewiesen wurde.  
5.  
GEGENANZEIGEN  
Nicht anwenden bei Ferkeln mit Verdacht auf Vitamin-E- und/oder Selenmangel.  
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem  
der sonstigen Bestandteile. Das Tierarzneimittel am selben Tier nicht wiederholt anwenden.  
6.  
NEBENWIRKUNGEN  
In sehr seltenen Fällen wurden bei Ferkeln nach parenteraler Verabreichung von  
eisenhaltigen Injektionspräparaten Todesfälle gemeldet. Diese Todesfälle wurden mit  
genetischen Faktoren oder einem Vitamin-E- und/oder Selenmangel in Verbindung gebracht.  
Es wurden Todesfälle bei Ferkeln gemeldet, die auf eine erhöhte Infektionsanfälligkeit  
aufgrund einer vorübergehenden Blockade des retikuloendothelialen Systems zurückgeführt  
wurden.  
Es können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.  
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermassen definiert:  
- Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)  
- Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)  
- Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)  
- Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10.000 behandelten Tieren)  
- Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 behandelten Tieren, einschliesslich  
Einzelfallberichte).  
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt  
sind, beim behandelten Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel  
nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.  
7.  
Schweine (Ferkel, 24 bis 96 Stunden nach der Geburt).  
8. DOSIERUNG FÜR JEDE TIERART, ART UND DAUER DER ANWENDUNG  
ZIELTIERART(EN)  
Intramuskuläre Anwendung.  
Vor der Anwendung gut schütteln (20 Sekunden lang).  
Die empfohlene Dosis beträgt 45 mg Toltrazuril und 200 mg Eisen pro Ferkel (entsprechend  
1,5 ml Forceris-Suspension pro Ferkel) und sollte 24 bis 96 Stunden nach der Geburt als  
einmalige intramuskuläre Injektion am Ohrgrund verabreicht werden.  
Der Gummistopfen der 100 ml Durchstechflaschen kann bis zu 30 Mal durchstochen werden.  
Der Gummistopfen der 250 ml und 500 ml Durchstechflaschen kann bis zu 20 Mal  
durchstochen werden.  
Wenn mehr Injektionen erforderlich sind, wird die Verwendung von Mehrfachdosenspritzen  
empfohlen.  
9.  
HINWEISE FÜR DIE RICHTIGE ANWENDUNG  
Keine.  
10.  
WARTEZEIT(EN)  
Essbare Gewebe: 70 Tage.  
11.  
BESONDERE LAGERUNGSHINWEISE  
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.  
Für dieses Tierarzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.  
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Karton mit EXP angegebenen  
Verfalldatum nicht mehr anwenden.  
Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.  
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch des Behältnisses: 28 Tage.  
12.  
BESONDERE WARNHINWEISE  
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart: Wie bei allen Antiparasitika kann die häufige  
und wiederholte Anwendung von Antiprotozoika derselben Wirkstoffklasse zur Entwicklung  
von Resistenz führen.  
Es wird empfohlen das Tierarzneimittel allen Ferkeln eines Wurfs zu verabreichen.  
Wenn klinische Anzeichen einer Kokzidiose auftreten, ist es bereits zu einer Schädigung des  
Dünndarms gekommen. Daher sollte das Tierarzneimittel allen Tieren noch vor dem  
erwarteten Auftreten der klinischen Symptome, d. h. während der Präpatenzzeit, verabreicht  
werden.  
Hygienemaßnahmen können das Risiko einer Kokzidiose bei Schweinen verringern. Es wird  
daher empfohlen, begleitend zur Behandlung die hygienischen Verhältnisse in dem  
betroffenen Betrieb zu verbessern, insbesondere, indem für mehr Trockenheit und  
Sauberkeit gesorgt wird.  
Das Tierarzneimittel wird zur Behandlung von Ferkeln mit einem Körpergewicht von 0,9 bis 3  
kg empfohlen.  
Es wird empfohlen, alle Tiere, die sich einem Stall befinden, zu behandeln.  
Um den Verlauf einer klinischen Kokzidiose zu beeinflussen, kann bei einzelnen Tieren, die  
bereits Anzeichen von Diarrhoe zeigen, eine zusätzliche unterstützende Behandlung  
notwendig sein.  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren: Die empfohlene Dosis  
sollte angesichts der relativ geringen Sicherheitsspanne des Tierarzneimittels nicht  
überschritten werden. Das Tierarzneimittel darf nur einmal verabreicht werden.  
Die Anwendung des Tierarzneimittels bei Ferkeln mit einem Körpergewicht von weniger als  
0,9 kg wird nicht empfohlen.  
Dieses Tierarzneimittel darf nur in Betrieben, in denen Cystoisospora suis in der  
Vergangenheit bestätigt wurde, angewendet werden. Der behandelnde Tierarzt sollte die  
Ergebnisse von klinischen Untersuchungen und/oder von Untersuchungen von Kotproben  
und/oder von histologischen Befunden, die das Vorhandensein von C. suis in einer früheren  
Infektionsepisode im Betrieb bestätigt haben, berücksichtigen.  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender: Personen mit bekannter  
Überempfindlichkeit gegenüber Eisen (als Gleptoferron), Toltrazuril oder einem der sonstigen  
Bestandteile sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.  
