Fachinformation Tierarzneimittel  
1.  
BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS  
Rimadyl® 20 mg ad us. vet., Kautabletten für Hunde  
Rimadyl® 50 mg ad us. vet., Kautabletten für Hunde  
Rimadyl® 100 mg ad us. vet., Kautabletten für Hunde  
2.  
QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG  
1 Kautablette enthält:  
Wirkstoff:  
Rimadyl® Kautablette  
Carprofen (mg)  
Rimadyl® 20 mg ad us. vet., Kautabletten für Hunde  
Rimadyl® 50 mg ad us. vet., Kautabletten für Hunde  
Rimadyl® 100 mg ad us. vet., Kautabletten für Hunde  
20 mg  
50 mg  
100 mg  
Sonstige Bestandteile:  
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1.  
3.  
DARREICHUNGSFORM  
Kautablette.  
Hellbraune Tablette, die auf einer Seite mit "R" geprägt ist und auf der gegenüberliegenden Seite mit  
einer Bruchrille.  
4.  
KLINISCHE ANGABEN  
Zieltierart(en)  
4.1  
Hunde.  
4.2  
Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierart(en)  
Nichtsteroidaler Entzündungshemmer für den Hund.  
Die orale Anwendung von Carprofen ist hauptsächlich indiziert bei Osteoarthritis, rheumatoider  
Arthritis, Spondylitis und anderen akuten oder chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates.  
Zudem können Rimadyl® Kautabletten zur Verlängerung der postoperativen Analgesie eingesetzt  
werden.  
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4.3  
Gegenanzeigen  
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Carprofen oder anderen nicht-steroidalen  
Antiphlogistika oder einem der sonstigen Bestandteile.  
Nicht anwenden bei trächtigen oder säugenden Hündinnen.  
Nicht anwenden bei Hunden mit eingeschränkter Nieren-, Leber- oder Herzfunktion oder Hunden mit  
gastrointestinalen Ulcerationen oder Blutungen.  
Ebenso sollte die Anwendung bei dehydrierten oder hypovolämischen Hunden oder bei Tieren mit  
tiefem Blutdruck aufgrund erhöhten Risikos einer Nephrotoxizität vermieden werden.  
Nicht unmittelbar im Anschluss an eine Vorbehandlung mit anderen steroidalen oder nichtsteroidalen  
Antiphlogistika anwenden; keine Kombinationsbehandlung mit diesen Mitteln. Die Dauer einer  
Behandlungspause muss anhand der pharmakokinetischen Eigenschaften der vorher benutzten  
Produkte bestimmt werden.  
Die Verwendung von Rimadyl® Kautabletten bei Katzen ist kontraindiziert.  
4.4  
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart  
NSAIDs können im Zusammenhang von Entzündungen infolge bakterieller Infektionen die  
Phagozytose hemmen. Eine antimikrobielle Begleittherapie ist dann angezeigt.  
4.5  
Besondere Warnhinweise für die Anwendung  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung bei Tieren  
Wird Carprofen bei Hunden, die weniger als 6 Wochen alt sind, oder bei alten Hunden angewendet,  
müssen die Tiere sorgfältig überwacht werden. Die Dosis muss gegebenenfalls reduziert werden. Die  
angegebene Dosierung sollte nicht überschritten werden.  
Da die Tabletten den Hunden sehr gut schmecken, besteht die Gefahr, dass Hunde diese gezielt  
suchen und übermässig aufnehmen. Rimadyl® Kautabletten müssen darum ausserhalb der  
Reichweite der Tiere aufbewahrt werden. Bei Aufnahme von mehr als der empfohlenen Anzahl von  
Kautabletten, kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen. In diesem Fall sofort tierärztliche Hilfe  
in Anspruch nehmen.  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwenderin / den Anwender  
Nach dem Anfassen der Tabletten sofort die Hände gründlich waschen.  
Bei einer versehentlichen Einnahme ist unverzüglich eine Ärztin/ ein Arzt zu Rate zu ziehen und die  
Packungsbeilage vorzuzeigen.  
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4.6  
Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)  
In seltenen Fällen, insbesondere nach Überdosierung von Carprofen, können bei Hunden Ulzera im  
Magen-Darm-Trakt auftreten.  
