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Myiasis (Fliegenmadenbefall)

Wichtige Hinweise

Myiasis ist eine parasitäre Erkrankung durch Fliegenlarven. Die primäre Behandlung besteht in der vollständigen Entfernung der Maden und der lokalen Wundversorgung. Eine systemische antibiotische Therapie ist nur bei ausgeprägten sekundären bakteriellen Infektionen angezeigt.

 
Krankheitsbild / Symptomatik / Risikofaktoren

Ursachen, Risikofaktoren und Schlüsselstellen

Der Befall mit Fliegenmaden (Myiasis) stellt ein weit verbreitetes Problem dar. Insbesondere in warmen und feuchten Regionen tritt die Erkrankung häufig auf und kann einen erheblichen Anteil der Tiere einer Herde betreffen.
Begünstigend wirken grosse Fliegenpopulationen, ein langes und dichtes Vlies mit kotverschmutzten Arealen sowie feuchtwarmer Witterungsbedingungen.
 

Erreger

Als Erreger kommen zahlreiche Fliegenarten in Betracht, z.B. Gold- und Schmeissfliegen.
 

Symptome

Im fortgeschrittenen Stadium zeigen die betroffenen Tiere Fressunlust, sondern sich von der Herde ab und weisen häufig Juckreiz sowie gegebenenfalls Wollverlust auf.

 
Diagnose / Tests

Bei der klinischen Untersuchung nässender, übelriechender Hautareale im Vlies lassen sich auf und unter der Haut in der Regel massenhaft Fliegenmaden nachweisen.

 
Therapieleitlinien

Sind nur einzelne Tiere betroffen, werden die befallenen Stellen grosszügig ausgeschoren und die Haut gründlich mit einer Insektizid-Lösung gewaschen. Sämtliche Maden müssen vollständig entfernt werden. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann der Einsatz makrozyklischer Laktone angezeigt sein.
Abgesehen von bakteriellen Sekundärinfektionen ist eine antibiotische Therapie nicht indiziert.
Liegen solche Sekundärinfektionen vor, sollte das Antibiotikum möglichst auf Basis eines Antibiogramms ausgewählt werden.
Sind mehrere Tiere betroffen, empfiehlt sich zusätzlich zur lokalen Wundbehandlung die komplette Schur aller Tiere sowie eine anschliessende Bade- oder Sprühbehandlung mit Insektiziden, beispielsweise mit dem Wirkstoff Phoxim (Ektoparasitikum aus der Gruppe der Organophosphate).
 

Prävention

Zur Vorbeugung sollten nässende Wunden frühzeitig behandelt und kotverschmierte Körperstellen umgehend gereinigt werden. Der Schurzeitpunkt ist so zu wählen, dass die Tiere während der Phase höchsten Risikos ein möglichst kurzes Vlies aufweisen. Ergänzend werden Massnahmen zur Fliegenbekämpfung, wie der Einsatz mit Köderfallen im Stall sowie die Anwendung von Pyrethroiden zur Fliegenabwehr empfohlen.

 
© {{ new Date().getFullYear() }} - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie

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