FASTest® GIARDIA Strip
Veterinärprodukte
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

In vitro Diagnostikum: Testkit zum qualitativen Nachweis von Giardia duodenalis-Antigenen im Kot von Hund und Katze

 

Inhalt

1 Testkit FASTest® GIARDIA Strip enthält:
-2 oder 10 Teststreifen, beschichtet mit monoklonalen Antikörpern
-2 oder 10 Probenröhrchen mit je 2,0 ml Pufferlösung
-1 Gebrauchsinformation
 

Eigenschaften

Der FASTest® GIARDIA Strip basiert auf einem immunochromatographischen "Sandwich-Prinzip". Die im Probenmaterial Kot enthaltenen intakten Giardia-Trophozoiten und/oder Zysten sowie deren Bruchstücke reagieren im Bereich des Konjugatkissens mit mobilen, an rote Latexpartikel gebundenen Antikörpern. Diese Ag-AK-Komplexe durchfliessen die Membran ("lateral flow", LF) und werden unter Ausbildung einer m.o.w. intensiv gefärbten roten TESTlinie (TL) an membranfixierte, monoklonale Anti-Giardia-Antikörper (mAbs) gebunden. Diese mAbs gewährleisten ein hohes Mass an Spezifität zum alleinigen Nachweis von Giardien. Die korrekte Testausführung wird durch die Ausbildung einer zweiten, intensiv blauen KONTROLLlinie (KL) angezeigt. Die Intensität der TL bzw. deren Breite hängt dabei von der Konzentration der Giardienantigene in der eingebrachten Probenmenge ab. Der FASTest® GIARDIA Strip ist nicht auf das Vorhandensein intakter Giardienzysten und/oder Trophozoiten angewiesen!
 

Anwendungsmöglichkeiten

Die Giardiasis, eine weltweit vorkommende parasitäre Durchfallerkrankung bei Heim-, Klein-, Gross- und Wildtieren sowie beim Menschen (Zoonose), wird durch Giardia duodenalis verursacht.
 
G. duodenalis kommt in verschiedenen Genotypvarianten (A bis G) vor, die sich in ihrer Infektiosität und ihrem Wirtsspektrum unterscheiden, wobei die Typen A und B zoonotisches Potential besitzen.
 
Überwiegend betroffen sind Neugeborene bzw. Jungtiere. Die Prävalenzen variieren bei Hunden und Katzen je nach Alter (>70% unter 1 Jahr), Haltungsform (10% bei Einzelhaltung, bis zu 100% in Zuchten und Tierheimen) und Immunstatus.
 
Die Übertragung (direkter Kontakt, über kontaminiertes Futter, Wasser, Gegenstände, Fellpflege sowie Vektoren wie Fliegen etc.) erfolgt fäkal-oral durch Aufnahme der von anderen Tieren/Menschen ausgeschiedenen hochinfektiösen und extrem umweltresistenten Zysten. Nur 5 - 10 Zysten reichen für eine Infektion.
 
G. duodenalis weist einen asexuellen Lebenszyklus auf. Im Dünndarm der infizierten Tiere schlüpfen aus den aufgenommenen Zysten jeweils zwei Wachstumsformen, sogenannte vegetative Trophozoiten (Exzystierung). Diese vermehren sich durch Zweiteilung und heften sich mittels Haftscheiben an die Darmepitheloberfläche. Freie Trophozoiten verwandeln sich v.a. im Ileum in ihre Dauerformen, die Zysten (Enzystierung). Diese werden in grossen Mengen (107/g Kot) und meist intermittierend, d. h. nicht mit jedem Kotabsatz, ausgeschieden. Die Präpatenz beträgt ⌀ 5 bis 16 Tage. Hauptsymptom der Giardiasis ist mehr oder weniger starker Durchfall, der sowohl symptomatisch (akut, chronisch, selbstlimitierend, periodisch-intermittierend oder kontinuierlich) als auch asymptomatisch verlaufen kann. Unabhängig von der Verlaufsform können Zysten und/oder Trophozoiten (v.a. bei starkem Durchfall) ausgeschieden werden.
 