Typische mit NSAIDs assoziierte Nebenwirkungen wie Erbrechen, weiche Fäzes/Diarrhoe, fäkales  
okkultes Blut, Nierenfunktionsstörungen (gesteigerter Durst, erhöhtes oder erniedrigtes Harnvolumen,  
erhöhte Nierenwerte), Appetitverlust und Lethargie wurden beobachtet. Diese Nebenwirkungen treten  
im Allgemeinen in der ersten Behandlungswoche auf. Sie sind meistens vorübergehender Art und  
verschwinden nach Beendigung der Behandlung. In sehr seltenen Fällen können sie jedoch sehr  
schwer oder sogar tödlich sein.  
Anstieg der Leberwerte. In sehr seltenen Fällen Leberschädigung und Leberfunktionsstörungen.  
Weiterhin können allergische Reaktionen auftreten.  
Beim Auftreten von Nebenwirkungen ist die Behandlung ggf. sofort abzubrechen.  
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermassen definiert:  
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 behandelten Tieren zeigen Nebenwirkungen)  
Häufig (mehr als 1 aber weniger als 10 von 100 behandelten Tieren)  
Gelegentlich (mehr als 1 aber weniger als 10 von 1000 behandelten Tieren)  
Selten (mehr als 1 aber weniger als 10 von 10000 behandelten Tieren)  
Sehr selten (weniger als 1 von 10000 behandelten Tieren, einschliesslich Einzelfallberichte).  
Falls Nebenwirkungen auftreten, insbesondere solche die in der Fachinformation Rubrik 4.6 nicht  
aufgeführt sind, melden Sie diese an vetvigilance@swissmedic.ch.  
4.7  
Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode  
Studien an Versuchstieren (Ratten und Kaninchen) ergaben Hinweise auf fetotoxische Wirkungen von  
Carprofen nahe der therapeutischen Dosis.  
Die Sicherheit des Tierarzneimittels während der Trächtigkeit und Laktation bei Hündinnen wurde  
nicht untersucht. Nicht bei trächtigen und laktierenden Hündinnen anwenden.  
4.8  
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen  
Nicht gleichzeitig mit Glukokortikoiden, anderen NSAIDs, potentiell nephrotoxischen oder stark  
proteingebundenen Medikamenten verabreichen.  
Bei Vorbehandlung mit steroidalen oder nichtsteroidalen Antiphlogistika sollte unbedingt eine  
behandlungsfreie Periode eingehalten werden, da es sonst zur Verstärkung eventueller  
Nebenwirkungen kommen kann (siehe auch Rubrik 4.3).  
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Die gleichzeitige Anwendung von Antikoagulantien sollte wegen der erhöhten Blutungsneigung  
unterbleiben.  
4.9  
Dosierung und Art der Anwendung  
4 mg Carprofen / kg Körpergewicht (KGW) einmal täglich oral:  
1 Kautablette zu 20 mg pro 5 kg KGW  
1 Kautablette zu 50 mg pro 12.5 kg KGW  
1 Kautablette zu 100 mg pro 25 kg KGW  
Tritt nach 14 Tagen keine Besserung ein, ist der Fall neu zu beurteilen. Rimadyl® Kautabletten  
werden von den meisten Hunden freiwillig aufgenommen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man  
versuchen, die Tabletten mit dem Futter vermischt oder zwangsweise zu verabreichen.  
Postoperativ kann die mit Rimadyl® Injektionslösung eingeleitete parenterale Behandlung zur  
Analgesie und Entzündungshemmung mit Rimadyl® Kautabletten fortgesetzt werden. Die Dosierung  
beträgt 4 mg/kg KGW pro Tag über 5 Tage.  
4.10  
Überdosierung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel), falls erforderlich  
Bei Überdosierung können die typischen Nebenwirkungen der nichtsteroidalen Antiphlogistika (siehe  
Rubrik 4.6) auftreten. In einem solchen Fall ist die Behandlung sofort abzubrechen und umgehend die  
Tierärztin/ der Tierarzt aufzusuchen.  
Es gibt kein spezifisches Antidot. Bei versehentlicher Überdosierung sollte deshalb eine  
symptomatische Behandlung eingeleitet werden.  
4.11  
Wartezeit(en)  
Nicht zutreffend.  
5.  
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN  
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidales Antiphlogistika, Propionsäurederivate.  
ATCvet-Code: QM01AE91  
5.1  
Pharmakodynamische Eigenschaften  
.
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Carprofen ist ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer (NSAID) mit analgetischer und antipyretischer  
Wirkung. Carprofen hemmt die Cyclooxygenase. Die Hemmung ist beim Hund nach therapeutischer  
Dosierung von Carprofen jedoch minimal, so dass die Konzentration der Produkte der  
Cyclooxygenase (Prostaglandine und Thromboxane) und der Lipoxygenase (Leukotriene) praktisch  
unverändert bleibt. Dies ist eine mögliche Erklärung für die gute gastrointestinale und renale  
Verträglichkeit von Rimadyl. Der genaue Wirkungsmechanismus von Carprofen ist nicht bekannt.  
