Bei Jungrindern stehen v. a. während der ersten Weidesaison parasitäre Infestationen als Durchfallursache im Vordergrund, bei chronisch-rezidivierendem Durchfall v. a. die Kokzidiose, die auch zu einer akuten Durchfallsymptomatik mit hämorrhagischer Enteritis führen kann.
Bei Bestandesproblemen mit Kokzidiose kommt der Hygiene und dem Management eine grosse Bedeutung zu. Bei allen parasitären Infestationen spielt das Weidemanagement eine wichtige Rolle.
Bei Rindern stehen v. a. während der ersten Weidesaison parasitäre Infestationen mit Magen-Darmstrongyliden und Kokzidien als Durchfallursache im Vordergrund.
Von den bakteriellen Infektionen spielt nur die Salmonellose eine Rolle. Eine Salmonellose kann bei allen Alterskategorien auftreten (s. unter "Durchfall bei adulten Rindern").
Bei Kokzidiose Dehydratation, suppiger bis wässeriger Durchfall (bei akuter Kokzidiose u. U. mit Beimengungen von frischem Blut, Schleim und eventuell Schleimhautfetzen). Bei Befall mit Magendarm-Strongyliden stehen Abmagerung bzw. Kümmern und Anämie im Vordergrund (chronischer Verlauf).
Früher wurden bei Kokzidiose in erster Linie Sulfonamide eingesetzt. Diese wirken v. a. gegen die asexuellen Stadien der Eimerien. Heute werden prioritär Triazine (Toltrazuril und Diclazuril) eingesetzt. Aufgrund ihrer Wirkungsweise (Hemmung der Parasitenentwicklung) werden sie v. a. metaphylaktisch bzw. prophylaktisch eingesetzt. Nach dem Auftreten von klinischen Symptomen von akuter Kokzidiose ist die therapeutische Wirkung beider Wirkstoffklassen beschränkt, da die Darmwand zu diesem Zeitpunkt bereits stark geschädigt ist und die Genesung entsprechend Zeit in Anspruch nimmt.
Bei Infektionen mit Giardien ist eine Wirksamkeit von Fenbendazol nachgewiesen.
Bei schwerem Durchfall mit Dehydratation müssen, wie beim Kälberdurchfall, Unterstützungsmassnahmen wie Infusionen eingeleitet werden.
Resistenzen von Kokzidien gegen Sulfonamide sind nicht bekannt.
Bei Bestandesproblemen mit Kokzidiose eignen sich wie oben erwähnt v.a. Toltrazuril und Diclazuril für metaphylaktische Behandlungen. Auch bei der Kokzidiose kommt der Hygiene und dem Management eine grosse Bedeutung zu.
Die Korrektur der Dehydratation (mittels oralen Rehydratationslösungen und bei Bedarf mit Infusionen) sowie der metabolischen Azidose steht im Vordergrund.
Informationen zum Einsatz der Komplementärmedizin finden sich im «Supplement Komplementärmedizin»
Spezifische Informationen zum Einsatz von Arzneipflanzen finden sich in der CliniPharm CliniTox Sektion «Phytoarzneien / Arzneidrogen»
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