exspot® ad us. vet., Lösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Für Hunde; Insektizid zum Auftragen auf die Haut von Hunden

ATCvet: QP53AC04

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Permethrinum 715 mg
-Hilfsstoffe: excipiens ad solutionem pro 1 ml
-galenische Form: Lösung zum Auftragen auf die Haut beim Hund
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Permethrin
 

Eigenschaften / Wirkungen

exspot® Insektizid-Lösung enthält den Wirkstoff Permethrin, ein synthetisches Pyrethroid, das bei Insekten selektiv die Nervenübertragung unterbricht und für ektoparasitäre Arthropoden wie Flöhe und Zecken stark toxisch ist. Die Wirkung von Permethrin erfolgt über eine veränderte Durchlässigkeit der spannungsabhängigen Natrium-Kanäle in der Nervenmembran von Insekten. Dies führt bei direktem Kontakt mit Permethrin zu Hyperexcitation, Paralyse und schliesslich zum Tod der Insekten.
 
Die Behandlung mit Permethrin zeigt eine repellierende Wirkung ('anti-feeding effect' = die Blutmahlzeit verhindernde Wirkung) bei mindestens 80% der Schmetterlingsmücken (Phlebotomus perniciosus) für mindestens zwei Wochen nach der Anwendung. Dies kann Hunde teilweise vor einer Infektion mit Leishmanien schützen, die durch Schmetterlingsmücken übertragen werden.
 

Pharmakokinetik

Nach der Applikation verteilt sich der Wirkstoff, unabhängig von Grösse, Fellänge und Fellstruktur, innerhalb von 24 Stunden über das Fell und die Haut des Hundes. Resorbiertes Permethrin wird von Mensch und Hund rasch metabolisiert. Nach einmaliger Applikation von exspot® kann der Wirkstoff bis zu 4 Wochen nach der Behandlung auf der Haut und im Fell nachgewiesen werden. Resorption durch die Haut ist nur partiell und nicht von klinischer Relevanz. Resorbiertes Permethrin wird weitgehend von der Leber abgebaut und über den Urin und die Faeces ausgeschieden.
 

Indikationen

Für Hunde

Zur Bekämpfung (Repellenz/Prävention und Behandlung) von Flöhen (Ctenocephalides canis, Ctenocephalides felis) und zur Behandlung von Zecken (braune Hundezecke, Rhipicephalus sanguineus; Holzbock, Ixodes ricinus).
Zur Bekämpfung ('anti-feeding-effect' und Abtötung) von Schmetterlingsmücken (Phlebotomus perniciosus).
 
Eine einmalige Anwendung tötet Flöhe und Zecken ab und schützt vor Reinfestation von Flöhen und Zecken über einen Zeitraum von zwei Wochen bis vier Wochen.
Der 'anti-feeding-effect' und die insektizide Wirkung gegen Schmetterlingsmücken (Phlebotomus perniciosus) hält für mindestens 2 Wochen an.
 
Zur Beachtung: Das Anhaften einer einzelnen Zecke kann nicht ausgeschlossen werden.
 

Dosierung / Anwendung   

Zum direkten Auftragen auf die Haut
-Hunde von 2.5 kg bis 6.5 kg KGW: 0.5 ml (½ Ampulle)
-Hunde von 6.5 kg bis 15 kg KGW: 1 ml (1 Ampulle)
-Hunde von 15 kg bis 29 kg KGW: 2 ml (2 Ampullen)
-Hunde ab 30 kg KGW und darüber: 3 ml (3 Ampullen)
 