Beim Hund zeigte Carprofen nach wiederholter Verabreichung während 8 Wochen in einem  
Osteoarthritis-Modell keinen negativen Effekt auf den chronisch arthritischen Knorpel. In vitro Studien  
deuten darauf hin, dass therapeutische Konzentrationen von Carprofen die Proteoglykansynthese in  
Chondrozyten, die von arthritischem caninem Knorpel isoliert wurden, steigern kann.  
5.2  
Angaben zur Pharmakokinetik  
Nach oraler Verabreichung wird Carprofen mit einer Bioverfügbarkeit von über 90 % rasch absorbiert.  
Die Auswirkungen der Fütterung auf die Resorption von Carprofen wurden nicht untersucht. Nach  
oraler Verabreichung der Kautablette in einer Dosis von 4 mg/kg wird eine maximale Konzentration  
von etwa 24 µg/ml erwartet, wobei das Maximum nach etwa 2 Stunden erreicht wird.  
Wie andere NSAIDs reichert sich Carprofen im akuten inflammatorischen Exsudat an und wird aus  
dieser Flüssigkeit langsamer ausgeschieden als aus dem Plasma. Carprofen ist stark an Proteine  
gebunden, hat ein geringes Verteilungsvolumen (Vd = 0.18 L/kg) und eine langsame systemische  
Clearance (CL = 3.8 ml/min). Die terminale Eliminationshalbwertszeit (T½) beträgt etwa 9.3 Stunden.  
Carprofen wird durch Konjugation mit Glucuroniden verstoffwechselt, gefolgt von Oxidation, wobei  
70 % mit den Faeces und 8-15 % mit dem Urin ausgeschieden werden.  
5.3  
Umweltverträglichkeit  
Keine Angaben.  
6.  
PHARMAZEUTISCHE ANGABEN  
Verzeichnis der sonstigen Bestandteile  
6.1  
Schweineleber-Pulver  
Protein-Hydrolysat (aus Pflanzen)  
Maisstärke  
Lactose-Monohydrat  
Sucrose  
Weizenkeime  
Calciumhydrogenphosphat wasserfrei  
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Glucose-Sirup  
Gelatine Typ A  
Magnesiumstearat  
6.2  
Wesentliche Inkompatibilitäten  
Nicht zutreffend.  
6.3  
Dauer der Haltbarkeit  
Haltbarkeit des Tierarzneimittels im unversehrten Behältnis: 36 Monate.  
Das Präparat nur bis zu dem mit „EXP“ bezeichnetem Datum verwenden.  
6.4  
Besondere Lagerungshinweise  
Unter 25° C, trocken und vor Licht geschützt lagern.  
Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.  
6.5  
Art und Beschaffenheit des Behältnisses  
Weisse HDPE-Dose mit kindersicherem Verschluss aus Polypropylen.  
Packungsgrössen:  
Je Dosisstärke 20 oder 100 Kautabletten.  
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrössen in Verkehr gebracht.  
6.6  
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung nicht verwendeter  
Tierarzneimittel oder bei der Anwendung entstehender Abfälle  
Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den  
geltenden Vorschriften zu entsorgen.  
7.  
ZULASSUNGSINHABERIN  
Zoetis Schweiz GmbH  
Rue de la Jeunesse 2  
2800 Delémont  
8.  
ZULASSUNGSNUMMER(N)  
Swissmedic 56229 002 20 mg, 20 Kautabletten  
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Swissmedic 56229 004 20 mg, 100 Kautabletten  
Swissmedic 56229 006 50 mg, 20 Kautabletten  
Swissmedic 56229 008 50 mg, 100 Kautabletten  
Swissmedic 56229 010 100 mg, 20 Kautabletten  
Swissmedic 56229 012 100 mg, 100 Kautabletten  
Abgabekategorie B: Abgabe auf tierärztliche Verschreibung  
9.  
DATUM DER ERTEILUNG DER ERSTZULASSUNG / ERNEUERUNG DER ZULASSUNG  
Datum der Erstzulassung: 05.03.2004  
Datum der letzten Erneuerung: 18.09.2023  
10.  
STAND DER INFORMATION  
18.12.2023  
VERBOT DES VERKAUFS, DER ABGABE UND / ODER DER ANWENDUNG  
Nicht zutreffend.  
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