Aus epidemiologischen Gründen sollten alle, sowohl klinisch symptomatische als auch klinisch asymptomatische Tiere, mittels FASTest® GIARDIA Strip getestet werden. Dies ermöglicht dem Tierarzt in der Praxis die Einleitung einer spezifischen Therapie sowie umfassender Prophylaxemassnahmen.
 

Anwendung / Gebrauch

Informationen zum Probenmaterial

Auf Grund der i.d.R. inhomogenen oder nesterartigen Verteilung von Antigenen in der Kotprobe vor Probenentnahme muss diese mit Hilfe eines Spatels oder Vortex-Mixers homogen verrührt werden.
 
Für den Test wird, je nach Konsistenz, die unter Punkt "Probenvorbereitung" vorgeschriebene Menge (unter Verwendung des beigefügten Löffels) an Kot benötigt!
 
Ungekühlt (15 - 25 °C) sollte der Kot innerhalb von 4 Stunden getestet werden! Bei 2 - 8 °C kann die Probe bis max. 4 Tage, dauerhaft bei mindestens −20 °C gelagert werden.
 
Beachten Sie, dass das Probenmaterial, ebenso wie alle verwendeten Testkitkomponenten, zum Zeitpunkt der Anwendung Raumtemperatur haben sollte.
 
Endogene und exogene Störsubstanzen einer Probe (z.B. Proteasen, Mucosabestandteile, Blut, aber auch Viskosität, pH-Wert sowie Gräser und Katzenstreu) können Störeffekte (Matrixeffekte) verursachen, die die Messung des Targets beeinflussen können. Diese können zu gestörtem LF und/oder unspezifischen Reaktionen auf der TL und KL führen.
 

Probenvorbereitung

a.Öffnen Sie das Probenröhrchen mit der darin bereits enthaltenen Pufferlösung.
b.Mischen Sie die Kotprobe mit Hilfe eines Spatels oder Vortex-Mixers homogen und rühren Sie die Probenmenge gleichmässig in die Pufferlösung ein. (Abb.1: breiig-fest: 1 bzw. breiig-wässrig 2 bis max. 3 gestrichene Löffelchen Kot).
c.Probenröhrchen gut verschliessen. Kotprobe durch leichtes, kreisförmiges Schwenken möglichst homogen mit der Pufferlösung vermischen (Abb.2).
d.Zur Sedimentation grober Kotpartikel das Probenröhrchen für 1 - 5 Minuten auf eine ebene und horizontale Fläche stellen.
 
Bild 355
 

Testdurchführung

1.Entnehmen Sie den Teststreifen erst kurz vor Gebrauch der Verpackung.
2.Stellen Sie den Teststreifen mind. 1 Minute senkrecht und in Pfeilrichtung in das Probenröhrchen. Der Flüssigkeitsspiegel darf die mit grünen Pfeilen bedruckte weisse Plas­tik­ab­deckung nicht übersteigen (Abb.3).
3.Entnehmen Sie den Teststreifen dem Probenröhrchen frühestens, wenn die Proben-Puffer-Mischung (PPM) die KL erreicht hat. Dies zeigt sich in der beginnenden Ausbildung der blauen KL (Abb.4). Bei fehlender Ausbildung der KL nach 5 - 10 Minuten muss eine neue PPM angesetzt und mind. 5 Minuten sedimentiert werden. Der Teststreifen ist dann nur in den Überstand zu halten, bis der LF die KL erreicht hat.
4.Legen Sie den Teststreifen auf eine ebene und horizontale Fläche (Abb.4).
 
Bild 359
 

Ablesen des Testergebnisses

Bild 357Das Testergebnis ist nach einer Inkubationszeit von 5 Minuten abzulesen. Positive Testresultate können je nach Antigenkonzentration schon früher auftreten.
 
POSITIVES TESTERGEBNIS (Abb.5)
Eine schwach bis stark intensiv rote TESTlinie und eine deutlich blaue KONTROLLlinie erscheinen.
 