Menge
an
Produkt
ApplikationsortPermethrin
(mg/kg KGW)
Bild 339
Gewicht des Hundes 2.5 - 6.5 kg
0.5 ml0.5 ml (½ Ampulle) zwischen die Schulterblätter143 mg/kg KGW bis 55 mg/kg KGW bei Hunden von 2.5 bis 6.5 kg
Bild 340
Gewicht des Hundes 6.5 - 15 kg
1 ml1 ml (1 Ampulle) zwischen die Schulterblätter110 mg/kg KGW bis 48 mg/kg KGW bei Hunden von 6.5 - 15 kg
Bild 341
Gewicht des Hundes 15 - 29 kg
2 ml1 ml (1 Ampulle) zwischen die Schulter­blät­ter und 1 ml (1 Am­pul­le) im Schwanz­wur­zel­be­reich95 mg/kg KGW bis 49 mg/kg KGW bei Hunden von 15 bis 29 kg
Bild 342
Gewicht des Hundes > 30 kg
3 ml1 ml (1 Ampulle) zwischen die Schulterblätter, 1 ml (1 Ampulle) im Schwanzwurzelbereich und 1 ml (1 Ampulle) in der Mitte des RückensVon 72 mg/kg KGW bei Hunden mit 30 kg abnehmend mit zunehmendem Körpergewicht.
 
Das Fell auseinander teilen und die zu applizierende Menge direkt auf die Haut zwischen den Schulterblättern bzw. im Schwanzwurzelbereich auftragen.
 

Anwendungshinweise

Art der Anwendung

Nur zum Auftropfen auf die Haut.
Die Umverpackung öffnen und die Ampulle entnehmen.
 
Bild 3151. Schritt: Der Hund sollte für eine einfachere Handhabung stehen. Mit einer Hand die Ampulle aufrecht, aber nicht in Richtung des eigenen Gesichtes halten. Mit der anderen Hand die Spitze durch Hin- und Herbiegen abbrechen.
Bild 3162. Schritt: Das Fell auf dem Rücken des Hundes im Bereich zwischen den Schulterblättern scheiteln, bis die Haut sichtbar wird und die Pipettenspitze auf die Haut setzen. Die Ampulle kräftig ausdrücken, um den gesamten Inhalt der Ampulle auf die Haut aufzutragen.
Bei grösseren Hunden sollten 2 - 3 Ampullen nach Dosierungstabelle verwendet werden.
 
Hunde, die mehrfach heftigen Regenfällen ausgesetzt oder oft im Wasser waren, sollten erneut behandelt werden.
Die erneute Applikation des Produktes ist in diesen Fällen nach frühestens 7 Tagen möglich.
Mit exspot® behandelte Hunde sollten nicht mit fettlöslichen Shampoos gereinigt werden.
Um Reinfestation mit Flöhen und Zecken zu vermeiden, soll das Lager der Tiere und die direkte Umgebung mit geeigneten Mitteln behandelt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei Katzen anwenden!
Bild 317
Permethrin ist ausserordentlich toxisch für Katzen. exspot® darf auf keinen Fall, auch nicht in geringen Mengen, bei Katzen angewendet werden. Katzen können die in exspot® enthaltene Menge Permethrin in ihrem Stoffwechsel nicht verarbeiten. Um einen versehentlichen Kontakt mit exspot® zu verhindern, sind Katzen von behandelten Hunden fernzuhalten, bis die Applikationsstelle getrocknet ist. Es ist sicherzustellen, dass Katzen behandelte Hunde nicht an der Applikationsstelle ablecken. Lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen können die Folge sein, die mit Symptomen wie starken Muskelkrämpfen und Bewegungsstörungen einhergehen und zum Tod der Katze führen können. Als erste Massnahme sollte ein Abwaschen und Baden der Katze mit einem milden Reinigungsshampoo oder Geschirrspülmittel erfolgen. Der Patient sollte danach unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Überdosierung oder Vergiftung (Symptome, Notfallmassnahmen, Gegenmittel): Bei Vergiftungssymptomen (Speicheln, Tremor, Krampfanfälle) sind die Vitalfunktionen zu stabilisieren, z.B. durch Elektrolytinfusionen. Bei zentralnervösen Reaktionen kann der Einsatz von Atropin (gegen Speicheln) und Diazepam (bei Muskelkrämpfen und Zittern) oder Phenobarbital (bei wiederholt auftretenden Krampfanfällen) angezeigt sein. Eine Besserung tritt meist 24 - 36 Stunden nach der Behandlung ein.
 
