Equipalazone® ad us. vet., Pulver
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Antiphlogistikum, Analgetikum für Pferde und Ponies

ATCvet: QM01AA01

 

Zusammensetzung

1 Beutel enthält:
-Wirkstoff: Phenylbutazonum 1 g
-Hilfsstoffe: Excip. ad pulverem pro charta
-galenische Form: microverkapseltes Pulver zur oralen Verabreichung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Phenylbutazon
 

Eigenschaften / Wirkungen

Equipalazone Pulver enthält in microverkapselter Form den Wirkstoff Phenylbutazon, ein nicht-steroidales Antiphlogistikum (NSAID) aus der Klasse der Pyrazolone mit guter antiinflammatorischer, analgetischer sowie antipyretischer Wirksamkeit. Seine Wirkung beruht, wie bei anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika, u. a. auf einer Hemmung der Prostaglandinsynthese.
 

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe wird Phenylbutazon im Allgemeinen schnell resorbiert. Die Resorption erfolgt vorwiegend im Dünndarm. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt beim Pferd, abhängig vom Füllungszustand des Verdauungsapparates, bis zu 90%.
Die Metabolisierung erfolgt in erster Linie durch Hydroxylierung; Hauptmetabolit ist Oxyphenbutazon, das ähnliche pharmakologische Eigenschaften besitzt wie die Muttersubstanz. Die Exkretion erfolgt überwiegend renal. Die Plasmahalbwertzeit beträgt beim Pferd 3.5 - 10.9 Stunden. Eine auch nach dem Absinken des Plasmaspiegels andauernde Wirkung von Phenylbutazon wird mit der lang andauernden Hemmung der Prostaglandinsynthese und der hohen Affinität zum entzündeten Gewebe erklärt. Phenylbutazon reichert sich im Entzündungsexsudat an und erreicht dort bei Pferden bis zu 3fach höhere Konzentrationen als im Plasma.
 

Indikationen

Muskel-, Sehnen- und Gelenksaffektionen bei Pferden und Ponies, die durch die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften von Phenylbutazon gelindert werden können wie:
-Lahmheit bei Osteoarthrose
-akute und chronische Hufrehe
-Bursitis, Carpitis
-chronisch-entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule (z.B. Spondylarthrosis)
-Prellungen, Quetschungen und Zerrungen nach Unfällen
-andere entzündliche Weichteilveränderungen (z.B. Einschussphlegmone)
 

Dosierung / Anwendung   

Zur oralen Verabreichung
 
Pferd (ca. 500 kg Körpergewicht):
1. Tag2 Beutel zweimal täglich
2. - 4. Tag1 Beutel zweimal täglich
folgende Tage1 Beutel täglich oder jeden 2. Tag (je nach Bedarf)
 
Pony (ca. 250 kg Körpergewicht):
1. - 4. Tag1 Beutel täglich
folgende Tage½ Beutel täglich
 
Equipalazone Pulver wird gut vermischt mit etwas trockener Kleie oder Hafer verabreicht.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei Tieren mit Erkrankungen des Herzens, der Leber oder der Nieren.
Nicht anwenden bei Tieren, die möglicherweise an Magen-Darm-Ulcera oder Blutungen leiden oder bei Blutbildveränderungen und Hypersensitivität.
 

Vorsichtsmassnahmen

Der Wirkstoff Phenylbutazon hat eine geringe therapeutische Breite, die empfohlene Dosis und die Dauer der Therapie sollen nicht überschritten werden.
Bei länger dauernder Anwendung sollten Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
Wenn die Verabreichung an Tiere unter 6 Wochen erforderlich ist, sollte die Dosis reduziert und die Tiere gut überwacht werden.
Zur Anwendung und zur Sicherheit bei trächtigen Stuten gibt es bisher keine Erfahrungen. Die Anwendung von Phenylbutazon während der Trächtigkeit und Laktation erfordert eine strenge Indikationsstellung.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Die für die Gruppe der NSAIDs typischen Nebenwirkungen wie Schleimhautläsionen und Blutungen im Verdauungsapparat, Blutbildveränderungen und Beeinträchtigung der Nierenfunktion können auftreten.
Bei ersten Anzeichen von Nebenwirkungen oder Symptomen gastrointestinaler Komplikationen wie Inappetenz, Apathie, Gewichtsverlust ist die Behandlung abzubrechen und der Tierarzt zu informieren.
 

Absetzfristen   

Ab dem 01. April 2018 gilt gemäss teilrevidierter Tierarzneimittelverordnung, dass Phenylbutazon-haltige Tierarzneimittel nicht bei Equiden anwendet werden dürfen, die für die Gewinnung von Lebensmitteln vorgesehen sind. Nach den geltenden Übergangsbestimmungen kann das Präparat bis zu diesem Datum noch mit der bisher gültigen Absetzfrist angewendet werden:
 
Bei Pferden, die für die Gewinnung von Lebensmitteln vorgesehen sind, ist nach der letztmaligen Behandlung eine Absetzfrist von 6 Monaten für essbare Gewebe einzuhalten. Für die Arzneibehandlung besteht eine Dokumentationspflicht.
Bei Pferden, die nicht zur Gewinnung von Lebensmitteln bestimmt sind, entfallen die Angaben zur Absetzfrist.
 

Wechselwirkungen

Die hohe Plasmaproteinbindung von über 97% kann einige Pharmaka wie Sulfonamide, Cumarinderivate, Digitoxin, Thiopental und Sulfonylharnstoffe, die ebenfalls in hohem Masse an Plasmaproteine gebunden sind, aus der Proteinbindung verdrängen und zu toxischen Konzentrationen des nicht-proteingebundenen freien Wirkstoffes führen und deren Elimination beschleunigen.
Durch die Induktion von fremdstoffmetabolisierenden Enzymen kann der Plasmaspiegel anderer Stoffe und somit ihr therapeutischer Effekt beeinträchtigt werden. Infolge einer Hemmung der renalen Prostaglandinsynthese wird die Wirkung von Diuretika abgeschwächt.
Bei gleichzeitiger Gabe von Aminoglykosidantibiotika besteht ein erhöhtes Risiko nephrotoxischer Wirkungen. Die Elimination von Penicillinen wird verzögert.
Phenylbutazon soll nicht zusammen mit anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika oder Glukokortikoiden angewendet werden.
 

Sonstige Hinweise

Lagerung nicht über 25°C.
Arzneimittel, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
 

Packungen

Schachtel mit 100 Sachets zu je 1 g Phenylbutazon

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 38'110

Informationsstand: 11/2016

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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