Enrotron 10% ad us. vet., Injektionslösung
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Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Dr. E. Graeub AG

Antibiotikum (Gyrasehemmer) für Kälber, Rinder, Milchkühe und Schweine

ATCvet-Code: QJ01MA90

 

Zusammensetzung

Enrofloxacinum 100 mg
Conserv.: alcohol butylicus 30 mg; kalii hydroxidum, acidum hydrochloricum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Enrofloxacin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Enrofloxacin gehört zur chemischen Klasse der Fluorochinolone. Die Substanz besitzt eine bakterizide Wirkung, die über eine Bindung an die A-Untereinheit der bakteriellen DNA-Gyrase und die dadurch verursachte selektive Hemmung dieses Enzyms vermittelt wird. Die DNA-Gyrase gehört zu den Topoisomerasen, die bei Bakterien an der Replikation, Transkription und Rekombination der DNA beteiligt sind.
Fluorochinolone beeinflussen auch Bakterien in der Ruhephase aufgrund von Änderungen der Zellwandpermeabilität. Diese Mechanismen erklären, warum die Lebensfähigkeit der Bakterien bei Einwirkung von Enrofloxacin sehr schnell nachlässt. Bei Enrofloxacin liegen die inhibitorischen und die bakteriziden Konzentrationen dicht nebeneinander. Sie sind entweder identisch oder unterscheiden sich maximal um 1 - 2 Verdünnungsstufen. Enrofloxacin ist in niedrigen Konzentrationen gegen die meisten gramnegativen Keime, viele grampositive Keime sowie gegen Mycoplasmen antimikrobiell wirksam.
 

Pharmakokinetik

Nach s.c., i.v. und i.m. Verabreichung von Enrofloxacin werden bereits nach 1 - 2 Stunden maximale Wirkstoffspiegel in Plasma und Geweben erreicht. Enrofloxacin besitzt ein grosses Verteilungsvolumen. Die Konzentrationen in den Geweben und den Organen übertreffen zumeist die Plasmaspiegel deutlich. Nach vorschriftsgemässer Dosierung wird die minimale Hemmkonzentration relevanter Erreger im Plasma und in verschiedenen Zielgeweben während mehrerer Stunden überschritten. Organe, in denen hohe Konzentrationen erwartet werden können, sind beispielsweise Lunge, Leber, Niere, Harnblase, Prostata, Gebärmutter, Haut, Knochen und lymphatisches Gewebe.
 

Indikationen

Kalb: Primär bakteriell bedingte Erkrankungen des Respirations- und Digestionstraktes (Pasteurellose, Mykoplasmose, Colibazillose, Coliseptikämie, Salmonellose) sowie Sekundärerkrankungen nach Virusinfektionen, z.B. "Rindergrippe-Crowding-Komplex"
 
Rind und Milchkuh: Primär bakteriell bedingte Erkrankungen des Respirationstraktes (Pasteurellose, Mykoplasmose) sowie Sekundärerkrankungen nach Virusinfektionen, z.B. "Rindergrippe-Crowding-Komplex", akute Mastitis hervorgerufen durch E. coli
 
Schwein: Infektionen des Respirations- und Digestionstraktes (Pasteurellose, Mykoplasmose, Colidiarrhoe, Coliseptikämie, Salmonellose)
Ferner Erkrankungskomplexe wie Atrophische Rhinitis, Enzootische Pneumonie und MMA-Syndrom
 
Als Grunddosierung bei Kälbern, Rindern, Milchkühen und Schweinen gelten 2,5 mg/kg bzw.
2.5 ml Enrotron 10% pro 100 kg Körpergewicht.
 
Bei akuter Colimastitis, komplizierten Atemwegsinfektionen und bei Salmonellosen sollten 5,0 ml pro 100 kg KGW verabreicht werden.
 

Art und Dauer der Anwendung

Zur subkutanen und intravenösen Injektion bei Kälbern, Rindern und Milchkühen sowie zur intramuskulären Injektion bei Schweinen. Die Injektion soll beim Schwein in die vordere Nackenmuskulatur vorgenommen werden.
Bei Kälbern sollten pro Injektionsstelle nicht mehr als 5 ml, bei Rindern und Milchkühen nicht mehr als 10 ml, bei Läufern nicht mehr als 2,5 ml und bei Sauen nicht mehr als 5 ml zur Anwendung kommen.
Behandlung an 3, bei Mastitis an 2 und bei Salmonellosen an 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Behandlung des MMA-Syndroms der Sauen an 1 - 2 aufeinanderfolgenden Tagen.
Es wird empfohlen, die Behandlung bei Schweinen am ersten Tag mittels Injektion zu beginnen und sie an den Folgetagen durch orale Verabreichung fortzusetzen.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei Resistenz gegenüber Chinolonen, da gegenüber diesen eine nahezu vollständige, gegenüber anderen Fluorochinolonen eine komplette Kreuzresistenz besteht.
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei wiederholter Injektion (Rind s.c.; Schwein i.m.) ist jedes Mal eine neue Injektionsstelle zu wählen.
Enrotron ad us. vet., Injektionslösung soll nur nach vorheriger bakteriologischer Sicherung der Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger sowie bei Vorliegen von Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika angewendet werden. Der Einsatz von Enrotron ad us. vet., Injektionslösung, wie der aller Fluorochinolone, soll aus Gründen einer möglichen Resistenzentwicklung nicht bei geringfügigen Infektionen erfolgen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Es kann zu vorübergehenden lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle kommen.
In seltenen Fällen kann die i.v. Behandlung bei Rindern, vermutlich als Folge von Kreislaufstörungen, zum Auftreten von Schockreaktionen führen.
 

Kalb, Rind und Milchkuh:

Essbare Gewebe (i.v. und s.c.): 7 Tage
Milch:i.v. 3 Tage
s.c. 4 Tage
 

Schwein:

Essbare Gewebe: 7 Tage
 

Wechselwirkungen

Bei Kombination von Enrotron (Enrofloxacin) mit Makroliden oder Tetrazyklinen ist mit antagonistischen Effekten zu rechnen.
 

Sonstige Hinweise

Vor Licht geschützt in der Originalverpackung und nicht über 25°C aufbewahren. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP." bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage
 

Packungen

Flasche zu 100 ml

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 65'352

Informationsstand: 04/2015

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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