Conium maculatum - Toxine
Giftpflanzen
Giftpilze
 

Zutreffende Spezies (Botanik)

Conium maculatum L. - sehr stark giftig
 

Toxizitätsgrad

Sehr stark giftig +++ (Erläuterungen)
 

Hauptwirkstoffe

Piperidinalkaloide
-Hauptalkaloide: Coniin (vor allem in reifen Pflanzen und Samen) und gamma-Conicein (vor allem während des frühen Wachstums).
-Nebenalkaloide: Conhydrin, Pseudoconhydrin, Methylconiin.
Die Piperidinalkaloide sind in allen Teilen der Pflanze enthalten, in den Blättern 0.1-0.5% (höchster Gehalt während der Blüte), in den Blüten 0.25%, in den Wurzeln 0.05% und in den unreifen Früchten 0.2-2%. Durch das Trocknen verliert die Pflanze an Toxizität.
 

 

Zielorgane

Schleimhaut des Magendarmtraktes und Bindehaut; peripheres und zentrales Nervensystem; Muskeln; Embryo- und Foetotoxizität
 

Wirkungsmechanismen

Die Toxine werden durch die Schleimhäute und die unverletzte Haut schnell und leicht aufgenommen. Sie passieren die Blut-Hirnschranke und Plazenta. Die Elimination erfolgt nach Biotransformation über die Nieren. Es findet auch ein Übergang in die Milch statt.
-Die Schleimhäute werden lokal gereizt, was sich mit Brennen im Maul und Pharynx bzw. einer gesteigerten Salivation und Dysphagie äussert. Grössere Mengen führen zu einer Gastroenteritis mit Nausea, Vomitus, Abdominalschmerzen und Diarrhoe.
-Das Nervensystem wird zentral und peripher initial erregt und dann gelähmt indem die motorischen Zentren in der Medulla spinalis, im Dienencephalon, in der Medulla oblongata (Triggerzone), der vegetativen Ganglien (nikotin-ähnliche Wirkung) und die spinalen Reflexe beeinflusst werden. Dies äussert sich zuerst in Agitation und Konvulsionen, gefolgt von Depression; einer Miosis mit späteren Mydriasis; einer Tachykardie und Hypertonie mit anschliessender Bradykardie und Hypotonie; mit Tachypnoe, dann Bradypnoe, Dyspnoe bis zur Paralyse des N. phrenicus oder des Atemzentrums, was zu Tod durch Atemlähmung führt.
-Die quergestreifte Muskulatur wird durch eine grössere Toxindosis zuerst stimuliert, dann neuromuskulär blockiert (curare-ähnliche Wirkung), was sich mit Tremor, Ataxie, dann Adynamie, Parese und Paralyse manifestiert.
-Embryo/Foetus: Die Schierlingsalkaloide sind teratogen und führen zu Skelettmissbildungen und Gaumenspalte.
 

Veterinärtoxikologie

Literatur

 
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