Mastiplan LC ad us. vet., ölige Suspension
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Kombinationspräparat zur intramammären Applikation bei Kühen

ATCvet: QJ51RV01

 

Zusammensetzung

-Wirkstoffe: Cefapirinum (ut Cefapirinum natricum) 300 mg, Prednisolonum 20 mg
-Hilfsstoffe: Glyceroli monostearas 40 - 55, Calcii natrii aluminii silicas, Arachidis oleum raffinatum q.s. ad suspensionem pro vase 8 g
-galenische Form: Salbe
 
1 Reinigungstuch mit 2.4 ml Lösung enthält 70% Isopropylalkohol, 30% gereinigtes Wasser
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Cefapirin - Prednisolon
 

Eigenschaften / Wirkungen

Cefapirin ist ein Cephalosporin der ersten Generation, das die Zellwandsynthese der Bakterien hemmt. Es wirkt bakterizid in Abhängigkeit von der Zeit und zeichnet sich durch sein breites therapeutisches Spektrum aus.
Das Wirkungsspektrum umfasst in vitro die häufigsten grampositiven und gramnegativen Krankheitserreger einschliesslich Escherichia coli, Klebsiella spp., Arcanobacterium pyogenes, Staphylococcus aureus, koagulase-negative Staphylokokken, Streptococcus dysgalactiae, Streptococcus agalactiae und Streptococcus uberis.
Zwischen 1984 und 1999 wurden bei Bakterienstämmen, die in Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Ungarn, Italien und Spanien isoliert wurden sowie bei Bakterienstämmen, die im Jahr 2005 in Frankreich, Italien und Spanien isoliert wurden, die folgenden minimalen Hemmkonzentrationen (MIC) bestimmt:
 
Escherichia
coli
1984 − 19992005
Anzahl24059
MIC50 (µg/ml)88
MIC90 (µg/ml)1616
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
0.128 - 644 - 32
Staphylococcus
aureus
1984 - 19992005
Anzahl23113
MIC50 (µg/ml)0.1280.25
MIC90 (µg/ml)0.250.5
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
0.008 - 40.063 - 0.5
Koagulase-negative
Staphylokokken
1984 - 19992005
Anzahl6414
MIC50 (µg/ml)0.1280.125
MIC90 (µg/ml)0.250.5
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
0.032 - 0.50.063 - 0.25
Streptococcus
dysgalactiae
1984 - 19992005
Anzahl888
MIC50 (µg/ml)0.0320.125
MIC90 (µg/ml)0.250.125
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
<0.008 - 80.063 - 0.125
Streptococcus
agalactiae
1984 - 19992005
Anzahl4414
MIC50 (µg/ml)0.250.25
MIC90 (µg/ml)0.250.25
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
0.016 - 0.50.25 - 0.25
Streptococcus
uberis
1984 - 19992005
Anzahl14143
MIC50 (µg/ml)0.0320.125
MIC90 (µg/ml)0.250.5
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
<0.008 - 32<0.016 - 0.5
Arcano­bac­terium
pyogenes
1984 - 19992005
Anzahl140
MIC50 (µg/ml)0.25-
MIC90 (µg/ml)0.25-
Ober-/Untergrenze
(µg/ml)
0.128 - 0.25-
 
Über den Zeitraum 1984 - 2005 wurde bei Mastitis-Erregern keine signifikante Abnahme der Empfindlichkeit beobachtet. Staphylokokken, die in vitro eine Resistenz gegen Oxacillin zeigen und Träger eines mecA Gens sind (Methicillin-resistente Staphylokokken), sind gleichzeitig resistent gegen alle Cephalosporine inclusive Cephapirin.
Prednisolon wirkt antiinflammatorisch durch Hemmung der frühen und späten Entzündungsphase. Nach intramammärer Applikation reduziert es die Schwellung des infizierten Viertels und fördert die Normalisierung der Körpertemperatur der erkrankten Tiere.
Aus dem Einsatz von Mastiplan® LC bei trächtigen, laktierenden Rindern und bei Zuchttieren ergaben sich keine Hinweise auf Reproduktionstoxizität. Gezielte experimentelle Untersuchungen bei Labornagern und Kaninchen zeigten keine teratogenen, foetotoxischen oder maternotoxischen Effekte.
 

