Receptal® ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Synthetisches Gonadotropin-Releasing-Hormon für Stuten, Rinder, Jungsauen, Kaninchen und Fische

ATCvet: QH01CA90

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Buserelinum (ut Buserelini acetas) 4 µg
-Hilfsstoffe: Conserv.: Alcohol benzylicus 20.0 mg, Natrii dihydrogenophosphas monohydricus, Natrii chloridum, Aqua ad iniect. ad 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Buserelin
 

Eigenschaften / Wirkungen

Buserelin ist ein synthetisches Analogon von Gonadorelin (GnRH), welches die Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) und des Follikel stimulierenden Hormons (FSH) bewirkt. Da FSH und LH eine Schlüsselrolle bei der Reifung des prä-ovulatorischen Follikels spielen, hat Buserelin die Fähigkeit die Ovulation zu induzieren, Follikelzysten zur Regression oder Luteinisierung zu bringen und dadurch die Konzeptionsrate zu verbessern.
Receptal® kann zur Verbesserung der Konzeptionsrate bei Stuten, Rindern und Kaninchen eingesetzt werden. Für die meisten Indikationen wird das Präparat vor oder zum Zeitpunkt der Belegung/KB sowohl an laktierende als auch nicht laktierende Tiere verabreicht. Bei Kühen und Stuten kann Receptal® sicher während der Lutealphase im Anschluss an die Bedeckung/Besamung angewendet werden um die Konzeptionsrate zu verbessern. Die Unbedenklichkeit bei Verabreichung während der fortgeschrittenen Trächtigkeit ist nicht belegt.
 

Pharmakokinetik

Mit höheren als den empfohlenen klinischen Dosen wird keine bessere Stimulierung der LH und FSH Sekretion erzielt. 6 Stunden nach einer intravenösen Injektion fällt die Buserelin-Konzentration unter die Nachweisgrenze.
Beim Schwein wird die maximale Plasmakonzentration von LH 1.7 Stunden nach intramuskulärer Injektion erreicht.
Buserelin wird nach Metabolisierung in Leber, Niere und Hypophyse rasch eliminiert. Alle Metaboliten sind kleine inaktive Peptide.
 

Indikationen

Rinder:

-Behandlung von Follikelzysten
-zur Verbesserung der Konzeptionsrate bei Injektion zum Zeitpunkt der Besamung oder während der auf die Besamung folgenden Lutealphase
-zur Ovulationssynchronisation (ermöglicht terminorientierte Besamung) in Kombination mit der Verabreichung von Prostaglandin F2α oder Progestagen
 

Stuten:

-zur Ovulationsinduktion bei vorhandenem reifen Follikel um die Ovulation zu synchronisieren
-zur Verbesserung der Konzeptionsrate bei Verabreichung nach Bedeckung oder Besamung während der späten Lutealphase
 

Jungsauen:

-zur Ovulationsinduktion nach Brunstsynchronisation, ermöglicht terminorientierte Besamung
 

Kaninchen:

-zur Ovulationsinduktion
-zur Verbesserung der Konzeptionsrate
 

Fische:

Zur Verbesserung des Abstreifens von weiblichen und männlichen Fischen während der Laichzeit und zur Reduktion der Mortalität durch Laichverhalten (Laichverhärtung).
 
Receptal® sollte vorzugsweise intramuskulär verabreicht werden, die intravenöse oder subkutane Injektion ist ebenfalls möglich.
 

Rinder:

-zur Behandlung von Follikelzysten mit oder ohne Erscheinungen von Nymphomanie: 5 ml/Tier (entspricht 20 µg Buserelin)
-Verbesserung der Konzeptionsrate: 2.5 ml/Tier (entspricht 10 µg Buserelin)
-zur Ovulationssynchronisation vor terminorientierter Besamung: 2.5 ml/Tier (entspricht 10 µg Buserelin)
 

Stuten:

-zur Ovulationsinduktion: 10 ml/Tier (entspricht 40 µg Buserelin)
-zur Verbesserung der Konzeptionsrate: 10 ml/Tier (entspricht 40 µg Buserelin)
 

Jungsauen:

-zur Ovulationsinduktion nach Brunstsyn­chro­ni­sa­tion zur Ermöglichung einer terminorientierten Besamung: 2.5 ml/Tier (entspricht 10 µg Buserelin)
Die terminorientierte Besamung sollte wie folgt vorgenommen werden:
-Verabreichung von Receptal® 115 - 120 Stunden nach der letzten oralen Verabreichung von Regumate Porcine® (= Altrenogest, bei der üblichen Anwendung an 18 aufeinanderfolgenden Tagen zur Brunstsynchronisation)
-Eine einzige Besamung kann 30 - 33 Stunden nach der Injektion von Receptal® erfolgen.
 

Kaninchen:

-Verbesserung der Konzeptionsrate: 0.2 ml/Tier (entspricht 0.8 µg Buserelin)
-zur Ovulationsinduktion: 0.2 ml/Tier (entspricht 0.8 µg Buserelin)
 

Fische:

Regenbogenforelle:

0.75 - 1.0 ml/kg Körpergewicht (KGW), entsprechend 3 - 4 µg Buserelin/kg KGW i.m. Verabreichung 2 cm über der Seitenlinie hinter der Rückenflosse. Das Abstreifen soll 2 bis 3 Tage nach der Behandlung erfolgen.
Andere Fischarten:
Dosierung gemäss der Empfehlung des Tierarztes.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen:

Keine bekannt.
 

Vorsichtsmassnahmen:

Kühe, die zu Beginn der Besamungssaison nicht zyklisch sind, sollten bevorzugt mit einer Kombination von Buserelin und Progestagenen behandelt werden anstatt mit einer Kombination von Buserelin und Prostaglandinen. Die Azyklie sollte korrekt diagnostiziert werden (rektale Untersuchung, Ultraschall) und nicht-hormonale Ursachen der Anoestrie (wie Infektionen oder metabolische Störungen) ausgeschlossen werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Keine bekannt.
 
Keine.
 

Wechselwirkungen

Keine bekannt.
 

Sonstige Hinweise

Arzneimittel, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Reste von Alkohol und Desinfektionsmitteln beeinträchtigen die Wirksamkeit von Buserelin.
Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25 °C). Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage, wenn das Produkt bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) gelagert wird. Vor Licht geschützt aufbewahren.
 

Packungen

Packung mit 10 Flaschen à 2.5 ml
Schachtel mit 1 Flasche à 10 ml
Packung mit 5 Flaschen à 10 ml
Schachtel mit 1 Flasche à 50 ml

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 42'311

Informationsstand: 09/2015

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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