Dr. E. Graeub AGInjektionslösung für Hunde zur Behandlung nicht-infektiöser GelenkerkrankungenATCvet: QM01AX90 Zusammensetzung1ml Injektionslösung enthält:Natrii pentosani polysulfas 100 mg Dinatrii phosphas dodecahydricus Natrii dihydrogenophosphas dihydricus Conserv.: Alcohol benzylicus 0.01 ml Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)PentosanpolysulfatEigenschaften / WirkungenDas Präparat enthält Pentosanpolysulfat-Natrium (NaPPS), ein halbsynthetisches Polymer mit einer mittleren Molekularmasse von 4000 Dalton, das sich aufgrund negativer Ladungen an Proteine und Zellmembranen bindet.In klinischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass bei Hunden nach Einsatz von NaPPS eine Verbesserung der Lahmheit und Linderung der Schmerzsymptome erzielt wird, die mehr als einen Monat über das Therapieende hinaus anhält. Eine Wirkung beim Hund zeigt sich im Laufe der Behandlung nach der zweiten Injektion. Für NaPPS wurden in vivo und in vitro verschiedene Effekte gezeigt, die direkt oder indirekt mit der Wirkung des Präparates in Zusammenhang stehen dürften. In einem in vitro Osteoarthritismodel, bei dem NaPPS im Bereich therapeutischer Dosen eingesetzt wurde, verringerte sich die Konzentration der Metalloproteinasen im Knorpelgewebe von Hunden und die Konzentration von Hemmern der Metalloproteinase (TIMP) erhöhte sich, so dass Proteoglykane erhalten blieben und die Knorpelmatrix geschützt wurde. In Studien, bei denen in vitro und in vivo bei Labor-Versuchstieren hohe Dosen von NaPPS eingesetzt wurden, die über der zum therapeutischen Gebrauch vorgesehenen Dosis liegen, konnte eine Hemmung von Entzündungsmediatoren und die Stimulation der Hyaluronsynthese von Fibroblasten beobachtet werden. Bei Hunden mit Osteoarthritis führte die Verabreichung von NaPPS zu Fibrinolyse, Lipolyse und verminderter Thrombozytenaggregation. PharmakokinetikAbsorption: Bei Hunden wird die höchste Plasmakonzentration von 7.40 µg-eq NaPPS/ml rund 15 Minuten nach subkutaner Verabreichung erreicht.Verteilung: NaPPS bindet so an Plasmaproteine, dass ein komplexes Gleichgewicht zwischen gebundenem und freiem Wirkstoff resultiert. Der Wirkstoff NaPPS findet sich vor allem in der Leber und den Nieren sowie im retikuloendothelialen System, während nur geringe Konzentrationen im Muskel- und Bindegewebe auftreten. Untersuchungen bei Kaninchen zeigten während 4 - 5 Tagen nach der Verabreichung therapeutische Konzentrationen des Wirkstoffs im Knorpelgewebe von Gelenken. Das Verteilungsvolumen beim Hund beträgt 0.43 l. Biotransformation: Die Desulfatisierung von NaPPS erfolgt hauptsächlich in der Leber im hepato-retikulo-endothelialen System, die Depolymerisation kann auch in den Nieren erfolgen. Elimination: Das Präparat wird bei Hunden mit einer Halbwertszeit von 3 Stunden eliminiert; 48 Stunden nach der Injektion ist ca. 70 % der Dosis über den Urin vorwiegend unmetabolisiert ausgeschieden. IndikationenZur Behandlung von Lahmheiten und zur Linderung der Schmerzsymptome bei nicht-infektiösen degenerativen Gelenkserkrankungen (z.B. Osteoarthrose) bei Hunden mit ausgereiftem Skelett.Dosierung / Anwendung3 mg Pentosanpolysulfat-Natrium pro kg Körpergewicht (KGW), entsprechend 0,3 ml Anarthron Injektionslösung pro 10 kg KGW.Subkutane Injektion 4-mal im Abstand von jeweils 5 - 7 Tagen zwischen jeder Applikation. Anarthron soll unter aseptischen Bedingungen subkutan verabreicht werden. Die Verwendung von 1-ml Spritzen wird empfohlen, um die erforderliche genaue Dosierung zu ermöglichen. Hunde sollten vor der Verabreichung gewogen werden, um eine exakte Dosierung zu ermöglichen. In einem Zeitraum von 12 Monaten sollten nicht mehr als 3 Behandlungen mit maximal je 4 Injektionen erfolgen. AnwendungseinschränkungenKontraindikationen
