mdi-book-open-variant Impressum mdi-help Hilfe / Anleitung mdi-printer Webseite ausdrucken mdi-bookmark Bookmark der Webseite speichern mdi-magnify Suche & Index AntibioticScouts mdi-sitemap Sitemap CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-home Startseite CliniPharm/CliniTox-Webserver mdi-email Beratungsdienst: Email / Post / Telefon

Pseudotuberkulose

Krankheitsbild / Symptomatik / Risikofaktoren

Ursachen, Risikofaktoren und Schlüsselstellen

Die Pseudotuberkulose der Schafe und Ziegen ist eine weltweit verbreitete, chronisch-zehrende Infektionskrankheit. Betroffene Lymphknoten können abszedieren; reife Abszesse brechen auf und setzen bakterienhaltiger Eiter frei. Die Übertragung innerhalb eines Bestandes erfolgt vor allem durch direkten oder indirekten Kontakt mit diesem infektiösen Material. Weitere bedeutende Risikofaktoren sind der Zukauf infizierter Tiere, der Kontakt zu befallenen Beständen sowie die Verfütterung bzw. Vertränken bakteriell kontaminierter Milch. Bei Schafen kann die Ansteckung zusätzlich über Scherutensilien erfolgen, die zuvor in Betrieben mit Pseudotuberkulose verwendet wurden. Klinische Symptome treten in der Regel erst 2-6 Monate nach der Infektion auf. Die wirtschaftliche Bedeutung der Erkrankung liegt in der verminderten Leistungsfähigkeit sowie im reduzierten Handelswert betroffener Tiere. Zudem stellt die Pseudotuberkulose ein milchhygienisches Problem dar. Die Pseudotuberkulose der Schafe und Ziegen ist eine zu überwachende (TSV Art. 5 und Art. 291) und damit meldepflichtige Tierseuche. Sie handelt sich um eine Zoonose, die jedoch nur selten auf den Menschen übertragen wird.
 

Erreger

Der Krankheitserreger ist das fakultativ intrazelluläre, Gram-positive Bakterium Corynebacterium pseudotuberculosis. Es zeichnet sich durch eine hohe Tenazität aus und kann in der Umwelt über mehrere Monate überleben.
 

Symptome

Der Allgemeinzustand der Tiere ist häufig nur geringfügig beeinträchtigt. Bei klinisch manifesten Fällen sind die Lymphknoten vergrössert und können abszedieren. Charakteristisch ist eine nekrotisierende und verkäsende Lymphadenitis. Bei Ziegen sind vor allem die oberflächlichen Lymphknoten an Kopf, Hals, Schulter und Euter betroffen. Bei Schafen werden vergrösserten Lymphknoten unter dem Vlies häufig erst spät entdeckt - oftmals erst im Rahmen der Schur. Neben der äusseren Form tritt bei Schafen vermehrt auch die innere Form mit Befall der Organlymphknoten und inneren Organe auf, die häufig erst bei der Schlachtung diagnostiziert wird. Betroffene Tiere können progressive Atembeschwerden zeigen, insbesondere bei Vergrösserung der Lungen- und Mediastinal-Lymphknoten. Rezidivierende Tympanien können auftreten, wenn der Ösophagus durch raumfordernden Lymphknoten komprimiert wird.

 
Diagnose / Tests

Vor allem adulte Tiere erkranken, was nicht zuletzt auf die lange Inkubationszeit zurückzuführen ist. Bei Jungtieren unter 6 Monaten tritt die Erkrankung selten auf. Ein Verdacht ergibt sich insbesondere bei vergrösserten subkutanen Lymphknoten. Die definitive Bestätigung erfolgt durch den kulturellen Erregernachweis aus Abszessmaterial, beziehungsweise aus Organen im Rahmen von Schlachtung oder Sektion. Zur serologischen Diagnostik stehen kommerzielle Testsysteme zur Verfügung, diese jedoch primär nur für die Herdendiagnostik geeignet sind.

 
Therapieleitlinien

Die Pseudotuberkulose ist eine unheilbare Erkrankung. Infizierte Tiere bleiben lebenslang Träger des Erregers, und es können jederzeit neue Abszesse entstehen. Eine Einzelbehandlung ist daher nicht sinnvoll, da auch nach Abheilung aufgebrochener Abszesse kontinuierlich neue Läsionen auftreten können. Vom Einsatz von Antibiotika bei Pseudotuberkulose ist abzusehen.
Zum Schutz der gesunden Tiere im Bestand müssen Tiere mit Abszessen umgehend separiert oder geschlachtet werden. Die Beurteilung erfolgt gemäss den allgemeinen Kriterien nach VHyS, Anhang 7.
 

Prävention

Der Schutz nicht-infizierter Herden hat höchste Priorität: Kontakte zu nicht pseudotuberkulosefreien Tieren, beispielweise im Rahmen von Ausstellungen, Alpungen oder Transporten, sind konsequent zu vermeiden. Besonderes Augenmerk ist auf strikte Hygienemassnahmen beim Melken und Scheren zu legen. Tierzukäufe müssen sorgfältig abklärt werden, um ein Einschleppen des Erregers in den Bestand zu verhindern.
 

Weitere Informationen

 
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.