Micotil® 300 ad us. vet.[L], Injektions­lösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Elanco Tiergesundheit AG

HINWEIS: momentan nicht lieferbar (Lieferengpass)!

Injektionslösung für nicht laktierende Rinder

ATCvet-Code: QJ01FA91

 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tilmicosin
1 ml enthält:
Tilmicosin 300 mg
Propylenglykol250 mg
in stabiler wässriger Lösung.
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Tilmicosin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Tilmicosin wird semisynthetisch hergestellt und gehört zur Gruppe der Makrolidantibiotika. Das antibakterielle Spektrum erfasst vorwiegend grampositive Keime, z.B. Staphylococcus aureus, Streptococcus agalactiae, Clostridium perfringens; Mykoplasmen, z.B. Mycoplasma dispar, Mycoplasma bovirhinis, Mycoplasma bovoculi, Acholeplasma laidlawii, aber auch bestimmte gram-negative Bakterien wie Mannheimia haemolytica und Pasteurella multocida, Haemophilus somnus, Fusobacterium necrophorum.
 

Pharmakokinetik

Nach einer einmaligen subkutanen Injektion von 10 mg Tilmicosin pro kg Körpergewicht werden beim Rind bereits nach einer Stunde maximale Blutserumspiegel erreicht. Bei der Verteilung der Wirksubstanz in verschiedenen Körpergeweben kommt der Anreicherung im Lungengewebe besondere Bedeutung zu, wo über einen Zeitraum von 72 Stunden Konzentrationen gemessen werden, die über 3,12 mg/l liegen. Die Ausscheidung von Tilmicosin erfolgt hauptsächlich über die Galle, zum geringeren Teil über die Niere.
 

Indikationen

Therapie der enzootischen Bronchopneumonie beim nicht laktierenden Rind.
 
Micotil nur subkutan verabreichen.
Einmalige Injektion von 10 mg Tilmicosin pro kg Körpergewicht, das entspricht 2 ml Micotil pro 60 kg. Nicht mehr als 10 ml pro Injektionsstelle injizieren.
 
Art der Anwendung: Ziehen Sie die benötigte Dosis aus der Ampulle auf und lösen Sie die Spritze von der Nadel. Wenn mehrere Tiere behandelt werden sollen, lassen Sie die Nadel als Entnahmenadel für weitere Dosen in der Ampulle. Machen Sie das Tier so fest, dass es sich nicht bewegen kann, und führen Sie eine neue Nadel subkutan in die Injektionsstelle ein. Es wird empfohlen, die Injektion in einer Hautfalte oberhalb des Brustkorbs hinter der Schulter vorzunehmen. Verbinden Sie die Spritze mit der Nadel und injizieren Sie das Arzneimittel in den unteren Teil der Hautfalte.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Micotil nicht intravenös injizieren. Nicht bei Schweinen und Pferden anwenden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Nicht für laktierende Kühe verwenden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
An der Injektionsstelle kann vorübergehend eine ödematöse Schwellung auftreten.
 
Essbares Gewebe: 28 Tage
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Nicht mit anderen Injektionslösungen mischen.
Von Kindern fernhalten!
Eine Sensibilisierung durch Hautkontakt ist möglich.
Nach Gebrauch Hände waschen!
Nur zur Anwendung durch Tierärzte!
 

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Nicht über 30°C und vor Licht geschützt aufbewahren. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 90 Tage.
 

Sicherheitshinweise für Anwender

NICHT ZUR ANWENDUNG BEI MENSCHEN. DIE VERSEHENTLICHE INJEKTION DIESES PRÄPARATES HAT BEIM MENSCHEN ZU TODESFÄLLEN GEFÜHRT. BEACHTEN SIE DIE ANWEISUNGEN ZUR VERABREICHUNG UND INSBESONDERE DIE FOLGENDEN HINWEISE
-Dieses Arzneimittel darf nur von einem Tierarzt verabreicht werden.
-Eine mit Micotil gefüllte Spritze darf nur ohne Nadel transportiert werden. Die Nadel darf nur beim Aufziehen der Spritze oder Verabreichen der Injektion mit der Spritze verbunden sein. Ansonsten sind Spritze und Nadel stets getrennt zu halten.
-Keine automatischen Injektionsgeräte verwenden.
-Es ist sicherzustellen, dass die Tiere, auch die in der näheren Umgebung, sicher festgebunden sind.
-Bei der Anwendung von Micotil sollten Sie nicht allein arbeiten.
-Im Falle einer Injektion beim Menschen SOFORT EINEN ARZT AUFSUCHEN und die Ampulle oder die Packungsbeilage mitnehmen. Die Injektionsstelle mit einer Kühlpackung kühlen (kein Eis direkt auf der Haut verwenden).
 
