Dieffenbachia
CliniTox
Giftpflanzen
 
Deutsch    Dieffenbachie; Schweigrohr
Franzoesisch    Dieffenbachia; Canne qui rend muet; Pédiveau vénéneux
Italienisch    Dieffenbachia
Englisch    Dumb cane; American arum
  

Beschreibung und Bilder

Toxizitätsgrad

Sehr stark giftig +++ (Erläuterungen)
 

Hauptwirkstoffe

Carbonsäuren
●  Dicarbonsäuren:Oxalsäure, Oxalat, Oxalat-Raphide. Oxalat-Raphide sind Calciumoxalatnadeln, die sich in sogenannten "Schiesszellen", Idioblasten genannt, befinden. Trocknen und Kochen inaktiviert die Idioblasten.
 
Proteolytische Enzyme
●  MMP-3-ähnliche Metalloproteinase
 
Cyanogene Glykoside
●  Triglochinin:Wegen der starken Irritation der Oxalate werden kaum genügende Mengen für eine manifeste Blausäurevergiftung eingenommen.
 
Saponine
 

Zielorgane

Schleimhaut des Magendarmtraktes und Bindehaut; zentrales Nervensystem; Muskulatur; Herz; Nieren
 

Wirkungsmechanismen

Beim Biss auf das Pflanzenmateral öffnen sich die Schiesszellen und die Raphide dringen in die Haut oder Mund- und Rachenschleimhaut ein.
-Die Schleimhäute werden lokal stark irritiert. Die Calciumoxalatnadeln haben ähnlich wie der Giftzahn einer Schlange Rinnen, in denen sowohl lösliche Oxalate als auch andere Stoffe in die entstehende feine Wunde, vor allem in der Mund- und Rachenschleimhaut, eindringen können.
-Nach der Resorption der löslichen Oxalsäure kommt es wegen der Ausfällung des Blutcalciums als unlösliches Calciumoxalat zu einer Hypocalcämie. Auch Magnesium, das als zweiwertiges Kation ebenso wie Calcium zu Komplexbildung mit negativ geladenen Molekülen neigt, kann Komplexe bilden und es kann zu einer Hypomagnesiämie kommen. Allerdings sind die gebildeten Komplexe tendenziell weniger stabil als die von Calcium. Die Folgen sind akute Herzrhythmusstörungen und muskuläre Faszikulationen und Tetanien.
-Sowohl in den Tubuli der Nieren wie auch in den Gefässwänden des ZNS kann es zu Kristallbildung kommen. In den Nieren resultiert eine akute tubuläre Nekrose mit Polyurie und Anurie. ZNS-Symptome sind Apathie, Inkoordination und Konvulsionen.
   

Veterinärtoxikologie

Literatur

 
©2012 - Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
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