Dimazon® ad us. vet., Injektions­lösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Saluretikum (Diuretikum) zur parenteralen Anwendung für Rind, Pferd, Hund und Katze

ATCvet: QC03CA01

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: Furosemidum 50 mg
-Hilfsstoffe: Conserv.: Alcohol benzylicus 15 mg, Antiox.: E 221 1.8 mg; Monoethanolaminum, Natrii chloridum, Dinatrii edetas, Aqua ad iniectabilia ad 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Furosemid
 

Eigenschaften / Wirkungen

Furosemid gehört zur Gruppe der Schleifendiuretika, die sich durch eine schnell einsetzende, intensive und bei den meisten Tierarten relativ kurze Wirkung auszeichnen. Die mit einer Dosis aus dem Organismus eliminierte Flüssigkeits- und Elektrolytmenge übertrifft diejenige nach Gabe von Thiaziden. Im Gegensatz zur Ausscheidung von Natrium und Chlorid sind die Kalium-Verluste relativ gering.
Beim Hund beginnt die Diurese je nach Applikationsart innerhalb von 30 Min. bis etwa 2 Std. und dauert ca. 3 Std. (i.v.) bzw. 6 Std. (oral).
Bei der Katze tritt innerhalb von 1 bis 6 Std. nach i.m. Applikation verstärkte Diurese ein.
Dimazon® Injektionslösung zeichnet sich durch gute lokale und systemische Verträglichkeit aus.
Die Wirkung ist kaum abhängig vom Säure-Base-Status. Meist kann auch bei stark eingeschränkten Nierenfunktionen noch eine Wirkung erwartet werden.
Die akute und chronische Toxizität von Furosemid sind gering. Bei Dosen ab 10 mg/kg kann jedoch eine vorübergehende Hörschädigung auftreten. Für teratogene, mutagene oder kanzerogene Wirkungen besteht kein Hinweis.
 

Pharmakokinetik

Für den diuretischen Effekt sind Plasmakonzentrationen von etwa 0.2 - 0.3 µg/ml erforderlich. Die Plasmaproteinbindung ist ausgeprägt (ca. 90%). Furosemid erreicht in der Milch die gleichen Konzentrationen wie im Plasma. Besonders hohe Konzentrationen werden in Leber und Niere erreicht.
Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren, zum grössten Teil in unveränderter Form. Der Wirkort ist die luminale Seite der Tubuluszellen des aufsteigenden Astes der Henleschen Schleife. Die Eliminationshalbwertzeit nach i.v. Injektion liegt bei Pferd, Rind und Hund unter einer Stunde.
 

Indikationen

Unterstützende Therapie in Fällen, in denen durch erhöhte Diurese/Salurese Flüssigkeitsansammlungen kardialer, hepatischer, renaler oder sonstiger Genese aus Geweben, Körperhöhlen, Gelenken, Sehnenscheiden usw. schneller resorbiert werden sollen:
-Unphysiologisches akutes Euterödem (Gesäugeödem) vor und nach Geburten, Lactatio falsa (Hund, Katze), kardiale Ödeme, Lungenödem, Gehirnödem, Präputial- und Skrotalödem, Gliedmassen- und Wundödem nach Verletzungen oder Operationen, parasitär bedingtes Ödem
-Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen: Aszites, Hydrothorax, Hydroperikard
Weitere Indikationen:
Vergiftungen mit nierengängigen Giften (forcierte Diurese), akute Hufrehe (Pferd), Nasenbluten (Rennpferde), kurzfristige Gewinnung von Harnproben für diagnostische Zwecke (Rind, Pferd), Schocksyndrom mit Harnverhaltung, akutes Nierenversagen mit eingeschränkter Harnausscheidung (Oligurie).
Bei der Anwendung von Diuretika handelt es sich um eine symptomatische Therapie. Dabei darf eine Behandlung spezifischer Krankheitsursachen nicht vernachlässigt werden.
 

Dosierung / Anwendung   

TierartTherapeutische DosisDimazon® In­jek­tions­lösungInjek­tions­art
Rind, Pferd0.5 - 1.0 mg/kg KGW5 - 10 ml pro Tieri.v.
Hund, Katze1.0 - 2.0 mg/kg KGW0.1 - 0.2 ml pro 5 kg KGWi.v. oder i.m.
 
Die angeführten Einzeldosen werden 1- oder 2-mal täglich verabreicht, das Behandlungsziel ist im allgemeinen nach 1 bis maximal 3 Tagen erreicht. Bei längeren Behandlungen ist eine Kontrolle der Serumelektrolyte angezeigt.
Wenn die Salurese dem gewünschten Therapieziel nicht entspricht, kann die Einzeldosis bis auf das Doppelte erhöht werden. Zur forcierten Diurese sind Dosierungen von 5 - 10 mg/kg KGW erforderlich.
Zur Harngewinnung (innerhalb von 10 - 15 Min.) für diagnostische Zwecke genügt beim erwachsenen Rind und beim Pferd eine intravenöse Dosis von 4.0 ml.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Leberkoma, Niereninsuffizienz mit Anurie, schwere Hypokaliämie und Hyponatriämie, Hypovolämie, Hypotonie, Sulfonamid-Allergie.
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei gleichzeitiger Gabe von Herzglykosiden sollte Furosemid nur während der ersten 1 - 3 Tage und dann intermittierend zur Ausschwemmung vorhandener Ödeme eingesetzt werden.
Bei hohen Dosierungen ist für ausreichenden Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten zu sorgen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Unerwünschte Wirkungen in therapeutischen Dosierungen sind im Allgemeinen die Folge der diuretischen Hauptwirkung: Es kann zu Hämokonzentration und zu adaptiven Veränderungen des Kreislaufs kommen (herabgesetzter Druck im kleinen Kreislauf, erhöhter peripherer Widerstand und erhöhte Herzfrequenz). Bei längerer Behandlung können Hypokaliämie und Hyponatriämie auftreten. Kreuzallergien mit Sulfonamiden sind möglich.
 

Absetzfristen   

essbare Gewebe: 1 Tag
Milch: Während der Behandlung und 1 Tag darüber hinaus
 

Wechselwirkungen

Aminoglykosid-Antibiotika:Verstärkung der ototoxischen und nephrotoxischen Wirkung
Cephalosporine:Verstärkung der nephrotoxischen Wirkung
Herzglykoside:Erhöhung der Toxizität der Herzglykoside als Folge des Kaliumverlustes und Anstieg der Herzglykosid-Konzentration im Plasma durch Verdrängung aus der Proteinbindung
 
Indomethacin und andere Hemmstoffe der Pros­taglandin-Synthese: Abschwächung des diuretischen Effektes.
 

Sonstige Hinweise

Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern. Im Originalkarton aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Arzneimittel, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
 

Packungen

Flasche mit 10 ml Injektionslösung

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 36'730

Informationsstand: 07/2015

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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