Dexafort® ad us. vet., Injektionssuspension
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Glucocorticosteroid; für Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Hunde und Katzen

ATCvet: QH02AB02

 

Zusammensetzung

-Wirkstoffe: 2.0 mg Dexamethasonum (ut D. phenylpropionas) und 1.0 mg Dexamethasonum (ut D. natr. phosphas)
-Hilfsstoffe: Conserv.: Alcohol benzylicus 10.4 mg; Natrii chloridum, Natrii citras, Methylhydroxyethylcellulosum, Tragacantha, Excip., Aqua ad iniect. ad susp. pro 1 ml
-galenische Form: wässrige Injektionssuspension
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Dexamethason
 

Eigenschaften / Wirkungen

Dexafort® ad us. vet. enthält Dexamethason, ein synthetisches Analog von Cortisol, in Form von zwei Dexamethason-Estern. Das Produkt Dexafort® ist eine wässrige Suspension von Dexamethason Phenylpropionat in einer Lösung von Dexamethason Natriumphosphat. Durch Kombination eines sofort resorbierten Esters und eines Esters mit sehr langsamer Resorption von der Injektionsstelle, wird mit Dexafort® ein Sofort- und ein Depoteffekt erzielt. Dexamethason ist ein hochaktives Corticosteroid, es hat nur geringe mineralocorticosteroide, aber hohe glucocorticosteroide Aktivität.
Dexafort® wirkt entzündungshemmend, antiallergisch und gluconeogenetisch und kann beim Rind zur Geburtseinleitung verwendet werden.
Dexamethason hat ähnliche entzündungshemmende Eigenschaften wie Prednisolon, unterdrückt jedoch Entzündungszeichen ca. 6mal stärker. Hyperämie, Exsudation und Entzündungszellinfiltration werden durch Dexamethason verhindert oder gemildert. Das Präparat Dexafort® ist daher geeignet zur Behandlung von entzündlichen und allergischen Erkrankungen, die eine Therapie von längerer Dauer erfordern.
Dexamethason fördert die Glukoneogenese aus Aminosäuren, welche bei kataboler Stoffwechsellage durch Abbau von Muskelgewebe metabolisiert werden. Der Einsatz von Dexafort® bewirkt einen 8 bis 10 Tage dauernden Anstieg des Blutglukosepiegels und einen Abfall der Ketonkörperkonzentration im Blut. Das Präparat eignet sich zum Einsatz bei primärer Ketose. Jedoch soll bei Tieren in schlechtem Nährzustand ein Präparat mit kürzerer Wirkungsdauer gewählt werden, um einen übermässigen Abbau von Körpermasse zu vermeiden.
Glucocorticosteroide simulieren den foetalen endogenen Cortisol-Anstieg am Ende der Trächtigkeit und lösen die Geburt aus. Im letzten Trächtigkeitsmonat kann mit einer einzigen Dosis Dexafort® bei den meisten Kühen die Geburt innerhalb von 72 Stunden sicher und zuverlässig eingeleitet werden.
Bei Dauer der Trächtigkeit unter 8 Monaten ist die Geburtsauslösung bei ca. 66% der Kühe möglich, wobei der Zeitraum zwischen Verabreichung und Abkalben bis zu 11 Tagen beträgt. 6 - 12 Tage nach der Verabreichung von Dexafort® kann eine zweite Injektion mit dem kurz wirksamen Präparat Dexadreson® ad us. vet. (Monopräparat mit Dexamethason Natriumphosphat als Wirkstoff) erforderlich sein.
 

