Packungsbeilage Tierarzneimittel  
INFORMATION FÜR TIERHALTERINNEN UND TIERHALTER  
Fachinformation für Medizinalpersonen siehe www.tierarzneimittel.ch  
PACKUNGSBEILAGE  
Ubroseal® blue ad us. vet., intramammäre Suspension für Rinder  
1.  
NAME UND ANSCHRIFT DER ZULASSUNGSINHABERIN UND, WENN  
UNTERSCHIEDLICH, DER HERSTELLERIN, DIE FÜR DIE CHARGENFREIGABE  
VERANTWORTLICH IST  
Zulassungsinhaberin: Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Hochbergerstrasse 60 B, 4057 Basel  
Für die Chargenfreigabe verantwortliche Herstellerin: Univet Ltd Tullyvin, Cootehill Co. Cavan, Irland  
2.  
BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS  
Ubroseal® blue ad us. vet., intramammäre Suspension für Rinder  
3.  
WIRKSTOFF(E) UND SONSTIGE BESTANDTEILE  
1 Injektor zu 4 g enthält:  
Wirkstoff:  
Bismutnitrat  
2.6 g  
Sonstiger Bestandteil:  
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132)  
0.02 g  
Suspension zur Anwendung in den Zitzen des Euters (intramammäre Anwendung).  
Blaue Suspension.  
4.  
ANWENDUNGSGEBIET(E)  
Zur Vorbeugung und Verminderung von neuen Euterinfektionen während der Trockenstehzeit bei  
Kühen, die frei von einer bakteriellen Euterinfektion sind.  
Bei Kühen mit nachgewiesener Euterentzündung ohne deutlich wahrnehmbare Krankheitsanzeichen  
(subklinischer Mastitis) kann Ubroseal blue zur Verminderung von Euterinfekten unter Aufsicht des  
Tierarztes in Kombination mit einem Antibiotika-haltigen Euterschutz eingesetzt werden.  
5.  
GEGENANZEIGEN  
Nicht anwenden bei laktierenden Kühen.  
Nicht zur alleinigen Anwendung bei Kühen mit nachgewiesener Euterentzündung ohne deutlich  
wahrnehmbare Krankheitsanzeichen (subklinischer Mastitis, d.h. ++ / +++ positiver Schalmtest  
und/oder Erregernachweis bei bakteriologischer Milchuntersuchung) zum Zeitpunkt des  
Trockenstellens.  
Nicht anwenden bei Kühen mit einer Euterentzündung zum Zeitpunkt des Trockenstellens.  
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Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der  
sonstigen Bestandteile.  
6.  
NEBENWIRKUNGEN  
Keine bekannt.  
Beachten Sie die Handhabung unter Rubriken 9 «Hinweise für die richtige Anwendung» und  
12 «Besondere Warnhinweise für die Anwendung».  
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind,  
beim behandelten Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat,  
teilen Sie dies bitte Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt oder Ihrer Apothekerin / Ihrem Apotheker mit.  
7.  
Rinder (Milchkühe zum Zeitpunkt des Trockenstellens)  
8. DOSIERUNG FÜR JEDE TIERART, ART UND DAUER DER ANWENDUNG  
ZIELTIERART(EN)  
Nur zur Verabreichung in die Zitzen des Euters.  
Ubroseal blue alleine:  
Bei Kühen, die gemäss untenstehenden Beurteilungskriterien frei von nachgewiesener  
Euterentzündung ohne deutlich wahrnehmbare Krankheitsanzeichen(subklinischer Mastitis) sind,  
kann Ubroseal blue beim Trockenstellen allein angewendet werden.  
Die Auswahl der zu behandelnden Kühe muss aufgrund folgender Beurteilungskriterien  
vorgenommen werden:  
Tests zum Nachweis einer nachgewiesener Euterentzündung ohne deutlich wahrnehmbare  
Krankheitsanzeichen (subklinischen Mastitis, z.B. Schalmtest unter 200'000 Zellen/ml) und/oder eine  
bakteriologische Untersuchung der Milch sowie Krankheitsanzeichen und Verlauf der (bisherigen)  
Euterentzündungen und der Zellzahlverlauf der einzelnen Kuh in der zurückliegenden Laktation. (s.  
unter 5. Gegenanzeigen).  
Ubroseal blue in Kombination mit einem antibiotikahaltigen Euterschutz zur Therapie während  
der Trockenstellperiode:  
Bei Kühen mit nachgewiesener bakterieller Euterinfektion ohne deutlich wahrnehmbare  
Krankheitsanzeichen (subklinische Mastitis) kann das Tierarzneimittel nach Verabreichung eines  
geeigneten antibiotischen Euterschutzes in das infizierte Euterviertel eingebracht werden.  
Dabei wird zuerst der Antibiotika Euterschutz in jedes Viertel verabreicht (Dosierung / Anwendung  
des entsprechenden Präparates beachten). Anschliessend wird nach erneuter Desinfektion der  
Zitzenkuppen Ubroseal blue in jedes Euterviertel eingebracht. Nach dem Einbringen von Ubroseal  
blue die Zitzen oder das Euter nicht massieren!  