NEGATIVES TESTERGEBNIS (Abb.6)
Nur eine deutlich blaue KONTROLLlinie erscheint. Diese Linie zeigt, unabhängig von ihrer Intensität, die korrekte Testdurchführung an.
 
UNGÜLTIGES TESTERGEBNIS
Nur eine schwach bis stark intensiv rote TESTlinie oder keine der beiden Linien erscheint. Der Test muss unter Verwendung eines neuen Teststreifens wiederholt werden.
Bild 360
 

Informationen zur Testauswertung

Die Interpretation des abgelesenen Testergebnisses sollte im Rahmen der Anamnese, Klinik, Therapie- und Prophylaxemöglichkeiten betrachtet werden.
Jegliche nicht beschriebenen Farb- und Konturabweichungen der TL und KL innerhalb der angegebenen Inkubationszeit bzw. nach mehr als 10 Minuten (z.B. gräuliche, schattenartige Linien) sind als unspezifische Reaktionen und somit als negatives Testergebnis zu werten.
Die TL kann sowohl in ihrer Intensität als auch in ihrer Breite variieren und ist daher im Falle eines Erscheinens innerhalb der angegebenen Inkubationszeit als positiv zu interpretieren.
Ein negatives Testergebnis schliesst eine persistierende Giardia duodenalis-Infektion nicht aus, da die Zysten und Trophozoiten intermittierend, d.h. nicht mit jedem Kotabsatz, ausgeschieden werden. Bei bestehender Durchfallsymptomatik und negativem Testergebnis sollte eine Testwiederholung nach ca. 1 Woche mittels einer Sammelkotprobe an drei aufeinanderfolgenden Tagen oder von drei aufeinander folgenden Kotproben durchgeführt werden, da erst ein mehrfach negativer Kotbefund einen Giardienbefall definitiv ausschliesst.
Medikamentell bedingt kann es nach Therapiebeginn zu einer kurzfristigen vermehrten Ausscheidung von Giardienzysten und v.a. von Trophozoiten sowie deren Bruchstücke kommen. Reinfektionen, bedingt durch die kurze Präpatenz von 5 - 16 Tagen, können ebenfalls eine Rolle dabei spielen. Der Therapieerfolg sollte sich daher in dieser Phase v.a. an der Klinik (Durchfallreduktion in Quantität und Qualität) orientieren.
Bei einem positiven Testergebnis ist der Kot dieser Tiere grundsätzlich als potentiell infektiös (ZOONOSE!) für den Menschen, speziell für Kinder, einzustufen.
 

Sonstige Hinweise

Vorsichtsmassnahmen

Beschriften Sie Probenmaterial und zugehöriges Probenröhrchen, damit die exakte Zuordnung gewährleistet ist.
Für jede Probe ein neues Probenröhrchen verwenden.
Die Pufferlösung enthält geringgradige Konzentrationen an toxischem Natriumazid als Konservierungsmittel. Hautkontakt und/oder Ingestion sind unbedingt zu vermeiden!
Das Probenmaterial muss als potentiell infektiös angesehen werden und ist mit den verwendeten Testkitkomponenten nach der Testdurchführung fachgemäss zu entsorgen.
 

Haltbarkeit und Lagerung

Lagerung 15 - 25°C
Verwendbar bis - siehe Etikett
 

Anwendung

Für den tierärztlichen Gebrauch
Keine Reagenzien verschiedener Testkits, Chargennummern oder mit abgelaufenem Verfallsdatum verwenden.
Gebrauchsinformation genau beachten
 

Haftung

Das gesamte Haftungsrisiko im Zusammenhang mit der Verwendung dieses Produktes liegt beim Käufer. Der Hersteller übernimmt keine Haftung für indirekte, spezielle oder daraus folgende Schäden jeglicher Art, die aus der Benutzung, Testdurchführung und −auswertung dieses Produktes resultieren.
 

Handelsformen

Kit zu 10 Tests

Verkaufsart: Verkauf nur an Tierärzte

 

Hersteller

MegaCor Diagnostik GmbH, A-6912 Hörbranz

Informationsstand: 01.08.2013

 
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