Prosolvin® ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz

Virbac (Switzerland) AG

Luteolytikum für Rinder, Schafe, Pferde und Schweine

ATCvet-Code: QG02AD91

 

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält:
-Wirkstoff: Luprostiolum 7.5 mg
-Hilfsstoffe: Propylenglycolum, excip., Aqua ad iniectabilia ad 1.0 ml
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Luprostiol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Luprostiol ist das synthetische Analogon zum Prostaglandin F. Pharmakologisch hat Prosolvin® eine ähnliche Wirkung wie PGF, seine luteolytischen Eigenschaften sind jedoch ausgeprägter und die Wirkung auf glatte Muskelfasern reduziert. Prosolvin® kann bei allen Nutztieren angewendet werden. Prosolvin® führt umgehend zur Regression eines mindestens 5 Tage alten Corpus luteum. Anschliessend kommt es zu Follikel-Wachstum, Oestrus und Ovulation.
 

Pharmakokinetik

Nach intramuskulärer Injektion wird Luprostiol rasch von der Injektionsstelle resorbiert und erreicht die maximale Plasmakonzentration innerhalb 30 Minu­ten. Luprostiol wird nicht spezifisch in Organen und Geweben gespeichert, nur in Leber, Niere und Fett sind während der maximalen Plasmakonzentration nennenswerte Konzentrationen messbar. Luprostiol wird hauptsächlich durch β-Oxydation und anschliessender Sulfoxylation metabolisiert. Es wird rasch eliminiert, über 80% der verabreichten Dosis werden hauptsächlich über den Urin 24 Stunden nach Injektion ausgeschieden.
 

Indikationen

Kuh, Färse

Brunstsynchronisation, Einleitung der Brunst bei Suboestrie, Azyklie, Follikel-Lutein-Zysten, Corpusluteum-Zysten, Endometritis und Pyometra, Trächtigkeitsunterbrechung bei unerwünscht gedeckten Tieren innerhalb von 150 Tagen nach der Belegung, Austreibung mumifizierter Früchte, Geburtseinleitung.
 

Stute

Suboestrie/Anoestrie infolge persistierenden Gelbkörpers, Brunstinduktion nach übergangener Fohlenrosse (Laktationsanoestrie) und nach embryonalem Fruchttod, kleinzystische Veränderung der Ovarien, Trächtigkeitsunterbrechung innerhalb von 150 Tagen nach der Belegung, Geburtseinleitung.
 

Sau

Geburtseinleitung
 

Schaf

Brunstinduktion
 

Rind

Brunstsynchronisation
Kühe: 2 ml/Tier, Färsen: 1 ml/Tier i.m. (als einmalige Injektion)
1.Bei bekanntem Zyklusstand erhalten Kühe und Färsen zwischen Tag 5 und Tag 16 des Zyklus eine einmalige intramuskuläre Injektion. Besamung oder Belegung erfolgen entweder entsprechend dem Verlauf der nach der Injektion spontan auftretenden Brunst oder zeitlich fixiert 72 h und 96 h nach der Behandlung.
2.Bei unbekanntem Zyklusstand erhalten Kühe und Färsen zwei intramuskuläre Injektionen im Abstand von 10 bis 11 Tagen. Die Besamung bezw. Belegung erfolgt nach der 2. Behandlung wie unter 1. beschrieben
Trächtigkeitsabbruch (möglich bis 5 Monate nach der unerwünschten Belegung)
2 ml Prosolvin®/Tier i.m. Der Abort tritt 2 bis 7 Tage nach der Behandlung ein. In Sonderfällen, z.B. bei Zwillingsabort, muss die Behandlung wiederholt werden.
 

Stute

1 ml Prosolvin®/Tier i.m.
Soll eine Rosse ausgelöst werden, genügt eine einmalige Injektion. Für die Behandlung kleinzystischer Veränderungen der Ovarien kann, falls keine Rosse eintritt, die Behandlung wiederholt im Abstand von 3 Tagen erfolgen.
Um eine Geburt einzuleiten genügt eine einmalige Injektion. Für einen Trächtigkeitsabbruch kann die angegebene Dosis alle 12 Stunden mehrmals verabreicht werden.
 

Sau

1 ml Prosolvin®/Tier i.m. als einmalige Injektion ab dem 111. Tag der Trächtigkeit.
 

Aue

0.5 ml Prosolvin®/Tier i.m. als einmalige Injektion.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Trächtigkeit, falls nicht die Einleitung einer Geburt oder eines Aborts beabsichtigt ist.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Wie bei anderen Massnahmen zur Geburtseinleitung ist nach der Anwendung von Prosolvin® mit vermehrtem Auftreten von Retentionen zu rechnen.
Bei Stuten wird in wenigen Ausnahmefällen vorübergehendes Schwitzen, weicher Kot und Erhöhung der Atemfreqenz in Zusammenhang mit einer Abort- oder Geburtseinleitung beobachtet.
Wegen der lokalen ischämischen Wirkung von Prostaglandin-F2-alpha Analoga, kann das Einbringen von Keimen bei der Verabreichung des Produktes zur Entstehung einer anaeroben Infektion führen (Phlegmone, Nekrose an der Injektionsstelle) die gelegentlich ernsthaft sein kann. Bei ersten Anzeichen einer Infektion sollte eine hochdosierte antibiotische Therapie eingeleitet werden. Um bakterielle Infektionen zu vermeiden, sollten die Injektionen unter streng aseptischen Bedingungen erfolgen.
 
Essbare Gewebe: 24 h
Milch: 1. Gemelk nach Applikation verwerfen
 

Wechselwirkungen

Keine.
 

Sonstige Hinweise

Prosolvin® ist von Schwangeren fern zu halten.
Asthmatiker und Patienten mit anderen Erkrankungen der Atemwege sollen mit Prosolvin® nicht in Kontakt kommen. Bei eventueller Kontamination der Haut soll diese sofort mit Wasser und Seife gereinigt werden.
Vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren.
Nach der ersten Entnahme höchstens 28 Tage verwenden.
Medikament für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

Injektionslösung 10 ml

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 43'979

Informationsstand: 06/2013

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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