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9.  
HINWEISE FÜR DIE RICHTIGE ANWENDUNG  
Nur zur Verabreichung in die Zitzen des Euters.  
Intramammäre Verabreichung:  
Unter kalten Witterungsbedingungen kann das Tierarzneimittel in einer warmen Umgebung auf  
Raumtemperatur erwärmt werden, um das Instillieren zu erleichtern.  
Den Inhalt eines Injektors unmittelbar nach dem letzten Melken in der Laktation (beim Trockenstellen)  
und nach sorgfältiger Desinfektion der Zitze in jedes Euterviertel einbringen. Nach dem  
Einbringen des Tierarzneimittels die Zitzen oder das Euter nicht massieren.  
Um ein Infektionsrisiko nach der intramammären Verabreichung zu vermeiden, muss unbedingt  
darauf geachtet werden, dass keine Erreger über die Strichkanalöffnung eingebracht werden.  
Desinfektion  
Mit einem Alkoholtupfer  
Ein Tupfer pro Zitze  
Gründlich die Zitzenspitze desinfizieren  
Tupfercheck  
Alkoholtupfer nach Gebrauch ansehen.  
Ist dieser sauber?  
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Tupfercheck  
Verschmutzungen sind auf dem Tupfer erkennbar?  
Wiederholen Sie die Desinfektion  
Es ist unbedingt erforderlich, die Zitzenkuppen sorgfältig zu reinigen und mit einem mit  
medizinischem Alkohol/Spiritus imprägnierten Tuch zu desinfizieren. Die Zitzen sollten solange  
gereinigt werden, bis an den Tüchern keine Verunreinigungen mehr sichtbar sind. Vor dem  
Einbringen des Injektorinhalts sollten die Zitzen trocken sein. Die Injektorspitze nicht verunreinigen.  
Anwendung  
1. Klemmen Sie die Zitzen zwischen den Fingern am Übergang zum Euter ein, um ein  
Eindringen des Injektorinhalts ins Euter zu vermeiden.  
2. Unter keimfreien Bedingungen die Injektorspitze in die Strichkanalöffnung einführen und den  
Inhalt des Injektors in die Zitze spritzen.  
3. Nach dem Einbringen weder Zitze noch Euter massieren!  
4. Nach der Applikation dürfen keine weiteren Präparate ins Euter eingebracht werden.  
5. Nach der Behandlung ist es ratsam, die Zitzen mit Zitzendippmittel zu dippen oder  
einzusprühen.  
6. Die Kühe sollten sich nach dem Verabreichen des Produkts während 30 min nicht hinlegen  
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Reihenfolge der Desinfektion der  
Zitzenkuppen  
Reihenfolge der Applikation des  
Injektors  
Nach dem Abkalben:  
Die Melkanlage darf nicht zur Entfernung des Zitzenversieglers verwendet werden!  
Die neugeborenen Kälber dürfen erst saugen, wenn der Pfropf vorgängig wie nachfolgend  
beschrieben entfernt wurde. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Pfropf durch das Kalb nach  
oben ins Eutergewebe massiert wird.  
Folgende Schritte werden zur effektiven Entfernung des Zitzenversieglers und zur Minimierung von  
Rückständen in der Milch und in der Melkanlage empfohlen:  
1. Um den Zitzenversiegler herauszumelken soll jede Zitze an der Basis abgeklemmt werden und der  
Inhalt inklusive Zitzenversiegler mit einer Bewegung nach unten ausgepresst werden.  
2. Vor dem ersten MeIkvorgang soll jedes Viertel 10-12 Mal ausgepresst werden, um den  
Zitzenversiegler zu entfernen. Es ist solange von Hand auszumelken, bis keine sichtbaren  
Produktrückstände mehr in der Milch enthalten sind  
3. Vermeiden Sie, dass Rückstände von Zitzenversieglern in die Melkanlage gelangen.  
Während den ersten 8 Tagen nach dem Abkalben in separaten Melkkessel mit separatem Melkzeug  
melken.  
4. Nach den ersten Melkvorgängen Zitzengummi, Melkzeug, Filter und Reinigungsautomaten auf  
Rückstände prüfen. Bei sichtbaren Produktrückständen, Zitzengummis wechseln und die Anlage  
manuell reinigen.  
10.  
WARTEZEIT(EN)  
Essbare Gewebe: keine.  
Milch*: keine.  
* Entsprechend der Verordnung über die Hygiene bei der Milchproduktion (VHyMP) Art. 10 Abs. 1 Bst  
g ist das Inverkehrbringen von Milch in den ersten 8 Tagen p.p. (nach dem Abkalben) verboten.  
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Bei Anwendung in Kombination mit einem Antibiotika-Euterschutz ist die Wartezeit des Antibiotikums  
zu beachten.  
11.  
BESONDERE LAGERUNGSHINWEISE  
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.  
Nicht über 25°C lagern.  
Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Karton mit EXP angegebenen Verfalldatum nicht  
mehr anwenden.  
12.  
