Panacur® Paste ad us. vet., mit Apfel-Zimt Geschmack
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Breitspektrum-Anthelminthikum für Pferde und andere Equiden

ATCvet: QP52AC13

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Fenbendazol 4.5 g
-Hilfsstoffe: Conserv.: E 216, E 218, Aromatica, Excip. ad pastam pro vase 24 g
-galenische Form: Paste für die orale Verabreichung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Fenbendazol
 

Eigenschaften / Wirkungen

Der grundlegende Mechanismus der anthelminthischen Wirkung von Fenbendazol ist eine Hemmung der Polymerisation von Tubulin zu Mikrotubuli. Dadurch werden wichtige strukturelle Eigenschaften der Helminthenzelle beeinträchtigt, wie die Ausbildung des Zytoskeletts, die Spindelbildung bei der Mitose sowie die Aufnahme und der intrazelluläre Transport von Nährstoffen und Stoffwechselsubstraten. Als Folge kommt es zu einer Erschöpfung der Energiereserven mit nachfolgendem Absterben des Parasiten und seiner Expulsion nach 2 - 3 Tagen.
Fenbendazol besitzt ebenfalls eine ovizide Wirkung, die nach ca. 8 Stunden eintritt. Der Wirkstoff ist hoch wirksam gegen adulte und immature Magen-Darm-Nematoden und Lungenwürmer, sowie gegen inhibierte und histotrope Larvenstadien.
Die Verabreichung von Panacur® Paste an Stuten kann in jedem Stadium der Trächtigkeit oder Lakta­tion erfolgen. Aufgrund der aktuellen Resistenzlage bei kleinen Strongyliden müssen Tierärzte und Besitzer den Erfolg der Behandlung bzw. die Resistenzlage überprüfen. Dies kann einmal jährlich durch eine quantitative Kotuntersuchung 7 - 10 Tage nach einer anthelminthischen Behandlung erfolgen.
 

Pharmakokinetik

Fenbendazol wird nach oraler Verabreichung nur teilweise resorbiert und in der Leber zunächst zu Sulfoxid (Oxfendazol) und danach zu Sulfon und Aminen metabolisiert. Bei einmaliger oraler Verabreichung werden nach 4 Stunden maximale Plasmakonzentrationen (Tmax) erreicht. Bei Verabreichung an 5 aufeinander folgenden Tagen kommt es zu einer Akkumulation des Wirkstoffes und zu einer geringen Akkumulation seiner Metaboliten. Nach der letzten Verabreichung werden Fenbendazol und seine Metaboliten rasch aus den Plasma eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit von Fenbendazol und Fenbendazol-Sulfon beträgt 9.5 Stunden, vom Metaboliten Fenbendazol-Sulfoxid (Oxfendazol) beträgt sie 18.5 Stunden.
Die Ausscheidung des Wirkstoffes und seiner Abbauprodukte erfolgt überwiegend (> 90%) mit dem Kot, zum geringen Teil auch über den Urin oder mit der Milch.
 

Indikationen

Einmalige Verabreichung von Panacur® Paste:
Zur Therapie beim Befall von Pferden und anderen Equiden mit Blutwürmern (adulte grosse und kleine Strongyliden sowie Larven kleiner Strongyliden im Darmlumen) und von benzimidazol-empfindlichen Spulwürmern (Ascaridae), Pfriemenschwänzen (Oxyurea) und Zwergfadenwürmern (Strongyloides).
 
Verabreichung der Paste an 5 aufeinander folgenden Tagen:
Zur Behandlung und Verminderung von benzimidazol-empfindlichen in der Darmschleimhaut enzystierten 3. Stadien von Larven der kleinen Strongyliden einschliesslich inhibierter früher 3. Stadien (larvale Cyathostominose) und von wandernden Larvenstadien grosser Strongyliden (S. vulgaris, S. edentatus) bei Pferden und anderen Equiden. Ovizide Wirkung gegen Eier von Magen-Darm-Strongyliden.
 
Zur oralen Verabreichung
Richtdosis: 7.5 mg Fenbendazol/kg Körpergewicht (KGW). Der Inhalt eines Dosierers reicht zur einmaligen Behandlung eines Tieres mit 600 kg KGW aus.
Für die Bekämpfung von enzystierten Cyathostominae-Larven werden 7.5 mg/kg KGW über 5 auf­einan­der folgende Tage verabreicht. (1 Oraldoser pro Tag)
Der durch Strongyloides westeri bei 2 - 3 Wochen alten Saugfohlen bedingte Durchfall ist mit 50 mg/kg KGW zu behandeln. Ein Oraldoser reicht hierbei für die Behandlung eines Fohlens mit 90 kg KGW aus.
Vor Eingabe der Paste ist darauf zu achten, dass sich kein Futter im Maul befindet. Nach Reinfektion ist die Behandlung mit Panacur® Paste zu wiederholen. Die Behandlung von enzystierten Larven in der Darmschleimhaut sollte idealerweise im Herbst (spät im Oktober bis November) und nochmals im Frühjahr vorgenommen werden. Bei Pferden mit schlechtem Ernährungszustand oder Neuzugängen, deren Entwurmungsprogramm nicht bekannt ist, sollte die 5-tägige Behandlung zu jeder Jahreszeit vorgenommen werden.
Panacur® Paste ist sehr gut verträglich und wird wegen ihres angenehmen Geschmackes gerne aufgenommen. Diätmassnahmen sind während der Behandlung nicht erforderlich.
 

Empfehlungen für ein Programm zur Parasitenbekämpfung

Es sollten alle Pferde und Equiden in ein regelmässiges Parasitenbekämpfungsprogramm einbezogen werden. Da die Haltungsbedingungen sehr unterschiedlich sind, ist es dem Tierarzt überlassen, mit seinen epidemiologischen Kenntnissen und mit Hilfe regelmässiger Kotuntersuchungen für den jeweilligen Stall ein massgeschneidertes Programm zu erstellen.
Die Weidehygiene ist unbedingt zu beachten. Punkte, die ein Kontrollprogramm beeinflussen, sind nachfolgend angeführt:
-Häufigkeit von Weidehaltung generell
-Besatzdichte, Weidesystem (Stand- / Umtriebsweide)
-Herdenstruktur (Jungtieranteil)
-Kotbeseitigung von der Weide
-Alternierende Weidenutzung mit anderen Tierspezies
-Meteorologische Bedingungen (trockener / nasser Sommer)
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:Keine
Vorsichtsmassnahmen:Keine bekannt
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Keine bekannt.
 
Essbare Gewebe: 5 Tage
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren.
Medikament, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

1 Oraldoser mit 24 g Paste
10 Oraldoser mit je 24 g Paste

Abgabekategorie: B

 

Hersteller

Intervet International

Swissmedic Nr. 43'473

Informationsstand: 06/2005

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2017 - Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.