Systamex® Intervall-Bolus forte ad us. vet.
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Anthelminthikum für Rinder

ATCvet: QP52AC02

 

Zusammensetzung

Ein Bolus mit 6 Ringtabletten enthält pro Ringtablette zu 1,62 g:
arzneilich wirksamer Bestandteil: 1250 mg Oxfendazol.
Sonstige Bestandteile: mikrokristalline Cellulose; Poly(o-carboxymethyl)-stärke, Natriumsalz; Poly(1-vinyl-2-pyrrolidon) (K30); Color: Indigocarmin E 132, Aluminiumsalz; Magnesiumstearat.
Kern/Endgewicht-Vorrichtung (Magnesium­legierung /Stahl), PVC-Abschluss (1x), Tablettensegmente (5x) und Dichtungen aus Silikongummi (6x).
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Oxfendazol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Oxfendazol ist wirksam gegen Magen-Darm- und Lungenwürmer (Larven und adulte Stadien) sowie gegen Bandwürmer. Die Wirksamkeit beruht auf einer Hemmung der Polymerisation des Tubulins zu Mikrotubuli. Dadurch werden wichtige strukturelle und funktionelle Eigenschaften der Helminthenzelle beeinträchtigt, und die Parasiten sterben ab.
Ein Bolus besteht aus 6 verschiedenen aufeinandergesteckten Plastikkammern, die einem Stab aus Magnesiumlegierung aufgesetzt sind. 6 Kammern enthalten je eine ringförmige Wurmtablette. Die erste Wurmtablette wird unmittelbar nach der Eingabe des Bolus freigesetzt. Durch Korrosion öffnet sich anschliessend etwa alle 23 Tage eine Kammer und setzt eine volle Dosis von 1250 mg Oxfendazol frei. Dieser Vorgang wiederholt sich 5 mal, bis der ganze Bolus aufgelöst ist. Im Magen verbleibt nur noch das zirka 25 mm grosse walzenförmige Endgewicht aus Stahl.
 

Wirkungsspektrum des Systamex® Intervall-Bolus forte

Bei Rindern zur Behandlung von Infektionen mit adulten und nicht inhibierten Stadien von:
Magen-Darm-Würmern: Ostertagia spp. (O. ostertagi, O. lyrata, O. leptospicularis), Haemonchus placei, Trichostrongylus spp. (T. axei, T. longispicularis), Cooperia spp. (C. oncophora, C. punctata, C. zurnabada, C. pectinata), Nematodirus spp. (N. helvetianus, N. battus), Bunostomum phlebotomum, Oesophagostomum radiatum, Chabertia ovina, Capillaria spp.
Lungenwurm: Dictyocaulus viviparus.
Bandwurm: Moniezia spp.
Gegen inhibierte Entwicklungsstadien von Ostertagia ostertagi und Cooperia spp. sowie gegen Moniezia benedeni besteht in der Regel eine Teilwirkung. Bandwürmer werden bei Tieren bis zu 275 kg KGW durch den Bolus abgetrieben.
 

Pharmakokinetik

Oxfendazol wird nach oraler oder intraruminaler Applikation zum Teil resorbiert (bei Wiederkäuern bis zu 50%). In der Leber, zum Teil bereits im Pansen, wird Oxfendazol zum wirksamen Thiometaboliten Fenbendazol reduziert, der in der Leber wieder zu Oxfendazol oxidiert werden kann. Die Halbwertszeit von Oxfendazol im Plasma beträgt nach oraler Applika­tion bei Rindern 22 Stunden. Oxfendazol und seine Metaboliten verteilen sich im Gesamtorganismus, wobei besonders hohe Konzentrationen in der Leber erreicht werden. Die Elimination von unverändertem und metabolisiertem Oxfendazol erfolgt vorwiegend (> 80%) über den Kot, zu einem geringen Teil auch über den Urin sowie zu < 1% über die Milch.
 

Indikationen

Zur Behandlung der Magen-Darm-Strongylidose, Dictyocaulose, Strongyloidose und Monieziose bei Rindern.
 