VorsichtsmassnahmenBei der Verabreichung von Anarthron sollen die üblichen Vorsichtsmassnahmen bei Injektionen beachtet werden. Die intramuskuläre Injektion ist wegen der Gefahr von Hämatomen an der Injektionsstelle zu vermeiden.Die empfohlene Dosierung soll eingehalten werden. Ein Überschreiten der empfohlenen Dosierung kann zu Verstärkung von Steifheit und Unbehagen führen. Die mehrfach tägliche Verabreichung der fünffachen Dosis oder mehr bewirkte zusätzlich Fressunlust und Bewegungsunlust, die nach Absetzen des Arzneimittels wieder abklangen. Bei einer Überdosierung kann hepatozellulärer Schaden entstehen sowie assoziiert eine dosisabhängige Erhöhung der ALT (Alanin-Aminotransferase). Erhöhungen von aktivierter partieller Thromboplastinzeit (aPTT) und Thrombinzeit (TT) sind dosisabhängig. Bei wiederholtem Überdosieren mit mehr als der fünffachen Menge der empfohlenen Dosis können diese Effekte bei gesunden Hunden länger als 1 Woche nach der Verabreichung fortbestehen und sich u.a. als Blutungen im Magen-Darm-Trakt, in Körperhöhlen und Ekchymosen zeigen. Wiederholtes Überdosieren mit der zehnfachen Menge der empfohlenen Dosis kann zum Tod aufgrund von Hämorrhagien im Magen-Darm-Trakt führen. Bei einer Überdosis sollte der Hund stationär überwacht und vom Tierarzt mit der erforderlichen unterstützenden Therapie behandelt werden. Ein Antidot ist nicht bekannt. Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstattenNach der Anwendung von Pentosanpolysulfat-Natrium kann es zu Erbrechen, Durchfall, Lethargie und Anorexie kommen. Diese Anzeichen können aus einer Überempfindlichkeitsreaktion resultieren und benötigen unter Umständen eine angemessene Behandlung einschliesslich der Verabreichung von Antihistaminika.Die Verabreichung des Präparates in der empfohlenen Dosierung führt zu Erhöhungen in der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) und der Thrombinzeit (TT), die nach der Verabreichung bei gesunden Hunden bis zu 24 Stunden ahhalten können. Blutungsstörungen wie Nasenbluten, hämorrhagischer Durchfall und Hämatome wurden beobachtet. In sehr seltenen Fällen treten z.B. bei Tumoren oder Gefässabnormalitäten innere Blutungen aufgrund der fibrinolytischen Wirkung von NaPPS auf. Es wird empfohlen, das Tier auf Zeichen von Blutverlust zu überwachen und falls erforderlich entsprechend zu behandeln. Als lokale Reaktion wurde eine vorübergehende Schwellung nach Injektion beobachtet. WechselwirkungenNSAID und besonders Aspirin sollten nicht in Kombination mit Pentosanpolysulfat-Natrium benutzt werden, da sie die Thrombozytenadhäsion beeinträchtigen können und die Antikoagulansaktivität des Präparates potenzieren können.Kortikosteroide haben eine antagonistische Wirkung zu NaPPS. Bei gleichzeitigem Einsatz von entzündungshemmenden Arzneimitteln kann es verfrüht zu hoher körperlicher Aktivität des Patienten kommen. Dadurch wird möglicherweise die therapeutische Wirkung von Anarthron bei Arthrosen gestört. Nicht gleichzeitig mit steroidalen oder nicht-steroidalen Entzündungshemmern einschliesslich Aspirin und Phenylbutazon verwenden. Nicht gleichzeitig mit Heparin, Warfarin oder anderen Antikoagulantien venwenden. Sonstige HinweiseInkompatibilitätenAnarthron sollte nicht zusammen mit anderen Substanzen in der gleichen Spritze verabreicht werden.Vorsichtsmassnahmen für den AnwenderVersehentliche Spritzer in die Augen oder auf die Haut sofort mit Wasser abwaschen.Nach Gebrauch die Hände waschen. HaltbarkeitNur bis zu dem auf der Packung mit "Exp" angegebenen Datum verwenden.Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses: 3 Monate LagerhinweiseUnter 25° C lagern. Vor Licht geschützt und in der Originalverpackung lagern.Vor Kindern geschützt aufbewahren. PackungenGlasflasche mit Durchstechstopfen zu 10 mlInformationsstand: 12/2011 Dieser Text ist behördlich genehmigt.
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