Dolorex® ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Zentral wirkendes Analgetikum, synthetisches Opioid. Für Pferde, Hunde und Katzen

ATCvet: QN02AF01

 

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält
-Wirkstoff: Butorphanolum (ut Butorphanoli tartras) 10 mg
-Hilfsstoffe: Acidum citricum monoh., Natrii citras, Natrii chloridum, Conserv.: Benzethonii chloridum 0.1 mg; Aqua ad iniect. ad 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Butorphanol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Der Wirkstoff von Dolorex® ad us. vet. ist Butorphanol, ein synthetisches Opioid (Morphinan-Derivat), das zentral analgetisch wirkt. Es bindet als Agonist-Antagonist an Opiatrezeptoren im Zentralnervensystem. Dabei wirkt es als Agonist beim kappa-Rezeptor Subtyp und als Antagonist beim mu-Rezeptor Subtyp. Kappa-Rezeptoren sind verantwortlich für Analgesie und Sedation ohne De­pression der Herz- und Lungenfunktion und der Körpertemperatur. Mu-Rezeptoren kontrollieren die supraspinale Analgesie und die Sedation sowie die Depression der Herz-/Lungenfunktion und der Körpertemperatur. Die agonistische Komponente von Butorphanol ist zehnmal stärker als die antagonistische Komponente. In klinischen Studien mit Dolorex® konnte die effiziente und zuverlässige Analgesie bei viszeralen Schmerzen von Pferden und bei orthopaedischen sowie postoperativen, auch starken Schmerzen von Hunden und Katzen belegt werden. Bei Kombination von Dolorex® mit verschiedenen Klassen von Sedativa, Analgetica (a2-Adrenozeptor Agonisten) und Substanzen, die zur Prä-Medikation vor Narkosen eingesetzt werden, kann deren analgetische und/oder sedierende Wirkung verstärkt werden.
Butorphanol hat bei den Zieltierarten Pferd, Hund und Katze eine hohe therapeutische Breite, bis zu 5-fache Überdosierung wird gut toleriert. Butorphanol hat beim Hund auch eine starke antitussive Wirkung, wahrscheinlich durch direkte De­pression des Hustenzentrums in der Medulla oblongata.
 

Pharmakokinetik

Bei Pferden hat Butorphanol bei intravenöser Verabreichung einer Dosis zwischen 0.1 und 0.4 mg/kg ein lineares pharmakokinetisches Profil und eine hohe Clearance (zwischen 0.5 und 1.4 L/h.kg). Bei einer terminalen Halbwertszeit von unter 1 Stunde wird 99% der i.v. verabreichten Dosis durchschnittlich in weniger als 5 Stunden eliminiert.
Beim Hund hat Butorphanol nach intramuskulärer oder subkutaner Verabreichung eine hohe Clearance (ca. 5.5 L/h.kg) und eine kurze terminale Halbwertszeit (< 2 Stunden). 99% der i.m. oder s.c. verabreichten Dosis wird durchschnittlich in weniger als 10 Stunden eliminiert.
Butorphanol wird grösstenteils in der Leber metabolisiert und mit dem Urin ausgeschieden. Kumulative Effekte werden bei intakter Leberfunktion nicht beobachtet.
 

Indikationen

Zur Behandlung von moderaten bis starken Schmerzen, bei Pferden besonders durch Kolik bedingt. Bei Hunden und Katzen auch zur postoperativen Schmerzbekämpfung.
 

Dosierung / Anwendung   

Pferd:0.05 bis 0.1 mg/kg intravenös (entspricht 2.5 - 5 ml für 500 kg KGW)
Hund:0.1 bis 0.8 mg/kg intravenös, intramuskulär oder subkutan (entspricht 0.1 - 0.8 ml pro 10 kg KGW)
Katze:0.1 bis 0.2 mg/kg intravenös (entspricht 0.05 - 0.1 ml pro 5 kg KGW 0.1 bis 0.8 mg/kg intramuskulär oder subkutan (entspricht 0.05 - 0.4 ml pro 5 kg KGW)
 
Die Dosis soll je nach Schwere der Schmerzen angepasst werden.
Schneller Wirkungseintritt, aber kurze Wirkungsdauer. Die Applikation muss ev. wiederholt werden.
Um die Anwendung bei kleinen Hunden und Katzen zu erleichtern, kann die Injektionslösung mit isotoner Infusionslösung (z.B. Natriumchlorid 0.9%) verdünnt werden.
Butorphanol kann mit α2-Adrenozeptor Agonisten ((Dex)(Me)detomedin Xylazin, Romifidin), Ketamin oder einem Phenotiazin Tranquilizer kombiniert werden. Eine Anpassung der Dosis kann erforderlich sein.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Tieren mit Lebererkrankungen anwenden. Während der Trächtigkeit und Laktation nicht verwenden. Die Verträglichkeit während Trächtigkeit bzw. Laktation wurde nicht untersucht.
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei gleichzeitiger Verwendung von anderen zentral dämpfenden Substanzen ist eine Potenzierung der Butorphanol-Wirkung zu erwarten. Eine entsprechende Anpassung der Dosierung ist bei gleichzeitiger Anwendung solcher Substanzen erforderlich.
Bei Anzeichen von Überdosierung (Atemdepression) ist die Wirkung von Butorphanol durch Opioid-Antagonisten wie Naloxon reversibel.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Leichte, vorübergehende Ataxie und Sedation. Beim Pferd kann es nach Gabe von Butorphanol zu einer Verminderung der intestinalem Peristaltik mit reduziertem Kotabsatz kommen.
 

Absetzfristen   

Pferd: 1 Tag
 

Wechselwirkungen

Wegen physikalischer Inkompatibilität dürfen Barbiturate, Benzodiazepine und Phenotiazin Tranquilizer nicht in der Mischspritze mit Dolorex® verabreicht werden.
 

Sonstige Hinweise

Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender: Dolorex® Injektionslösung zeigt opioidartige Wirkung. Vorsichtsmassnahmen sollten getroffen werden um versehentliche Selbst- oder Injektion eines anderen Menschen zu verhindern. Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett dem Arzt zu zeigen.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme 28 Tage. Medikament, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren
 

Packungen

Flaschen à 10 ml und à 50 ml.

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 57'315

Informationsstand: 01/2005

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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