Dexadreson® ad us. vet., Injektionslösung
Tierarzneimittel
Kompendium
der Schweiz
 

MSD Animal Health GmbH

Glucocorticosteroid; für Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Schweine, Hunde und Katzen

ATCvet: QH02AB02

 

Zusammensetzung

-Wirkstoff: 2,0 mg Dexamethasonum (ut D. natrii phosphas)
-Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Natrii citras dihydricus, Conserv.: Alcohol benzylicus 15,6 mg; Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml
-galenische Form: Injektionslösung
 

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Dexamethason
 

Eigenschaften / Wirkungen

Dexadreson® ad us. vet. enthält Dexamethason, ein synthetisches Analog von Cortisol, als Natrium­phosphat-Ester. Dexamethason ist ein hochaktives Corticosteroid mit geringer mineralocorticosteroider, aber hoher glucocorticosteroider Aktivität. Dexadreson® ist ein kurzwirksames Glucocorticosteroid mit schnellem Wirkungseintritt. Schon Minuten nach intravenöser Verabreichung des Esters werden im Plasma hohe Konzentrationen des hydrolysierten Wirkstoffs gemessen. Dexadreson® wirkt entzündungshemmend, antiallergisch, gluconeogenetisch, wirkt gegen Schock und kann bei Rind und Schaf zur Geburtseinleitung verwendet werden. In Toleranzstudien mit der doppelten therapeutischen Dosis ist die gute Verträglichkeit bei den Zieltierarten nachgewiesen worden. Die gute Verträglichkeit der intraartikulären Injektion von Dexadreson® ermöglicht die lokale Behandlung von aseptischen synovialen Entzündungen bei Pferden.
Die Stabilisierung lysosomaler Membranen durch Dexamethason fördert das Abklingen von Entzündungen. Die vorliegende Formulierung mit einem löslichen Ester ist daher besonders geeignet zur Behandlung von anaphylaktischen Reaktionen, akuten Entzündungen und Schock. In der Literatur werden bei Schock intravenöse Dosen von 5 mg Dexamethason pro kg Körpergewicht empfohlen.
Bei primärer Ketose der Kühe wird nach einer einzigen Injektion von Dexadreson® der Blutglukosespiegel für 16 - 20 Stunden erhöht, fällt 24 Stunden nach der Verabreichung rasch ab und erreicht ca. 2 bis 3 Tage nach Injektion wieder die Ausgangswerte.
Glucocorticosteroide simulieren den foetalen endogenen Cortisol-Anstieg am Ende der Trächtigkeit und lösen so die Geburt aus. Im letzten Trächtigkeitsmonat kann mit einer einzigen Dosis Dexadreson® bei den meisten Kühen die Geburt innerhalb von 72 Stunden sicher und zuverlässig eingeleitet werden.
Bei Dauer der Trächtigkeit unter 8 Monaten ist die Geburtsauslösung bei ca. 66% der Kühe möglich durch eine Dosis von 10 ml Dexafort® ad us. vet. (Dexamethason Phenylpropionat und Dexamethason Natriumphosphat), wobei der Zeitraum zwischen Verabreichung und Abkalben bis zu 11 Tage beträgt. 6 - 12 Tage nach der Verabreichung kann eine zweite Injektion mit dem kurzfristig wirksamen Dexadreson® erforderlich sein. Daraufhin wird die Mehrzahl der Kälber innerhalb von 72 Stunden nach der 2. Injektion geboren.
Beim Schaf ist der Zeitraum für die Wirksamkeit von Glucocorticoiden zur Geburtsauslösung viel kürzer. Bei dieser Spezies sollte Dexadreson® nur eingesetzt werden, um das Ablammen kurz vor Geburts­termin zu synchronisieren. Jedoch sollte die Dauer der Trächtigkeit nicht signifikant verkürzt werden. Mit dem Verabreichen einer Einzeldosis von 8 ml Dexadreson® (ca. 0.6 mg Dexamethason/kg) kann ab dem 138. Tag der Trächtigkeit das Ablammen innerhalb von 48 - 60 Stunden sicher und zuverlässig ausgelöst werden.
 

Pharmakokinetik

Nach intramuskulärer Verabreichung wird der Natriumphosphat-Ester schnell von der Injektionsstelle resorbiert und zur aktiven Komponente Dexamethason hydrolisiert. Dexadreson® ist durch raschen Wirkungseintritt und kurze Wirkungsdauer charakterisiert. Nach intramuskulärer Injektion ist die Bioverfügbarkeit fast 100%. Bei Wiederkäuer, Pferd, Schwein und Hund werden maximale Plasmaspiegel innerhalb 20 Minuten nach der Injektion erreicht. Die Halbwertszeit im Plasma nach intravenöser Injektion beträgt 5 - 13 Stunden, nach intramuskulärer Injektion 5 - 20 Stunden.
 