BESONDERE WARNHINWEISE  
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart: Keine.  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren:  
Vorsichtsmassnahmen vor der Verabreichung  
Es wird empfohlen, trockenstehende Kühe regelmässig auf Anzeichen einer Euterentzündung zu  
kontrollieren. Sollte sich in einem verschlossenen Euterviertel eine Euterentzündung entwickeln, so ist  
das betroffene Viertel von Hand auszumelken, bevor eine geeignete Behandlung eingeleitet wird. Um  
das Risiko einer Kontamination zu verringern, den Injektor nicht in Wasser eintauchen. Jeden Injektor  
nur einmal verwenden. Da das Tierarzneimittel keine Wirkung gegen bakterielle Infektionen besitzt, ist  
bei der Anwendung jede Verunreinigung der Zitzen Kontamination zu vermeiden. Nach der  
Verabreichung dieses Tierarzneimittels dürfen keine weiteren Tierarzneimittel zur Verabreichung in  
die Zitzen des Euters verabreicht werden.  
Vorsichtsmassnahmen nach dem Abkalben  
Es ist wichtig, die in der Rubrik 9. «Hinweise für die richtige Anwendung» (Absatz «Nach dem  
Abkalben») beschriebenen Schritte zur effektiven Entfernung des Zitzenversieglers und zur  
Minimierung von Rückständen in der Milch und in der Melkanlage zu befolgen. In gewissen  
Käsesorten können diese Rückstände schwarze Flecken verursachen.  
Nach dem Abkalben den Zitzenversiegler von Hand ausmelken (vgl. Rubrik 9. «Hinweise für die  
richtige Anwendung») und die ersten 8 Tage die Milch in separaten Melkkessel mit separatem  
Melkzeug melken (vgl. auch Rubrik 10. «Wartezeit(en)»).  
Ein Grossteil des Zitzenversieglers wird mit den ersten Milchstrahlen von Hand entfernt, jedoch  
können gelegentlich kleinere Mengen des Zitzenversieglers auch Tagespäter noch als Flecken im  
Filter erkennbar hängenbleiben. In der Milch kann das Produkt durch seine blaue Farbe und die  
veränderte Textur der Milch von entzündeten Euternunterschieden werden.  
Saubere Filter im Milchsystem können teilweise verhindern, dass Reste von Zitzenversieglern in die  
Leitungen gelangen.  
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Die Melkanlage auf Rückstände kontrollieren, insbesondere Zitzenbecher, Melkaggregat, Filter und  
Reinigungsapparat.  
Bei sichtbaren Rückstanden im Melksystem entsprechende Teile der Melkanlage wie Zitzengummis  
austauschen und das System manuell reinigen.  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwenderin / den Anwender:  
Vor und nach Gebrauch Hände waschen.  
Die mit dem Tierarzneimittel gelieferten Reinigungstücher enthalten Isopropylalkohol.  
Schutzhandschuhe tragen, wenn Hautreizungen durch Isopropylalkohol bekannt sind oder vermutet  
werden. Den Kontakt mit den Augen vermeiden, weil Isopropylalkohol Augenreizungen verursachen  
kann.  
Trächtigkeit:  
Kann während der Trächtigkeit angewendet werden.  
Laktation:  
Das Tierarzneimittel darf nicht während der Laktation angewendet werden. Bei versehentlicher  
Anwendung bei einer laktierenden Kuh kann vorübergehend eine geringgradige (bis 2-fache)  
Zellzahlerhöhung auftreten. Im Fall einer versehentlichen Anwendung den Verschlusspfropfen von  
Hand ausmelken. Zusätzliche Vorsichtsmassnahmen sind nicht notwendig. Angaben unter 12.  
«Besondere Warnhinweise» («Vorsichtsmassnahmen nach dem Abkalben») beachten.  
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:  
Nicht in Kombination mit anderen Präparaten zur Anwendung im Euter (ausser Antibiotika  
Euterschutz-zubereitungen) anwenden.  
Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel):  
Die doppelte empfohlene Dosis wurde an Kühe verabreicht und ohne Nebenwirkungen vertragen.  
Inkompatibilitäten: Keine bekannt.  
13.  
BESONDERE VORSICHTSMASSNAHMEN FÜR DIE ENTSORGUNG VON NICHT  
VERWENDETEM ARZNEIMITTEL ODER VON ABFALLMATERIALIEN, SOFERN  
ERFORDERLICH  
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Haushaltsabfall entsorgt werden.  
Fragen Sie Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt oder Ihre Apothekerin / Ihren Apotheker, wie nicht mehr  
benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind. Diese Massnahmen dienen dem Umweltschutz.  
14.  
GENEHMIGUNGSDATUM DER PACKUNGSBEILAGE  
03.08.2023  
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Weitere Angaben zu diesem Tierarzneimittel finden Sie unter www.swissmedic.ch und  
15.  
WEITERE ANGABEN  
Faltschachtel mit 20 Injektoren und 20 Desinfektionstüchern (mit Isopropylalkohol)  
Abgabekategorie B: Abgabe auf tierärztliche Verschreibung  
Swissmedic 67195  
Falls weitere Informationen über das Tierarzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich bitte mit der  
im 1. Abschnitt genannten Zulassungsinhaberin in Verbindung.  
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