Die Exposition gegenüber dem Tierarzneimittel kann Augenreizungen oder Nebenwirkungen  
an der Haut verursachen. Der Kontakt des Tierarzneimittels mit Haut und Augen ist zu  
vermeiden. Bei versehentlicher Exposition von Haut oder Augen, den betroffenen Bereich mit  
Wasser abwaschen.  
Eine versehentliche Selbstinjektion kann bei empfindlichen Menschen lokale Reaktionen wie  
Reizung und Granulome oder schwere anaphylaktische Reaktionen verursachen. Vorsichtig  
anwenden, um eine versehentliche Selbstinjektion zu vermeiden. Bei versehentlicher  
Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das  
Etikett vorzuzeigen.  
Dieses Tierarzneimittel kann das ungeborene Kind schädigen. Schwangere Frauen und  
Frauen, die beabsichtigen, schwanger zu werden, sollten den Kontakt mit dem  
Tierarzneimittel, insbesondere eine versehentliche Selbstinjektion, vermeiden.  
Nach der Anwendung Hände waschen.  
Trächtigkeit und Laktation: Nicht zutreffend  
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen: Keine bekannt  
Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel): In Verträglichkeitsstudien  
wurde nach jeglicher Überdosierung eine erhöhte Anfälligkeit für (systemische) bakterielle  
Erkrankungen, Arthritis und Abszessbildung beobachtet und ein dosisabhängiger Anstieg der  
Mortalitätsrate konnte nicht ausgeschlossen werden.  
Im Rahmen der Zieltierverträglichkeitsstudien wurde 14 Tage nach der einmaligen  
Verabreichung des 3-Fachen der empfohlenen Höchstdosis (im Mittel 261 mg  
Toltrazuril/Ferkel und 1156 mg Eisen/Ferkel) eine vorübergehende Verringerung der  
Erythrozytenzahl, des Hämatokrits und der Hämoglobinkonzentration ohne klinische  
Anzeichen beobachtet. Nach Verabreichung des 3-Fachen der empfohlenen Dosis (135 mg  
Toltrazuril/Ferkel und 600 mg Eisen/Ferkel) wurde nach 21 Tagen nur eine leichte  
vorübergehende Verringerung der Erythrozytenzahl beobachtet.  
Dosierungen über 150 mg Toltrazuril/kg/Tag bzw. 667 mg Eisen/kg/Tag, d.h. das 3-Fache  
der empfohlenen Höchstdosis, wurden in den Zieltierverträglichkeitsstudien nicht bewertet.  
Die Verträglichkeit des Tierarzneimittels nach wiederholter Verabreichung wurde nicht  
bewertet.  
Inkompatibilitäten: Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses  
Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.  
Umweltverträglichkeit: Der Metabolit von Toltrazuril, Toltrazurilsulfon (Ponazuril) ist sehr  
persistent (Halbwertszeit über 1 Jahr) und hat eine unerwünschte Wirkung auf Wachstum  
und Keimung von Pflanzen.  
Das wiederholte Ausbringen von Gülle bzw. Dung behandelter Tiere kann aufgrund des  
langsamen Abbaus von Ponazuril eine Anreicherung im Boden zur Folge haben und sich  
dadurch negativ auf das Wachstum von Pflanzen auswirken. Die Anreicherung und Mobilität  
im Boden führen zum Risiko, dass Ponazuril ins Grundwasser gelangt.  
Das Tierarzneimittel sollte daher nur nach sorgfältiger Bedarfsabklärung zur Anwendung  
kommen.  
13.  
BESONDERE VORSICHTSMASSNAHMEN FÜR DIE ENTSORUNG VON NICHT  
VERWENDETEM ARZNEIMITTEL ODER VON ABFALLMATERIALIEN,  
SOFERN ERFORDERLICH  
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.  
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen  
sind. Diese Massnahmen dienen dem Umweltschutz.  
14.  
GENEHMIGUNGSDATUM DER PACKUNGSBEILAGE  
03.09.2020  
Weitere Angaben zu diesem Tierarzneimittel finden Sie unter www.swissmedic.ch und  
15.  
WEITERE ANGABEN  
Packungsgrößen:  
Faltschachtel mit 1 Durchstechflache mit 100 ml.  
Faltschachtel mit 1 Durchstechflache mit 250 ml.  
Faltschachtel mit 1 Durchstechflache mit 500 ml.  
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrössen in Verkehr gebracht.  
Abgabekategorie B: Abgabe auf tierärztliche Verschreibung.  
Swissmedic 67‘712  
Falls weitere Informationen über das Tierarzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich  
bitte mit dem im 1. Abschnitt genannten Zulassungsinhaber in Verbindung.