Dosierung / Anwendung   

Der Bolus ist nur für Jungrinder geeignet, die am Beginn der Weidesaison mindestens ca. 200 kg und höchstens ca. 400 kg wiegen. Jedes Tier einer Weidegruppe erhält einen Bolus. Der Bolus wird den Tieren mit einem Pilleneingeber verabreicht, wobei das Eingabegerät möglichst von vorn und nicht seitlich in die Maulhöhle bis zum Zungengrund eingeführt werden sollte. Eine kurze Zeit der Beobachtung, ob der Bolus gut abgeschluckt wurde, ist angezeigt. Die Behandlung ist einmalig, da durch die Konstruktion des Bolus in Abständen von jeweils ca. 23 Tagen 6 therapeuti­sche Dosen von Oxfendazol freigesetzt werden. Die erste Dosis wird einige Stunden, die letzte ca. 110 bis 130 Tage nach Applikation des Bolus freigesetzt, so dass behandelte Tiere bis zu 150 Tagen Weidegang deutlich verringert Wurmeier ausscheiden und die Weide mit Wurmlarven kontaminieren können.
Der optimale Behandlungszeitpunkt für alle Rinder ist direkt vor Beginn der Weidesaison. Unbehandelte Gruppen von Weidetieren können nachträglich, z.B. einige Tage vor Umtrieb auf eine eventuell kontaminierte Weide, behandelt werden. Tiere, die während der Weidesaison zu einer behandelten Gruppe kommen, sollen mindestens 24 Stunden vorher mit einem Bolus behandelt werden, um die Weidekontamination gering zu halten. Dadurch werden behandelte Tiere noch über die oben erwähnten ca. 150 Tage hinaus vor starkem Wurmbefall geschützt. Bei Wechsel auf kontaminierte Weiden oder einer verlängerten Weideperiode können nach Ende der Wirkungsdauer von Systamex® Intervall-Bolus forte weitere Wurmbehandlungen notwendig sein.
Jede freigesetzte Dosis Oxfendazol beseitigt bestehende Lungenwurminfektionen. Bei Aufnahme sehr grosser Mengen Larven können unter Umständen schon nach 10 bis 14 Tagen klinische Anzeichen eines Lungenwurmbefalls auftreten. In diesem Fall ist eine sofortige zusätzliche Behandlung mit Systamex® Suspension angezeigt.
Die Ausbildung einer Immunität gegen Magen-Darm- und Lungenwürmer bei Rindern hängt von einer ausreichenden Infektionsexposition ab. Bei einer Langzeitbehandlung kann eine erhöhte Anfälligkeit gegen eine Reinfektion infolge ungenügender Immunitätsentwicklung nicht ausgeschlossen werden. Ein erhöhtes Risiko besteht am Ende der ersten Weidesaison, insbesondere bei verlängertem Weidegang oder bei erneutem Weideaustrieb auf stark kontaminierten Weiden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht bei noch nicht wiederkäuenden Kälbern einsetzen.
Nicht bei Tieren einsetzen, die weniger als 200 kg wiegen.
Nicht bei trächtigen Tieren und nicht bei Tieren einsetzen, deren Milch für den menschlichen Konsum vorgesehen ist.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Keine bekannt.
 

Absetzfristen   

Essbares Gewebe: 6 Monate.
 

Wechselwirkungen

Tiere, die gegen Lungenwürmer geimpft werden (Schluckvakzine), dürfen den Systamex® Intervall-Bolus forte erst 5 Wochen nach der zweiten Vakzine-Dosis erhalten.
 

Sonstige Hinweise

Da mehrere Boli infolge der mechanischen Belas­tung zu lokalen Irritationen in der Haube oder im Pansen führen können, sollten während der gesamten Nutzungsdauer des Rindes nicht mehr als 2 Wirkstoffboli/Tier angewendet werden.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Auf jeder Packung ist das Verfalldatum angegeben; das Präparat soll nicht über dieses Datum hinaus verwendet werden.
Vor Frost und Licht schützen. Unter 25°C und trocken lagern.
 

Packungen

Packung zu 24 Boli

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 48'339

Informationsstand: 11/2009

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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