Weitere Sicherheitshinweise für Anwender:
-Augenkontakt vermeiden.
-Kann bei Hautkontakt Reizungen verursachen. Nach Gebrauch Hände waschen.
 
HINWEISE FÜR DEN ARZT
DIE INJEKTION DIESES ARZNEIMITTELS HAT BEIM MENSCHEN ZU TODESFÄLLEN GEFÜHRT.
Das kardiovaskuläre System ist der Angriffspunkt der Toxizität und diese Toxizität kann durch die Blockade der Calciumkanäle bedingt sein. Die Verabreichung von intravenösem Calciumchlorid sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn eine Exposition gegenüber Tilmicosin eindeutig bestätigt ist.
In Studien an Hunden verursachte Tilmicosin eine negative inotrope Wirkung mit resultierender Tachykardie sowie eine Senkung des arteriellen Blutdrucks und des arteriellen Pulsdrucks.
VERABREICHEN SIE KEIN ADRENALIN ODER BETAREZEPTORENBLOCKER WIE Z.B. PRO­PRANOLOL.
Bei Schweinen wird die durch Tilmicosin verursachte Letalität durch Adrenalin verstärkt.
Bei Hunden zeigte die Behandlung mit intravenösem Calciumchlorid eine positive Wirkung auf den linksventrikulären inotropen Zustand sowie eine leichte Besserung des Blutdrucks und der Tachykardie.
Präklinische Daten und ein einzelner klinischer Bericht legen nahe, dass eine Infusion von Cal­ciumchlorid helfen könnte, den durch Tilmicosin verursachten Veränderungen des Blutdrucks und der Herzfrequenz beim Menschen entgegenzuwirken.
Auch die Gabe von Dobutamin sollte wegen seiner positiven inotropen Wirkungen in Betracht gezogen werden, obwohl es keinen Einfluss auf die Tachykardie hat. Da Tilmicosin mehrere Tage im Gewebe verbleibt, sollte das kardiovaskuläre System engmaschig überwacht und eine unterstützende Behandlung eingeleitet werden.
Behandelnden Ärzten von Patienten, die diesem Wirkstoff ausgesetzt waren, wird empfohlen, die klinische Vorgehensweise mit der nationalen Giftinformationszentrale abzusprechen.
Telefon: 145 oder 044 - 251 51 51.
 

Weitere Informationen

Nach oraler oder parenteraler Verabreichung von Tilmicosin ist das Herz das Hauptzielorgan der Toxizität. Die wichtigsten kardialen Wirkungen sind erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und herabgesetzte Kontraktilität (negative Inotropie). Die kardiovaskuläre Toxizität ist möglicherweise auf eine Blockade von Calciumkanälen zurückzuführen.
Bei Hunden zeigte die CaCl2-Behandlung eine positive Wirkung auf den linksventrikulären inotropen Zustand nach Verabreichung von Tilmicosin sowie leichte Veränderungen des Blutdrucks und der Herzfrequenz.
Dobutamin kompensierte teilweise die durch Tilmicosin bei Hunden verursachten negativen inotropen Wirkungen.
Betablocker wie Propranolol verschlimmerten die negative Inotropie von Tilmicosin bei Hunden.
Bei Schweinen bewirkte die intramuskuläre Injektion von 10 mg Tilmicosin/kg eine verstärkte Atmung, Emesis und Krämpfe; 20 mg/kg führten bei 3 von 4 Schweinen zum Tod und 30 mg/kg führten bei allen 4 untersuchten Schweinen zum Tod. Die intravenöse Injektion von 4,5 bis 5,6 mg Tilmicosin/kg mit anschliessender 2- bis 6-maliger Injektion von 1 ml Adrenalin (1/1000) führte zum Tod aller 6 behandelten Schweine. Schweine, die 4,5 bis 5,6 mg Tilmicosin/kg intravenös ohne anschliessendes Adrenalin erhielten, überlebten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass intravenöses Adrenalin möglicherweise kontraindiziert ist.
 

Packungen

Flasche zu 50 ml

Abgabekategorie: A

 

Hersteller

Elanco Animal Health, Division of Eli Lilly and Company Ltd., UK

Swissmedic Nr. 52'143

Informationsstand: 03/2007

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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