Nicht bei unter 2 Wochen alten Welpen anwenden.
Nicht bei kranken oder rekonvaleszenten Tieren anwenden.
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder Trägerstoff.
Hunde mit Hautläsionen, besonders im Rückenbereich, sind von der Behandlung auszuschliessen.
 

Vorsichtsmassnahmen

Dieses Tierarzneimittel ist nur für den äusserlichen Gebrauch vorgesehen.
Es soll verhindert werden, dass sich das Tier an der Applikationsstelle ableckt.
Da Permethrin für Fische und Wasserlebewesen toxisch ist, dürfen behandelte Tiere für mindestens 24 Stunden nach der Anwendung nicht in Kontakt mit Oberflächengewässern kommen.
Falls notwendig kann die Behandlung nach frühestens 7 Tagen wiederholt werden.
 

Anwendung in der Trächtigkeit/Laktation

Teratogenitätsstudien an Labortieren zeigen, dass weder Permethrin noch der Trägerstoff teratogen sind. Untersuchungen mit Permethrin an trächtigen Hündinnen zeigten keine nachteiligen Auswirkungen weder auf die Welpen noch auf die Muttertiere. Mit der vorliegenden Formulierung wurden keine Untersuchungen bezüglich Anwendung in der Trächtigkeit oder Laktation durchgeführt. Die Sicherheit der Anwendung des Produktes bei trächtigen oder laktierenden Hunden wurde nicht untersucht.
Trächtige Hündinnen sollen einige Zeit vor dem Werfen behandelt werden, um die Exposition neugeborener Welpen gegenüber dem Produkt zu minimieren.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
In seltenen Fällen kann es an der Applikationsstelle zu lokalen Überempfindlichkeitsreaktionen wie Rötungen, Juckreiz, Haarausfall und Blasenbildung kommen. Häufige Symptome umfassen Appetitverlust, Erbrechen, Müdigkeit, Erregung, Zittern, Konvulsionen, paralytische Symptome und/oder Ataxie. Diese unerwünschten Wirkungen sind in der Regel vorübergehend und verschwinden innerhalb einiger Stunden nachdem der Hund mit Wasser und Shampoo gewaschen wurde. In gravierenderen Fällen ist der Tierarzt zu konsultieren.
 

Wechselwirkungen

exspot® soll nicht gleichzeitig mit anderen Insektiziden wie anderen Pyrethroiden, Organophosphatverbindungen oder Carbamaten angewendet werden.
 

Sonstige Hinweise

Kontakt mit Haut und Augen vermeiden. Hände nach der Anwendung waschen.
Falls exspot® versehentlich in die Augen gelangt ist, diese gründlich mit Wasser ausspülen.
Verschüttete Flüssigkeit sofort auswaschen.
Bei der Anwendung von exspot® nicht essen, trinken oder rauchen.
Für die Dauer von 3 - 6 Stunden nach Anwendung ist der Kontakt mit der behandelten Hautoberfläche zu vermeiden. Eine Behandlung der Tiere am Abend wird daher empfohlen. Kürzlich behandelte Hunde sollten nicht mit dem Besitzer in einem Bett schlafen, insbesondere nicht mit Kindern.
Personen, die das Produkt häufig anwenden, zum Beispiel in Hundezwingern, sollten Schutzhandschuhe aus Neopren oder Nitril mit einer minimalen Stärke von 3 mm verwenden.
Gefährlich für Fische, Wasserlebewesen und Bienen! exspot® darf nicht in der Nähe von Aquarien, Fischbecken u.ä. angewendet werden.
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Trocken und nicht über 25 °C aufbewahren. Vor Licht schützen. Nicht einfrieren.
Restmengen in angebrochenen Packungen entsorgen.
 

Packungen

6 × 1 ml
6 × 6 × 1 ml

Abgabekategorie: C

Swissmedic Nr. 51'793

Informationsstand: 07/2013

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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