Indikationen

-Schock bei Hunden und Katzen (anaphylaktischer Schock, Endotoxinschock)
-Primäre Ketose (Acetonämie)
-Aseptische Arthritis, Bursitis, Tendosynovitis, Tendinitis, Discopathien
-allergische Erkrankungen
-Agalaktie der Mutterschweine (MMA)
-Hufrehe der Pferde im frühen exsudativen Stadium
-Hautkrankheiten: Allergische Dermatitis (Ekzem)
-Geburtseinleitung bei Rind und Schaf
 

Dosierung / Anwendung   

Richtdosis:
Pferde, Wiederkäuer, Schweine Hunde und Katzen:
0.06 mg Dexamethason/kg KGW i.m. (0.03 ml/kg)
antiinflammatorisch, antiallergisch:
0.1 - 0.5 mg/kg KGW pro Tag i.m. oder i.v.;
immunsuppressiv:
0.25 - 0.5 mg/kg KGW pro Tag i.m. oder i.v.;
Hirn- und Rückenmarkschwellung bzw. Oedem nach Trauma/Diskopathie/Tumoren:
initial
2 - 3 mg/kg KGW i.v.
dann Ausschleichen auf
0.2 mg/kg KGW pro Tag;
Notfalltherapie bei felinem Asthma:
1 mg/kg KGW i.v.
Die Wirkung hält ca. 24 - 48 Stunden an.
Schock:
2 - 8 mg/kg KGW i.v. (oder 2 mg/kg KGW i.v., 2 - 3 mal wiederholen)
Die Wirkung von Dexadreson® hält ca. 24 - 48 Stunden an.
Bei Pferden kann Dexadreson® intra-artikulär verabreicht werden, die empfohlene Dosis beträgt 5 - 10 ml pro Tier, je nach Grösse des Tieres. Die intraartikuläre Injektion ist unter streng aseptischen Kautelen durchzuführen.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Letztes Trimester der Trächtigkeit (ausser bei beabsichtigter Geburtseinleitung)
Diabetes mellitus
Magen-Darm-Ulcera
Osteoporose
Hyperadrenocorticismus
Herzinsuffizienz
Nierenerkrankungen
Systemmykosen
septische Prozesse
 

Vorsichtsmassnahmen

Bei Infektionen muss gleichzeitig eine Behandlung mit Antibiotika oder Chemotherapeutika durchgeführt werden.
Dexadreson® darf nur in der Frühphase der Laminitis (in den ersten 24 Stunden) bei Pferden eingesetzt werden.
Bei Verwendung von Dexadreson® zur Schockbehandlung sind geeignete Infusionslösungen intravenös zu verabreichen, um das Plasmavolumen aufrecht zu erhalten, der Säure/Base-Haushalt soll überwacht werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Corticosteroide wie Dexamethason können, insbesondere bei langer Therapiedauer und bei Verwendung von Depotpräparaten, eine Reihe von Nebenwirkungen hervorrufen:
-Immunsuppression
-verzögerte Wundheilung
-Magen-Darm-Ulcera
-Osteoporose, Arthropathie, Hautatrophie, Muskelschwund
-Geburtsauslösung bei Wiederkäuern im letzten Drittel der Trächtigkeit (ausser bei beabsichtigter Geburtseinleitung)
-verminderte Milchleistung
-verminderte Glukosetoleranz
-Erniedrigung der Krampfschwelle
-ACTH-Suppression, NNR-Inaktivität
Verabreichung von Corticosteroiden während der frühen Trächtigkeit kann foetale Schäden hervorrufen.
 

Absetzfristen   

Wiederkäuer:Milch:3,5 Tage
  (7 Gemelke)
 essbare Gewebe:8 Tage
Pferde:essbare Gewebe:8 Tage
Nicht bei Stuten anwenden deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Schweine:essbare Gewebe:2 Tage
 

Wechselwirkungen

Da Corticosteroide die Immunantwort auf Impfungen vermindern können, soll Dexadreson® nicht zusammen mit Impfstoffen verabreicht werden.
Kombinationen mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) erhöhen die Gefahr gastro-intestinaler Ulzerationen.
Pharmaka, die die Leberenzyme induzieren, vermindern die Wirkung.
Der Kaliumverlust durch bestimmte Diuretika (Schleifendiuretika und Thiazide) wird erhöht. Daraus resultiert eine verminderte Herzglykosidtoleranz.
 

Sonstige Hinweise

Nach erster Entnahme höchstens 4 Wochen verwenden.
Arzneimittel, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) vor Licht geschützt lagern.
 

Packungen

50 ml Flasche

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 36'531

Informationsstand: 03/2017

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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