Pharmakokinetik

Nach intramuskulärer Verabreichung wird der Natriumphosphat-Ester schnell von der Injektionsstelle resorbiert, während der Phenylpropionat-Ester langsam resorbiert wird. Nach Resorption werden die Ester sofort zur aktiven Komponente Dexamethason hydrolisiert. Durch Kombination beider Ester in einer Formulierung wird ein rascher Wirkungseintritt bei langer Wirkungsdauer erzielt. Nach intramuskulärer Injektion ist die Bioverfügbarkeit fast 100%. Bei Wiederkäuer, Pferd und Hund werden maximale Plasmaspiegel innerhalb 60 Minuten nach der Injektion erreicht. Die Halbwertszeit im Plasma nach intramuskulärer Injektion beträgt 30 - 96 Stunden je nach Species, bedingt durch die langsame Resorption des Phenylpropionat-Esters von der Injektionsstelle. Die glukoneogenetische Wirkung setzt bei laktierenden Kühen am Tag nach Verabreichung ein und hält 8 - 10 Tage an. Nach Verarbreichung von Dexafort® bei Kühen mit Ketose wird der erhöhte Blutglukosespiegel bis zu 240 Stunden aufrechterhalten.
 

Indikationen

-Primäre Ketose (Acetonaemie)
-Aseptische Entzündungen des Bewegungsapparates
-allergische Erkrankungen
-Hautkrankheiten: allergische Dermatitiden (Ekzeme)
-Geburtseinleitung beim Rind
 

Richtdosis:

Pferde und Wiederkäuer:
0.06 mg Dexamethason/kg KGW i.m. (0.02 ml/kg)
 
Hunde und Katzen:
0.1- 0.2 mg Dexamethason/kg KGW i.m. oder s.c. (0.03 - 0.07 ml/kg)
 
Bei Bedarf darf die Behandlung nach ca. 7 Tagen wiederholt werden.
 

Anwendungseinschränkungen

a) Kontraindikationen

Letztes Trimester der Trächtigkeit bei Wiederkäuern (ausser bei beabsichtigter Geburtseinleitung)
Diabetes mellitus
Magen-Darm-Ulcera
Osteoporose
Hyperadrenocorticismus
Herzinsuffizienz
Nierenerkrankungen
Systemmykosen
septische Prozesse
 

b) Vorsichtsmassnahmen

Bei gleichzeitigem Vorliegen einer Infektion muss unbedingt gleichzeitig eine Behandlung mit Antibiotika oder Chemotherapeutika durchgeführt werden.
Corticosteroide mit langanhaltender Wirkung sollten bei Tieren mit geringer Körpermasse zurückhaltend angewendet werden. Insbesondere bei Anorexie, die sekundär zu peripartalen Störungen auftritt, sollten Corticosteroide mit kürzerer Wirkungsdauer bevorzugt werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Corticosteroide wie Dexamethason können, insbesondere bei langer Therapiedauer und bei Verwendung von Depotpräparaten, eine Reihe von Nebenwirkungen hervorrufen:
-Immunsuppression (Achtung: Erhöhtes Infektionsrisiko!)
-verzögerte Wundheilung
-Magen-Darm-Ulcera
-Osteoporose, Arthropathie, Hautatrophie, Muskelschwund
-Geburtsauslösung bei Wiederkäuern im letzten Drittel der Trächtigkeit (ausser bei beabsichtigter Geburtseinleitung)
-verminderte Milchleistung
-verminderte Glukosetoleranz
-Erniedrigung der Krampfschwelle
-ACTH-Suppression, NNR-Inaktivität
Verabreichung von Corticosteroiden während der frühen Trächtigkeit kann foetale Schäden hervorrufen.
 
Wiederkäuer:Milch:6 Tage
 essbare Gewebe:53 Tage
Pferde:essbare Gewebe:47 Tage
 

Wechselwirkungen

Da Corticosteroide die Immunantwort auf Impfungen vermindern können, soll Dexafort® ad us. vet. nicht zusammen mit Impfstoffen verabreicht werden.
Kombinationen mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) erhöht die Gefahr gastro-intestinaler Ulzerationen.
Pharmaka, die die Leberenzyme induzieren, vermindern die Wirkung.
Der Kaliumverlust durch bestimmte Diuretika (Schleifendiuretika und Thiazide) wird erhöht. Daraus resultiert eine verminderte Herzglykosidtoleranz.
 

Sonstige Hinweise

Vor Gebrauch gut schütteln.
Nach erster Entnahme höchstens 28 Tage verwenden.
Arzneimittel, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) vor Licht geschützt und aufrecht lagern.
 

Packungen

50 ml Flasche

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 37'759

Informationsstand: 10/2016

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2017 - Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.