Pharmakokinetik

Nach intramammärer Verabreichung von Mastiplan® LC werden Cefapirin und Prednisolon hauptsächlich über die Milch ausgeschieden. Nach der ersten Verabreichung werden in den folgenden 4 Gemelken Konzentrationen von ca. 27 - 40 µg Cefapirin und von ca. 100.8 - 283.7 ng Prednisolon pro ml Milch erzielt. Die Absorption von Cefapirin und Prednisolon ins Blut erfolgt rasch und nur gering. Der absorbierte Anteil von Cefapirin und Prednisolon wird über den Urin ausgeschieden.
 

Indikationen

Zur Behandlung von klinischen Mastitiden bei laktierenden Milchkühen, hervorgerufen durch Cefapirin-empfindliche Stämme folgender Bakterien:
-Staphylokokken (Staphylococcus aureus und Koagulase-negative Staphylokokken)
-Streptokokken (Streptococcus agalactiae, Streptococcus dysgalactiae und Streptococcus uberis)
-coliforme (Escherichia coli, Klebsiella)
 
Der Inhalt eines Injektors wird alle 12 Stunden vorsichtig in die Zitze des infizierten Viertels injiziert, an 4 aufeinanderfolgenden Melkzeiten unmittelbar nach dem Ausmelken.
Das Euter ist vor der Applikation vollständig auszumelken. Nach gründlicher Reinigung Zitze und Zitzenöffnung mit dem beigelegten Reinigungstuch desinfizieren. Es ist darauf zu achten, dass die Injektorspitze nicht kontaminiert wird. Vordere Hälfte der Kappe abbrechen, um vorsichtig die Injektorspitze teilweise, ca. 5 mm, einzuführen oder gesamte Kappe entfernen, um Injektorspitze ganz einzuführen. Gesamten Inhalt eines Injektors in das Viertel injizieren. Das Produkt durch leichte Massage von Zitze und Euter verteilen.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine und andere β-Laktam-Antibiotika.
Das Reinigungstuch nicht bei Läsionen der Zitzenhaut verwenden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Injektor nur einmal verwenden.
Es soll eine bakteriologische Sicherung der Diagnose und eine Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger durchgeführt werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In seltenen Fällen fallen nach Ablauf der Absetzfrist in der Milch mikrobiologische Screening-Tests (z.B. Delvotest, BRT-Hemmstofftest) positiv aus, dies obwohl die gesetzlich verbindliche Höchstkonzentration (MRL-Wert) eingehalten ist.
Sehr selten können Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp auftreten.
 
Essbare Gewebe:3 Tage
Milch:5 Tage
 

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von bakteriostatischen Antibiotika kann zu antagonistischen Wirkungen führen.
Die gleichzeitige parenterale Verabreichung von Aminoglykosiden oder anderen nephrotoxischen Arzneimitteln wird nicht empfohlen.
 

Sonstige Hinweise

Penicilline und Cephalosporine können nach Injektion, Inhalation, oraler Aufnahme oder Hautkontakt zu Hypersensibilität führen. Penicillin-Überempfindlichkeit kann zu Kreuzreaktionen mit Cephalosporinen führen und umgekehrt. Gelegentlich können allergische Reaktionen auf diese Substanzen schwerwiegend sein. Bei bekannter Hypersensibilität jeglichen Kontakt mit diesem Produkt vermeiden. Sollten nach Produktkontakt Hautrötungen, Schwellungen im Gesicht und Atemprobleme auftreten, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.
Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C).
Medikament, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
 

Packungen

Schachtel mit 1 Beutel à 20 Injektoren und 20 Reinigungstüchern

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 58'437

Informationsstand: 03/2016

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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